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Liebe Mitglieder und Freunde des AKN,

Wieder ist viel geschehen in der vergangenen Sommer-/Herbst-Saison in Sachen Natur- und Landschaftsschutz in der SG Tostedt. So gibt es eine ganze Reihe von erfolgreichen Aktionen und Abschlüssen von Projekten und Vorhaben, an denen der AKN beteiligt ist, zu vermelden.
Ganz bedeutend ist sicherlich die Fertigstellung der Amphibienleitanlage an den Holmer Teichen, am Ende eines langwierigen Prozesses, verbunden mit viel Engagement und gegen vielfältigen Widerstand. Besonderen Anteil an diesem Erfolg hat die „Aktion Krötenrettung" mit Vilmut Brock und Ellen Heinsch. Beide haben in nimmermüdem Einsatz federführend die Planungen, Geldbeschaffung und Umsetzung voran- und zu einem guten Ende gebracht.
Die Pacht des Quellareals am Wistedter Berg durch den AKN hat sich im Sommer als äußerst klug erwiesen, zeigte sich doch der hohe Wert der Fläche in einer Fülle von seltenen, teils gefährdeten Pflanzen- und Tierarten, die dort Lebensraum finden.
Im NSG „Obere Wümmeniederung" geht es weiter voran in Sachen Biotopmanagement: die Wiedervernässung des Großen Torfmoores wurde weiter vorangebracht und zeigt hervorragende Auswirkungen, die Grünlandpflege konnte dank der verstärkten Einbindung von Highland-Rindern optimiert werden.
Ein umfangreiches Projekt unter dem Titel „Wiedervernässungsmaßnahmen und Anlage, Renaturierung und Erweiterung von Moorgewässern in den Naturschutzgebieten Obere Wümme-niederung, Großes Moor bei Wistedt und Großes Everstorfer Moor" wurde im Herbst in Zusammenarbeit von Landkreis Harburg und AKN durchgeführt.
Als weitere wichtige Aktionen des AKN lassen sich die Schmokbach-umgestaltung in Neddernhof, die Fortführung der Obstbaumpflanzungen an der Wistedter Trift und eine Ausgleichspflanzung in der Osteaue vermelden.
Natürlich gibt es auch wieder die berühmten Wermutstropfen und Rückschläge. Am schwerwiegendsten aus unserer Sicht ist das Stocken der Bemühungen um eine Kammerung des Diagonalgrabens im Everstorfer Moor, verursacht durch die Uneinsichtigkeit des Wasser- u. Bodenverbands Kalber Bach. An einer zweiten ärgerlichen Angelegenheit ist ebenfalls ein Wasserverband maßgeblich beteiligt: eine Renaturierung der Aue südlich Heidenau wird vom Unterhaltungsverband Obere Oste blockiert. In beiden Fällen wird der AKN beharrlich die Sache des Naturschutzes verfolgen.

IIch wünsche Ihnen eine geruhsame Weihnachtszeit, Muße u.a. für die Lektüre unseres Mitteilungsblattes und ein gutes neues Jahr 2007.
Ihr
U.Quante

 

 

 

 

 

 

 

 

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AKN-Splitter
Wichtiges - kurz berichtet

Vogelmonitoring - Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben
In Heft 22 vom Mai diesen Jahres habe ich keck angekündigt, dass in diesem zweiten Heft 2006 über die Ergebnisse unserer Vogelbeobachtungen in unserer Samtgemeinde zu berichten sein wird.
Tatsache ist nun leider, dass wir es bis Redaktionsschluss für dieses Heft noch nicht geschafft haben, unsere Ergebnisse zusammenzutragen. Daher müssen wir an dieser Stelle auf das Frühjahrsheft 2007 verweisen.



Grabenschließung im Everstorfer Moor
A never ending story ? Mit Sicherheit nicht !
Wir sind leider immer noch nicht am Ziel.
Nach wie vor stellt der Wasser- u. Bodenverband Kalber Bach Forderungen an den Landkreis, die nur auf rechtlich verschnörkelten Wegen - wenn überhaupt – erfüllt werden können, vielleicht zusammen mit der Gemeinde Heidenau. Die Einzelheiten darzulegen, möchte ich z.Zt. vermeiden, weil die Gesamtsituation nach wie vor sehr kompliziert ist und weil sich im Augenblick noch der Landkreis Harburg intensiv bemüht, diese zählebige Kuh vom Eis zu bekommen. Eingebunden in diese Bemühungen ist auch die Gemeinde Heidenau, und in abwartender Position der AKN – alle mit sehr viel gutem Willen !
Auch der ganz formale Weg über ein Wasserrechtliches Verfahren ist z.Zt. denkbar. Er ist langwierig, aber für das Moor langfristig mit Sicherheit ein Erfolgsweg.
Schon ein paarmal habe ich zu diesem Thema gesagt: die Grabenkammerung wird kommen. Also, Geduld, Freunde.
Nach dem Erwerb der Fläche von Herrn zum Hingste durch den AKN in 2005 darf der Graben seit Herbst 2006 nicht mehr geräumt werden ! Ein erster wichtiger Schritt ! Und der Tag wird kommen, da auch der Bagger . . Freuen wir uns drauf. Das Moor ist durch die vom AKN in vielen Jahren geleisteten Maßnahmen bestens vorbereitet auf diesen Augenblick.

 

Hamstermarkt in Tostedt
Am 14. Mai fand wieder der alljährliche Hamstermarkt in Tostedt statt. Wegen der Baumaßnahmen auf der Bahnhofstraße mussten die Aussteller und damit auch der AKN auf die großen Parkplätze zwischen Bahnhofstraße und Poststraße ausweichen. Unser informativer Stand zog viele Interessenten an und war auch wegen der fachkundigen Auskünfte unserer AKN- Mitglieder ein voller Erfolg.

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Informationsstand des AKN auf den Kunstmarkt des Hofs Quellen

Hof Quellen
Wie im letzten Jahr war der AKN auch dieses Mal wieder auf dem schönen Gelände von Hof Quellen Gast und Aussteller anlässlich des Kunst- und Handwerkermarktes am 18. Juni. Nicht nur unsere Nistkästen, Insektenhotels und die ausgestopften „Haus"tiere wie Schleiereule, Marder und Fledermaus gaben den zahlreichen Besuchern Anlass zu Fragen und Gesprächen. Die große Schautafel unserer heimischen Vögel mit elektrischer Überprüfungsmöglichkeit ihrer ornithologischen Artenkenntnis war ständig umlagert und wurde ausgiebig genutzt. Anders als auf dem Töster Hamstermarkt konnte Karsten hier seine Gartenkunstwerke aus Holz, Stein und Eisen ausstellen und damit kunstsachverständige Gartenliebhaber beglücken. Karsten sei Dank!

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Mit dem Bagger in unseren Mooren
Wiedervernässungsmaßnahmen und Anlage, Renaturierung und Erweiterung von Moorgewässern in den Naturschutzgebieten „Obere Wümmeniederung", „Großes Moor bei Wistedt" und „Großes Everstorfer Moor".

So lautet der Arbeitstitel des von der Naturschutzabteilung des Landkreises Harburg finanzierten komplexen Projektes, dessen Durchführung dem Arbeitskreis Naturschutz übertragen wurden. Und natürlich freuen wir uns mächtig über das Projekt und das uns entgegen gebrachte Vertrauen. 10.000,— € aus Ausgleichszahlungen standen zur Verfügung. Nach sorgfältigen Abstimmungen mit Herrn Hirt von der Naturschutzabteilung konnten die Arbeiten mit der Firma Pankop am 18.10.06 beginnen.
Zuvor allerdings hatte eine Schar Aktiver vom AKN im Großen Torfmoor südlich von Otter und im Großen Moor mit Motorsäge und erheblicher Muskelkraft die nötigen Freiräume für den Bagger respektive für die wasser- und sonnenhungrigen Moorgewässer geschaffen.

Das erste Arbeitsfeld war das Große Torfmoor in der Wümmeniederung. Hier waren Ausbesserungs- und Ergänzungs-Arbeiten nötig zur weiteren Vernässung des Moorwaldareals. Uneinsichtige Eigentümer hatten an verschiedenen Stellen die Grabenschlüsse des Vorjahres z.T. wieder geöffnet, illegal, da die Maßnahmen in 2005 Teil des mit allen Seiten abgestimmten Otterer Flurbereinigungsverfahrens waren.
Dann wurden zwei kleine alte, mit steilen Ufern ausgestattete Teiche neben einer wertvollen sonnenexponierten Torfbank umgestaltet, die Uferzonen abgeflacht, verunregelmäßigt.

Schließlich wurde am Nordrand, unmittelbar neben dem Einstiegsweg ins Moor, in einer sumpfigen Brache, ein Tümpel angelegt. Ein Angebot u.a. an die Kröten, Frösche und Molche, an Libellen und auch Wasserpflanzen dieses herrlichen Moorwaldkomplexes – und auch an die Spaziergänger, Wanderer, Naturfreunde für vielfältige Beobachtungen, leicht zugänglich am Wege.
Informationsangebote sollen für das gesamte Gebiet in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Otter und dem Landkreis entwickelt werde.
Zweieinhalb Tage war das sonore Brummen des 20 t Kettenbaggers unter der einfühlsamen und souveränen Führung von Günther Ratjen im Großen Torfmoor zu hören. Dann ging das schwere Gerät mit dem Tieflader an den Nordrand des Großen Moores bei Wistedt, von Wüstenhöfen aus.
Ziel: eine 4,5 ha große ehemalige Grünlandfläche, von der Loki-Schmidt-Stiftung 2001 gekauft und dem AKN zur Betreuung und Entwicklung übertragen. Die Fläche grenzt in ihrer gesamten Länge an das Naturschutzgebiet. Weit entfernt vom Weg ins Moor, wurde nun eine flache, wohl in früherer Zeit ausgetorfte Senke Baggerschaufel für Baggerschaufel zu einem Wiesentümpel entwickelt – mit Grundwasserkontakt.
Trotz der jahreszeitlich bedingt sehr trockenen Gesamtsituation bei uns, füllten sich die tiefer angelegten Stellen der entstehenden „Grube" erstaunlich schnell mit fast unmerklich aber doch stetig eindringendem Wasser. Schon am zweiten Tag der Arbeiten hatte sich eine respektable Gesamtwasserfläche im zentralen Bereich gebildet, in die sich schon – aus der Luft während ihres Fluges angelockt – immer wieder einzelne Wasserkäfer stürzten.
Der Aushub wurde anschließend in den wenig attraktiven reinen Binsenbeständen flach ausgebracht, so dass die „Baustelle" von weitem gar nicht, aus der Nähe erst kurz vor ihrem Erreichen wahrgenommen werden kann.
Die durch ihre versteckte Lage vor Störungen durch Menschen weitgehend geschützte Tümpelanlage wird hier in unmittelbarer Randlage zum Naturschutz- und EU-Vogelschutzgebiet Großes Moor eine hohe Attraktion entfalten können für viele Pflanzen und vor allem Tiere der Wiesen, Weiden und Moore.
Die Gelegenheit nutzend, wurde in einem kurzen Einsatz des Baggers auf der dem AKN gehörenden nicht weit entfernt gelegenen ehemaligen Dallmann-Fläche der dort befindliche Tümpel an entscheidender Stelle um eine kleine aber wichtige Zone erweitert.
Nach der gängigen Einteilung von Stillgewässern muss in den hier geschilderten Fällen korrekterweise von Teichen gesprochen werden, mit einem zugekniffenen Auge vielleicht auch von „Weihern aus Menschenhand".
Tümpel sind definiert als kleine Stillgewässer, die (meistens) im Sommerhalbjahr austrocknen. Teiche und Weiher sind dagegen durch ihre Tiefe und damit durch ihren Grundwasseranschluß ganzjährig wasserführend, auch wenn der Wasserstand jahreszeitlich bedingt stark schwanken kann.
Teiche sind von Menschen angelegte und später genutzte Stillgewässer (meistens als Fisch- oder Zierteiche). Von Weihern spricht man dagegen bei natürlichen Gegebenheiten ohne jegliches menschliches Zutun. Weiher können aber auch – wie in unseren Fällen – aus schwachen natürlichen Gegebenheiten durch menschlichen Eingriff entwickelt werden. Sie haben – den jeweiligen Gegebenheiten hier bei uns im Flachland entsprechend – sehr abwechslungsreiche, meist flach auslaufende Ufer. Das fördert (meistens) einen abwechslungsreichen Bewuchs mit Wasserpflanzen entsprechend den verschiedenen Tiefenzonen und damit die Vielfalt der Besiedlungsmöglichkeiten durch Tiere (Wirbellose wie Wirbeltiere).
Alle diese Überlegungen sind denn auch beim Anlegen der hier beschriebenen Tümpel resp. „Teichweihern" berücksichtigt worden.
Herr Hirt von der Naturschutzabteilung des Landkreises, sowie mehrere Mitglieder des AKN haben neben dem Verfasser dieses Berichts direkt vor Ort während der Baggerarbeiten immer wieder ihre Vorstellungen untereinander und mit Günther Ratjen abgestimmt: Eine tolle Zusammenarbeit !

Nach diesen Arbeiten ging es mit dem großen Bagger auf den Weg ins Große Moor hinein, eine fahr- und baggertechnisch schwierige Unternehmung auf engstem Raum.
Hier wurden auf etwa 400 Metern an vielen Stellen des nördlichen Querdammes moorinnenwärts am Damm leichte Aufhöhungen angebracht, so daß mehr Wasser in der zentralen Moorfläche zurückgehalten werden kann, ehe es dann an wenigen Stellen „gezielt" den Damm überläuft. Die zentralen Bereiche des Moores haben sehr dynamisch auf die seit Jahren in Gang gesetzte Wiedervernässung reagiert, brauchen aber nach unseren Beobachtungen noch ein wenig stabilere Wasserverhältnisse.
Dreieinhalb Tage dauerte der Einsatz des Baggers hier im und am Großen Moor insgesamt. Dann ging es zur vorläufig letzten „Baustelle" im NSG und EU-Vogelschutzgebiet „Großes Everstorfer Moor".
Auf einer landkreiseigenen großen Grünlandfläche nahe Birkenbüschen sollte ein vorhandener kleiner Wiesentümpel erweitert werden.
Weit vom einzigen Fahrweg entfernt, hat dieser Wiesentümpel eine extrem ruhige, sonnenexponierte Lage direkt an einem Moorwaldrand.
Da diese Landkreisfläche schon seit langem über den Vertragsnaturschutz erfolgreich extensiv beweidet wird, wurde das Tümpelareal schon vor Jahren ausgezäunt, um die Rinder nicht in und an das empfindliche Gewässer heranzulassen.
Dieser Umstand kommt nun der Erweiterung dieses kleinen nährstoffarmen Still- und Moorgewässers sehr zu gute.
Auch diese Arbeit gelang an zwei Tagen unter der behutsam und zugleich kraftvoll geführten mächtigen Baggerschaufel von Günther Ratjen. Ein dickes Dankeschön an ihn daher auch an dieser Stelle für seine Geduld mit uns, für seine Aufgeschlossenheit den Belangen dieses Gesamtprojektes gegenüber und für seine Umsicht und Behutsamkeit in oft schwierigem Gelände.
Noch zwei weitere wichtige Vernässungsmaßnahmen sollten im Zuge dieses Projektes durchgeführt werden: die Kammerung des „Diagonalgrabens" durch das Everstorfer Moor, eine Maßnahme, die schon seit 12 Jahren auf unserer Agenda steht, aber z.Zt. erneut durch nur schwer erfüllbare Auflagen des Wasser- und Bodenverbandes Kalber Bach hinausgezögert wird.
Eine zweite Aktion sollte noch im Großen Moor erfolgen. Hier sind aber noch nicht alle Vorplanungen und Voraussetzungen gegeben.
Beide Maßnahmen sollen – wann immer dann möglich – unverzüglich durchgeführt werden. Die Naturschutzabteilung des Landkreises und der AKN stehen auch hier in engster Zusammenarbeit.
Unser Dank gilt an dieser Stelle ganz besonders Armin Hirt vom Landkreis, der die Naturschutzbelange in den Schutzgebieten unserer Region mit viel Energie, vielversprechenden Ideen, offensiven Konzepten und mit dem auch uns immer wieder abverlangten berühmten „langen Atem" verfolgt.

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Vor dem Eingriff mit dem Bagger werden Bodenproben genommen

 

Tümpel-Neuschaffung am Großen Moor:

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kurz vor der Fertigstellung,

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nach 14 Tagen mit Wasser gefüllt

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Abdämmung am Nordweg im Großen Moor

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Herr Hirt kontrolliert die Erweiterung des Tümpels im NSG „Everstorfer Moor"

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Ein versteckter Schatz im Großen Torfmoor
Die Renaturierung alter Teiche

Wenn man von Otter kommend auf dem Bruchweg nach SSO geht, kommt man in das Große Torfmoor, einem Teil des NSG Obere Wümme. Nachdem Maßnahmen zur Wiedervernässung zwischen den „Stimmgabelästen" im letzten Jahr bereits gute Erfolge zeigen, stand dieses Jahr ein weiteres bedeutendes und umfangreiches Unterfangen an. Zwei ehemalige Fischteiche waren im Laufe von Jahrzehnten derart zugewachsen, dass man sie kaum finden konnte, selbst wenn man nur wenige Meter entfernt an ihnen vorbeiging. Die Ufer der Teiche waren, wie für Fischteiche üblich, sehr steil, die Wasserflächen waren durch die hohen Bäume und Sträucher stark beschattet. Die Teiche sollten freigestellt, die Ufer abgeflacht und damit besser in die Moorlandschaft integriert und damit eine ökologische Bereicherung werden.
Die Vorarbeiten verliefen nach gewohntem Muster: Am Mittwoch (11.10.) „Vorsägen" mit Reinhard, d.h. alle Bäume fällen, die zu dicht an den Teichen stehen, sie entasten und in transportierbare Stücke schneiden. Am darauffolgenden Sonnabend (14.10.) traf sich eine Gruppe besonders aktiver Mitglieder des AKN, um die Zweige, Äste und die Stammabschnitte beiseite zu räumen. Einige Bäume standen so ungünstig, dass wir sie nur mit Seil und vereinten Kräften in die gewünschte Richtung fällen konnten. Das Wetter war schön, die Arbeitsbedingungen und die Stimmung hervorragend, trotzdem schafften wir es nicht, mit allen Vorarbeiten fertig zu werden, und so haben wir am Montag die Restvorarbeiten erledigt. Ein kleines Detail am Rande: erstmals kam unsere Neuanschaffung zum Einsatz: Ein Erdbohrer, mit dem man fast mühelos Bodenproben aus Tiefen bis 1 m entnehmen kann. Die Ergebnisse hier: Torfmächtigkeit im Randbereich der Teiche etwa 60 cm, darunter Sand, im Bereich der abgetorften Sockel nur etwa 35 cm Torf über Sand.
Nun waren die Vorbereitungen abgeschlossen, der Bagger konnte kommen. Unter den feinfühligen Händen von Baggerführer Günther Ratjen und der kompetenten Anleitung von Reinhard Kempe (AKN) und Armin Hirt (Untere Naturschutzbehörde) wurden die Teiche umgeformt, vergrößert und die Ufer modelliert, und weil alles so gut klappte, wurde eine kleine feuchte Kuhle gleich mit ausgebaggert, so dass noch ein dritter, ein Miniteich, entstand. Nach 8 Stunden Baggerarbeit war das Werk vollbracht, die Restarbeiten muss die Natur übernehmen.
Ich bin einige Tage später mit Jutta noch einmal an die Teiche gegangen, um unser Werk in Ruhe zu betrachten. Rehspuren waren am Ufer zu sehen, dazu Frösche und Libellen. Nun haben Torfmoos und Sonnentau hier wieder eine Chance. Auch dieser Einsatz hat sich wieder einmalgelohnt!

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Mit vereinten Kräften!

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Eine kleine Arbeitspause

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Uferabflachung mit dem Bagger

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Vorher: vollständig versteckt -

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nachher: offen und sonnendurchflutet

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Eine Initiative der Vorwerk-Stiftung
Flächenpool und Ökokonto in der Todtglüsinger Heide

Unter diesem Titel ist auf dem rund 70 ha großen Stiftungsgelände zwischen Todtglüsingen und der Este-Aue, im Süden begrenzt durch die Bahnlinie Hamburg – Bremen, ein interessantes Projekt angeschoben worden.
Interessant und mittel- bis langfristig auch wirtschaftlich von Bedeutung für die FriedrichVorwerk KG als Tiefbau-Unternehmen, vielversprechend und mittel- bis langfristig ökologisch bedeutungsvoll für den Landschafts- und Naturschutz in diesem Teil der Samtgemeinde, aber auch darüber hinaus! Das in Frage stehende Areal beherbergt ökologisch sehr wertvolle Naturpotenziale.
Angeschoben wurde das Projekt 2005 durch die Vorwerk-Stiftung, in erster Linie durch Peter Tödter, der mit Weitblick zunächst Grundsatzfragen mit dem Landkreis Harburg auslotete, dann ein Planungsbüro beauftragte, das die Stiftungsflächen genau unter die Lupe nahm und die Untersuchungsergebnisse, Zielvorgaben und Maßnahmenkataloge zusammenfasste.
Dieses Werk lag dann in einer ersten Fassung seit April 2006 mit Text und Karten vor. Durch den tragischen Tod von Peter Tödter von der Vorwerk-Stiftung Anfang Juli diesen Jahres hat dies von ihm sorgfältig auf den Weg gebrachte Projekt seinen Initiator und ersten Koordinator verloren. Doch hat das Projekt bereits so kräftige Wurzeln bei allen Beteiligten geschlagen, dass schon ein Treffen Ende Juli 06 bei der Vorstellung der überarbeiteten Planungsunterlagen durch das Büro Lange ganz deutlich werden ließ, dass die Umsetzung der Pläne gewährleistet sein wird.

Worum geht es ?
Das 70 ha Stiftungsgelände setzt sich im wesentlichen aus Wald-, Moor-, Heide- und den schmalen Auen-Bereichen des Todtglüsinger Beek zusammen.
Alle genannten Lebensraumtypen sind in vielen Bereichen aus ökologischer Sicht verbesserungswürdig und –fähig. So sind beispielsweise die z.T. großflächigen Kiefernmonokulturen durch Umwandlung in standorttypische Laubmischwälder in hohem Maße aufwertbar, ebenso in anderen Zonen die sehr wertvollen Kleinmoore und Sandheiden durch Zurücknahme des Waldes. Auch entlang des Todtglüsinger Beeks sind durch entsprechende Maßnahmen zahlreiche Verbesserungen (=Aufwertungen) nötig und möglich.
Solche durch gezielte Maßnahmen ökologisch aufwertbaren Flächen werden in einem sog. Flächenpool gesammelt. Auf sie kann die Firma Vorwerk bei Baumaßnahmen als Ausgleichs- und Ersatzflächen zurückgreifen. Sind die wertsteigernden Maßnahmen durchgeführt, bevor die jeweiligen Flächen für Ersatzmaßnahmen benötigt wurden - und das soll hier ja in den nächsten Jahren geschehen – dann steht für jeweils aktuelle Ersatzleistungen ein Ökokonto zur Verfügung.
Ausgangs- und Zielbiotop erhalten bestimmte Wertstufen. Ihre Differenz dokumentiert die Aufwertung der Fläche durch die entsprechenden Maßnahmen.
Zwei Beispiele:

a) Ausgangsbiotop Kiefernforst mit der Wertstufe 2 (auf einer Skala von 1-5) wird umgebaut zu einem Buchen- oder Eichen-Mischwald mit der Wertstufe 4.
b) Ein artenarmer feuchter Scherrasen, Wertstufe 1, wird entwickelt zu einer seggen-, hochstaudenreichen Nasswiese mit der Wertstufe 4.

Ein hier nicht näher zu erläuterndes Punktesystem versetzt nun die Handelnden in die Lage, für die auf einer konkreten Fläche entstandenen Schäden/Eingriffe durch z.B. Straßen- oder Häuserbau entsprechende Ausgleichs- oder Kompensationsflächen aus dem vorhandenen Flächenpool auszuwählen.

Die Vorteile eines solchen Flächenpools bzw. Ökokontos liegen daher auf der Hand:

· Die Firma braucht sich nicht woanders (oft mühsam) um Ausgleichsflächen zu bemühen. Sie hat einen schnellen Zugriff auf solche Flächen. Oft sind an den Eingriffsorten gar keine ausreichenden Flächen für Ausgleichsmaßnahmen vorhanden oder zu erwerben.
· Zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen für an verschiedensten Orten entstandene Schäden verlieren sich nicht mehr zusammenhangslos und daher oft weitgehend wirkungslos in der Landschaft. Sie werden eingebunden in eine naturschutzfachliche Zielkonzeption für ein großes Areal (hier: ca. 70ha!).
· Das im Laufe der Jahre entstandene Ökokonto mit seinem Flächenpool kann von der Vorwerk-Stiftung auch „bewirtschaftet" werden. Sie kann diese aufgewerteten Flächen auch an Dritte vermarkten.

Was hat nun der AKN mit diesem Projekt zu tun ?
Wir wurden schon während der Arbeit des Planungsbüros als gute Kenner dieses Landschaftsteiles von Peter Tödter zur Mitarbeit eingeladen.
Bei der Vorstellung der ersten Fassung des Planes durch das Büro konnten wir unsere Anregungen und Anmerkungen vorbringen.
Federführend in der Sache ist die Vorwerk-Stiftung, letzte naturschutzfachliche Instanz der Landkreis Harburg.
Zuständig für die z.T. großflächigen Waldumwandlungen ist die Forstbetriebsgemeinschaft Hollenstedt, vertreten durch Nicola Matthies, für die Veränderungen am Beek, Ludwig Tent; hier sind unter seiner Leitung in den letzten beiden Wintern schon wichtige Verbesserungen durchgeführt worden. Für die Kleinmoore, Sumpfzonen, Magerrasen und Heiden schließlich wird sich der AKN einbringen. Eine enge Zusammenarbeit/Abstimmung vor allem bei Maßnahmen in den fließenden Übergangsbereichen der verschiedenen Biotoptypen ist Voraussetzung für den langfristigen Erfolg dieses Projektes.
Der AKN steht mit allen Beteiligten in sehr guten persönlichen und fachorientierten Beziehungen. Ein Projekt mit Vorbildcharakter ? Nach den ersten sehr positiven Erfahrungen sieht es so aus.
Der AKN wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen und an dieser Stelle darüber berichten.

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Todtglüsinger Beek: wichtige Verbesserungen im Bacbett
(L.Tent: Vorwerk-Stiftung)

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Im Todtschlatt, einem Kleinmoor im Stiftungsgelände, finden sich Restbestände der seltenen Moorlilie, bedrängt vom Kiefernwald

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Lebensraum für Knoblauchkröte und Co.
Behutsamer Eingriff am Handeloher Grenzgraben

Nach einer gemeinsamen Ortsbegehung der Handeloher Arbeitsgruppe wurde der Entschluss gefasst, den sog. Grenzgraben unterhalb des Handeloher Friedhofs an zwei Stellen mit Hilfe eines Baggers zu erweitern. Die Wasseraufnahmekapazität und damit das gesamte Wasservolumen dieses wichtigen „Linientümpels" in der sonst trockenen Feldmark zwischen Handeloh, Höckel und Welle kann so vergrößert werden. Das Tümpelwasser wird nur aus hier zusammenlaufendem Regenwasser gespeist, das sich in dieser natürlichen Senke über einer stabilen Lehmschicht staut und lange hält.
Leider gelangen mit dem Niederschlagswasser auch (zu viele) gelöste Nährstoffe von den hangaufwärts in Richtung Welle/Höckel gelegenen Äckern in den Graben und sorgen u.a. für starkes Algenwachstum.
Dennoch hat sich in diesem Graben seit langem eine kleine stabile Population der Knoblauchkröte etabliert; dazu laichen hier Grasfrosch, Erdkröte und Teichmolch in kleinen Zahlen. Natürlich ist diese einzige Wasserquelle seit eh und je auch wichtige Vogeltränke für Rebhuhn, Wachtel und Co.
Die Folgen dieser moderaten Erweiterung sollen sehr genau beobachtet werden. Sind sie positiv vor allem für die seltene Knoblauchkröte, kann über eine ergänzende Erweiterung nachgedacht werden.

Das östliche Ufer des Grabens gehört in ganzer Länge zu einem Grundstück des Buchholzer Nabu, der uns die Betreuung und Entwicklung seiner Fläche anvertraut hat. Nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden der Nabu-Gruppe, Herrn Boner, haben wir – wie schon bei der Einrichtung einer Benjes-Hecke auf dieser Fläche vor 4 Jahren – auch für diese Maßnahme am Graben „grünes Licht" erhalten.
Inzwischen hat Günther Ratjen von der Firma Pankop die Arbeiten am Graben unter unserem Beisein in gewohnter rücksichtsvoller Weise durchgeführt. Da der Bagger einmal vor Ort war, haben wir dann anschließend auf der mageren Grasflur zahlreiche Bodenverletzung der z.T. zähen, geschlossenen Grasnarbe vorgenommen.
Konkurrenzschwache Pflanzen magerer Standorte erhalten auf solchen „Pionierinseln" erste Keimungs- und Wuchschancen.

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Zur Erhöhung des Wasservolumens -

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wurde der Graben aufgeweitet und vertieft

 

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Am Wistedter Berg
Vom AKN gepachtet: Ein schützenswerter Quellbereich

Eine Quellwiese bzw. -weide von besonderer Qualität

Die im Frühjahr 2006 von uns neu gepachtete Grünlandfläche am Südwesthang des Wistedter Berges hat in der Tat ganz besondere Qualitäten.
Sie liegt in großen Teilen sehr sonnenexponiert in sanfter Hanglage; sie wird durchzogen von einem ihrer Südostecke entspringenden Quellbächlein und sie hat neben diesem Quellrand weitere Zonen, in denen das Grundwasser fast ganzjährig aus dem aufgeweichten Boden dringt. Daneben weist sie auch ein recht abwechslungsreiches Kleinrelief auf mit mageren Trockenstandorten. Diese Vielfalt an abiotischen (naturgegebenen) Voraussetzungen ließ uns gar keine Wahl als zuzugreifen, als uns diese Fläche angeboten wurde.
Kaum mit Gewinn zu bewirtschaften, stellt diese Fläche ein Kleinod dar in der Kategorie „Grünland", das sich durch seine quelligen Gegebenheiten bisher allen Versuchen intensiver Bewirtschaftung entzogen hat. Die gesamte Quellbachzone wurde daher konsequenterweise schon 1996 als § 28a-Areal vom Landkreis Harburg festgeschrieben.
Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei dem Eigentümer Hans Heinrich Baden aus Wistedt, der uns durch Vermittlung von Claus Bohling diese Fläche langfristig verpachtet hat.
Es entspricht den eben geschilderten vielfältigen Biotopeigenschaften dieser Fläche, dass die Mitglieder der Donnerstag-Exkursion dort bei mehreren Begehungen zwischen Mai und September diesen Jahres mehr als 80 Arten von Blütenpflanzen festgestellt haben (s.u.).

Als Folge der reichen Ausstattung mit Pflanzen wiederum, aber auch natürlich wegen der z.T. starken Gegensätze zwischen nassen und trockenen Arealen findet sich dort z.B. eine reiche Heuschrecken-Fauna. So reicht das Artenspektrum dieser Tiergruppe von dem trockene Lebensräume bevorzugenden Braunen Grashüpfer über Allerweltsarten, wie dem Bunten Grashüpfer, bis hin zu den Feucht- und Nassbiotope bewohnenden Arten wie der Gemeinen Schwertschrecke und der Sumpfschrecke.
Insgesamt wurden bisher folgende 10 Heuschreckenarten entdeckt:

Ø Tettigonia viridissima (Grünes Heupferd),
Ø
Metrioptera roeseli (Roesels Beißschrecke),
Ø
Conocephalus dorsalis (Kürzflügelige Schwertschrecke)

Diese drei Arten gehören zu den Laubheuschrecken; Kennzeichen u.a. körperlange Fühler.
Die folgenden Arten sind Feldheuschrecken, die „Grashüpfer", alle mit kurzen Fühlern.

Ø Omocestus viridulus (Bunter Grashüpfer)
Ø
Stetophyma grossum (Sumpfschrecke)
Ø
Chorthippus parallelus (Gemeiner Grashüpfer)
Ø
Chorthippus albomarginatus (Weißrandiger Grashüpfer)
Ø Chorthippus dorsatus (Wiesen-Grashüpfer)
Ø
Chorthippus brunneus (Brauner Grashüpfer)
Ø
Chrysochraon dispar (Goldschrecke)

Erfreulich sind auch die Nachweise mehrerer kleinerer Tagfalter-Arten und von zwei Faltern aus der Familie der Widderchen (Blutströpfchen):

Ø Clossiana selene (Sumpfwiesen-Perlmuttfalter)
Ø
Heodes tityrus (Brauner Feuerfalter)
Ø
Celastrina argiolus (Faulbaum-Bläuling)
Ø
Coenonympha pamphilus (Gemeines Wiesenvögelchen)
Ø
Zygaena filipendula (Gewöhnl. Sechsfleck-Blutströpfchen)
Ø
Zygaena statices (Gewöhnl. Grünwidderchen)

Alle Falter konnten an verschiedenen Beobachtungstagen, so auch am 5.8.06, mit jeweils mehreren (bis zu 10) Exemplaren beobachtet werden.

Wie soll sich die Fläche zukünftig entwickeln ?
Da wir die angebotene Vielfalt sichern und noch weiter verstärken wollen, muss die Fläche in (wechselnden) Teilen sicherlich 1x/Jahr gemäht und das Mähgut dann abgeräumt werden. Diese Maßnahme ist für einige Jahre auch deshalb nötig, um eine mögliche Dominanz zweier Binsenarten zu verhindern, der Flatter-Binse und der Spitzblütigen-Binse.
Dabei ergeben sich Probleme mit der Befahrbarkeit durch schwere Maschinen wegen der z.T. „grundlosen" Quellzonen. Hier muss der Balkenmäher zum Einsatz kommen, auch die Motorsense.
Das ist zwar arbeitsintensiv wie auch das Abräumen des Mähgutes. Probleme bereitet auch die sinnvolle „Entsorgung" (=Nutzung) des Mähgutes. Da ergeben sich oft „Absatzprobleme". Es ist eben nicht das wertvollste und schmackhafteste Futter. Schließlich bleibt nur die Rotte auf entsprechend organisierten privaten bäuerlichen Rotteplätzen. Auch das Schlegeln dieser Fläche hilft; es ist sicherlich die einfachste Methode, die Fläche vor der Verfilzung durch zu starken Grasaufwuchs zu bewahren.
Aber diese Maßnahme kann nur die Ausnahme sein; sie sollte dann auch nur in Teilflächen durchgeführt werden, denn die in den Pflanzen gebundenen Nährstoffe bleiben nach dieser Behandlung auf der Fläche. Wir wollen die Fläche aber aushagern, Nährstoffe herausbringen, um auch den konkurrenzschwachen Arten dieses selten gewordenen Lebensraumtyps neue Chancen zu geben. Dazu müssen die starkwüchsigen (Gras-) Arten jedoch „ausgehungert" werden.
Das großflächige Schlegeln hat aber noch weitere negative Folgen. Das Schreddern der Pflanzen zerstört über 80% der in und an den oberirdischen Pflanzenteilen überwinternden Eier, Larven und Vollinsekten/Spinnen von zahllosen Arten. Dennoch haben wir den Großteil der Fläche im Oktober schlegeln lassen, um die Verfilzung durch den starken Binsenaufwuchs für das nächste Jahr zurückzunehmen.
Ab 2007 müssen wir dort differenzierter vorgehen: ein grober Pflege- und Entwicklungsplan muss her, der die oben geschilderten Bedingungen auf dieser schönen Fläche und die positiven und negativen Folgen bestimmter Maßnahmen berücksichtigt. Eine extensive Beweidung auf wechselnden Teil-Flächen mit entsprechenden Rindern wäre sicherlich die beste Lösung.

Die „Donnerstagsexkursion" untersucht die Quellwiese
Am 11.05.06 um 16 Uhr trafen wir uns zur Donnerstagsexkursion bei der Gaststätte Aldag in Wistedt, um von dort gemeinsam zum Zielort, zu unserer neuen Pachtwiese zu fahren. Wir waren zu fünft , das Wetter war schön und wir waren neugierig auf das, was wir vorfinden würden. Wir wurden nicht enttäuscht.
Gleich zu Beginn, in unmittelbarer Nähe der Pachtwiese, wuchsen mehrere erstaunlich große Bulten der Rispensegge (Carex paniculata). Reinhard erklärte uns, dass diese Seggenstöcke bis zu einem Meter hoch werden können.
Die Wiese selbst zeigte sich vorherrschend in einem Kleid aus Süßgräsern, zur Hauptsache Wolliges Honiggras und Ruchgras.
Der größte Teil der Wiese besteht aus feuchten Arealen, durch die auch ein kleiner Bach läuft. Dadurch waren natürlich auch die feuchtigkeitsliebenden Pflanzen vorherrschend. Allein 35 Blütenpflanzen entdeckten wir, darunter auch seltene wie das Sumpfblutauge, den Brennenden Hahnenfuß und das Sumpfveilchen. Kuckuchslichtnelke, Bachehrenpreis und Sumpfdotterblumen waren ebenfalls vertreten.
Wir entdeckten verschiedene Moose und Farne, sowie den Teichschachtelhalm. Auch Sauergräser machen sich langsam bereit, in Erscheinung zu treten. Zwei Arten von Simsen waren vorhanden: die Vielblütige und die Feld-Hainsimse, zwei Seggenarten: die Schnabel- und die Wiesensegge und drei Binsengewächse: Flatter-, Spitzblütige und Fadenbinse.
Aber auch trockenere Areale gibt es auf dieser Wiese und dort wuchsen der kleine Sauerampfer, das Harzer Labkraut und die Grassternmiere. Am Wiesenrand zum Wald hin wuchsen Eberesche, Schwarzerle, Faulbaum und Fichte sowie Heidelbeere und Himbeere.
Zu unserer Freude fanden wir auch noch ein Nest des Baumpiepers mit fünf Eiern darin, verborgen am Boden unter einem Grasbüschel. Es war ein schöner Nachmittag, an dem wir wieder viel entdeckt und gelernt haben.
Da die Wiese in der Nähe meines Wohnortes liegt, fand ich es natürlich interessant, sie des öfteren zu besuchen und zu sehen, wie sie sich im Laufe der Monate veränderte. Allein, manchmal auch zu zweit, machten wir neue Entdeckungen. Weitere Süßgräser kamen dazu, wie das Kammgras, für mich eine Neuentdeckung, außerdem Wiesenlieschgras und Windhalm. Ebenfalls einen kleinen Bestand von schmalblättrigem Wollgras entdeckte ich, sowie Hasenpfotensegge, Igelsegge und Krötenbinse. An Blütenpflanzen erschienen noch das nicht häufig anzutreffende geflügelte Johanniskraut und das Sumpfhelmkraut.
Im Laufe der Wochen verschwanden dann zum großen Teil die Süßgräser und die Sauergräser, vor allem Flatterbinse und Spitzblütige Binse, wurden vorherrschend und ließen kaum noch Raum für anderes Wachstum. Um dem entgegenzuwirken, wurden Teilflächen gemäht und fünf Heidschnucken eingesetzt, die zwar fleißig grasten, aber wohl für Sauergräser keine besondere Vorliebe haben, so dass dafür der Mäher noch mal zum Einsatz kommen musste. Auf der anderen Seite ist ein guter Bestand an bestimmten Sauergräsern wie hier von der Spitzblütigen Binse, auch ein Zeichen für eine gute Grundwasserversorgung .

Insgesamt wurden von uns in 2006 rund 90 verschiedene Pflanzenarten auf dieser Weide gefunden:
Bäume und Sträucher:
Stieleiche, Moorbirke, Schwarzerle, Eberesche, Grauweide, Faulbaum, Schwarzer Holunder, Himbeere, Heidelbeere.
Alle gefundenen Exemplare sind sehr junge sog. Anfluggehölze, die, vom Waldrand her eindringend, signalisieren, dass bei ausbleibender Nutzung dieser Weide der Wald sich die Fläche in den nächsten Jahrzehnten zurückerobern würde.
Kräuter und Stauden
Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris);
Kriechender Hahnenfuß (R.repens);
Brennender Hahnenfuß (R. flammula);
Sumpfdotterblume (Caltha palustris);
Große Brennessel (Urtica dioica);
Sumpfblutauge (Potentilla palustris);
Blutwurz (Potentilla erecta);
Mädesüß (Filipendula ulmaria);
Gemeiner Hornklee (Lotus corniculatus);
Weißer Wiesenklee (Trifolium repens);
Vierkantiges Weidenröschen (Epilobium tetragonum);
Drüsiges Weideröschen (E. adenocaulon);
Sumpf-Weidenröschen (E.palustre);
Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum);
Geflügeltes Johanniskraut (H. quadrangulum);
Sumpf-Veilchen (Viola palustris);
Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara);
Wiesen-Schaumkraut (C. pratensis);
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia);
Gewöhn. Gilbweiderich (L. vulgaris);
Gras-Sternmiere (Stellaria graminea);
Vogel-Sternmiere (St. media);
Gemeines Hornkraut (Cerastium holosteoides);
Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi);
Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius);
Kleiner Sauerampfer (R. acetosella);
Wiesen-Sauerampfer (R. acetosa);
Kletten-Labkraut (Galium aparine);
Harzer Labkraut (G. harcynicum);
Sumpf-Labkraut (G. palustre);
Sumpf-Vergißmeinnicht (Myosotis palustris);
Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga);
Efeublättriger Ehrenpreis (V. hederacifolia);
Spitzwegerich (Plantago lanceolata);
Kriechender Günsel (Ajuga reptans);
Gundermann (Glechoma hederacea);
Gemeiner Hohlzahn (Galeopsis tetrahit);
Acker-Minze (Mentha arvensis);
Wasser-Minze (Mentha aquatica);
Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata);
Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia);
Schafgarbe (Achillea millefolium);
Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre);
Gemeiner Löwenzahn (Taraxacum officinale);
Ferkelkraut (Hypochoeris radicata);
Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
Süßgräser
Ruchgras (Anthoxanthum odoratum);
Wiesen Kammgras (Cynosurus cristatus);
Borstgras (Nardus stricta);
Rotschwingel (Festuca rubra);
Schaf-Schwingel (F. ovina);
Wiesen-Rispengras (Poa pratensis);
Gemeines Rispengras (P. trivialis);
Gemeines Straußgras (Agrostis tenuis);
Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa);
Manna- oder Flutender Schwaden (Glyceria fluitans);
Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense);
Wolliges Honiggras (Holcus lanatus);
Weiches Honiggras (H. mollis)
Sauergräser
Feld-Hainsimse (Luzula campestre);
Vielblütige Simse (L. multiflora);
Flatterbinse (Juncus effusus);
Spitzblütige Binse (J. acicularis);
Kröten-Binse (J. bufonius);
Knäuel-Binse (J. bulbosus);
Faden-Binse (J. filiformis);
Wiesen-Segge (Carex nigra);
Schnabel-Segge (C.rostrata);
Hasenpfoten-Segge (C. leporina);
Igel- oder Stern-Segge (C. echinata);
Gelb-Segge (C. flava);
Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
Farne u. Schachtelhalme
Gemeiner Frauenfarn (Anthyrium felix-femina);
Dorniger Wurmfarn (Dryopteris carthusiana)
Teich-S chachtelhalm (Equisetum fluviatile)
Moose

Sparriges Kranzmoos,
Sumpf-Torfmoos, Spießmoos

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Die quellige Grünlandfläche bietet vielfältigen Lebensraum

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Sechsfleck-Blutströpfchen

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Sumpfschrecke

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Die Rispensegge wächst in großen Bulten

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Sumpfblutauge . . .

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und Kuckuckslichtnelke wachsen auf nassen Böden

 

[Inhalt]

 

Moore und Wiesen
Die AKN-Exkursionen im Jahre 2006

Rauhes Moor und Springmoor(2. Juli 2006)
An diesem schönen Sommertag (sonnig – wolkenlos – 25° C) trafen sich 18 Personen auf dem Parkplatz der Volksbank Heidenau, um zwei sehenswerte und in ihrer Eigenart unterschiedliche Moore nördlich der Bundesautobahnstrecke Hamburg – Bremen kennen zu lernen. Nach der Begrüßung erläuterte Reinhard Kempe die geplanten Wanderungen anhand einer Karte.
Bei dem in der Nähe von Hollinde gelegenen Naturschutzgebiet "Rauhes Moor" handelt es sich um ein Kesselmoor, d.h. in einer seit Tausenden von Jahren abflusslosen Mulde sammelt sich das Wasser, so dass sich in einem langwierigen Prozess dieser Moortyp entwickeln konnte. Tiefe Löcher - zum Teil durch Schwingrasen kaum erkennbar – sollen den Überlieferungen nach manchem Stück Wild (Dammwild und Wildschwein) zum Verhängnis geworden sein. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg hat die ortsansässige Bevölkerung an diesem Ort Torf in geringen Mengen als Brennmaterial abgebaut.
An das Rauhe Moor grenzt im Südwesten ein hochstämmiger Kiefernwald, in dem in den zurückliegenden Jahren Krähen und der Baumfalke ihren Horst errichtet haben.
Im halbfeuchten Bereich wächst die Moosbeere (Oxycoccus palustris) mit ihren kugeligen Beeren. In den feuchten Teilen hat sich explosionsartig die Schlangen- oder Drachenwurz, auch Sumpfcalla (Calla palustris), vermutlich durch schleichenden Nährstoffeintrag von außen kräftig vermehrt.
Die vermodernden Holz- und Strauchhaufen zeugen von den – in den Wintermonaten durchgeführten und mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmten – Entkusselungsarbeiten, vom AKN in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des BUND und des NABU schon 1986 begonnen und im Jahre 2002 zu einem vorläufigen Abschluss gebracht. Auf diese Weise soll die Moorfläche vom Baumbewuchs (Birke und Kiefer) freigehalten werden, denn in trockenen Jahren sinkt der Wasserstand und durch den Samenanflug können sich Bäume ansiedeln.
Die Glockenheide (Erica tetralix), die Rosmarinheide (Andromeda polifolia), auch Gränke genannt, die Krähenbeere (Empetrum nigrum), das Weiße Schnabelried (Rhynchospora alba), das gefährdete Moorlabkraut (Galium uligonosum) und das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) sind hier verbreitet. Eine Besonderheit für dieses Moor ist der geschützte Sumpfporst (Ledum palustre) mit ca. 20 Exemplaren. Diese Pflanze verbreitet sich durch unterirdische Triebe. Sie schätzt mehr das kontinentale Klima und ist häufiger z.B. im Gebiet des Müritzsees zu finden. Da Rehböcke – vermutlich wegen des terpentinartigen Geruches – gern an diesem Strauch fegen, haben es Neuansiedlungen in einem Gebiet zunächst oft schwer. Das Land-Reitgras (Calamagrostis epigeios) wird von Forstleuten nicht geschätzt, weil es Jungpflanzen überwuchert.
Folgende Libellenarten konnten wir beobachten: die häufig vorkommende Vierflecklibelle (Libellula quadrimaculata), Azurjungfern (Coenagrion-Arten) und die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula).
Eine typische Pflanze für grundwasserabhängige Moore ist der Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia) aber auch der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia). Diese zierlichen, kleinen Rosettenpflanzen decken als „fleischfressende" Pflanzen in dem nährstoffarmen Milieu ihren Stickstoffbedarf durch den Fang von Insekten. Als Fangorgane dienen die einen klebrigen Saft abscheidenden Drüsenhaare der Blätter. Vom Rauhen Moor wanderte die Gruppe zum nächsten Naturschutzgebiet.
Das Springmoo
r hat die Form einer leichten zu einer Seite offenen Mulde. Hier entspringt der zur Este fließende Heidbach. Es ist ein Durchströmungsmoor, in dem die Moorlilie – auch Beinbrech genannt (Narthecium ossifragum) – mit ihrem traubigen, gelben Blütenstand und der Mittlere und der Rundblättrige Sonnentau anzutreffen sind. Neben dem noch vorhandenen Weißen Schnabelried (Rhynchospora alba) wuchs hier früher auch das Braune Schnabelried (Rhynchospora fusca), deren Ährchen gelbbraun sind. Ökologisch wertvoll sind die in Gruppen stehenden Weidenbüsche, die als Frühblüher Pollen z.B. für Bienen bieten. Zahlreich flog an diesem Tag der Gemeine Bläuling (Lycaena argus); die Männchen sind bläulich und die Weibchen dunkelbraun. Die Raupen leben vergesellschaftet mit Ameisen.
Nach einem fast dreistündigen Fußmarsch verabschiedeten wir uns bis zur nächsten Exkursion im September.

NSG Obere Wümmeniederung (3. September 2006)
Bei bedecktem Himmel und trotz angesagter Regenschauer trafen sich am 3. September 2006 auf dem Parkplatz der Schule Otter 38 Personen (darunter auch mehrere NABU-Mitglieder aus Hanstedt), um an der vom AKN angebotenen Exkursion durch das Naturschutzgebiet „Obere Wümmeniederung" teilzunehmen.
Nach der Begrüßung und einer kurzen Einführung durch Uwe Quante fuhr die relativ große Gruppe mit wenigen Pkw zum Ausgangspunkt der Fußwanderung mit mehreren Stationen, an denen die AKN-Mitglieder Klaus Hamper, Karsten Müller, Uwe Quante und Hans-Eckhard Miersch Erläuterungen anboten zum besseren Verständnis der für diese Region typischen Landschaftsformen mit ihrer Fauna und Flora.
Erste Station waren die Beekwiesen, dort ein originäres Moorheide-/Niedermoor-Areal, welches sich in Privateigentum befindet und in dem mit Zustimmung des Eigentümers und in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde in den Wintermonaten 2005/06 Mitglieder des AKN Pflegemaßnahmen durchgeführt haben. Bei dieser Aktion wurden Birken und Kiefern entfernt; dagegen blieben Faulbaum und Gagelbüsche stehen. Die freigestellten Flächen werden als „Wärmeinseln" gern von Kreuzottern, Schlingnattern, Blindschleichen und in der Nähe des Todtgraben auch von der Ringelnatter als Lebensraum angenommen. Eine erhöhte sandige Stelle hat ein Rotfuchs für die Anlage eines Baues genutzt.
Auf dem Wege zum nächsten Haltepunkt sahen wir ein Negativbeispiel für eine Nisthöhle, die sicherlich in bester Absicht aufgehängt worden war. Sie bestand aus einer Kunststoffröhre (Abwasserrohr), die ein Hinaufklettern der Jungvögel zum
Einflugloch schwierig bzw. unmöglich macht.
Südlich des Weges erstrecken sich großräumige Weiden. Der auf diesen Flächen praktizierte Vertragsnaturschutz sieht eine extensive Bewirtschaftung vor mit einer relativ späten Grasmahd (Heugewinnung) zum Schutz brütender Wiesenvögel und danach eine Beweidung, um einer Verbuschung und Verfilzung entgegenzuwirken.
Nachdem wir die Wiesenfläche durchquert und den Jilsbach über eine Brücke passiert hatten, gelangten wir zu einem Heiderücken. Diese sandige Erhöhung bildet im umgebenden tiefer gelegenen Wiesengelände eine wertvolle Trocken-Wärme-Insel, die durch Pflegemaßnahmen im Winterhalbjahr 2005/06 abschnittsweise vom Birkenaufwuchs befreit wurde. Hier leben Wärme liebende Insekten wie Heuschrecken, Sandbienen und Wegwespen. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde soll eine temporäre Beweidung erfolgen, um die Neuansiedlung von Bäumen und Sträuchern in Grenzen zu halten.
Die Spätblühende Traubenkirsche – ein Neophyt aus Nordamerika – hat sich hier mit einzelnen Exemplaren angesiedelt und sollte möglichst radikal beseitigt werden, da sie bei uns keine Fressfeinde hat und die einheimische Flora bedrängt.
Es ist angedacht, für einen besseren Ausblick in die Landschaft eine „versteckte" Aussichtsplattform durch die Gemeinde Otter und den Landkreis Harburg zu errichten.
Vom oben genannten Aufenthaltsort in Richtung Osten befindet sich hinter einer Weide eine wertvolle § 28a-Fläche, die im Norden vom Jilsbach, der in die Wümme mündet, begrenzt wird, die Jilsbrache. Dieses originäre Niedermoorareal wird seit ca. 50 Jahren nicht mehr genutzt – mit Ausnahme einer anderthalbjährigen Beweidung konnte sich ein sehr stabiles Mosaik nasser und trockener Zonen entwickeln. Hier ist der Lebensraum für Neuntöter, Braun- und Schwarzkehlchen und Feldschwirl. In dieses weglose Gebiet führen die Kraniche gern ihre noch nicht flügge gewordenen Jungvögel zur Äsung.
In früheren Zeiten lebten auf den Wiesenflächen um das Große Torfmoor herum 6 – 7 Paare des Großen Brachvogels. Leider sind seit ca. 10 Jahren diese geschützten Großvögel in diesem Bereich der Wümmeniederung verschwunden.
Nach dem Gewässerentwicklungsplan Wümme soll der Jilsbach wie auch der Todtgraben naturnäher (in der Gerinneführung dynamisiert) gestaltet werden. Von hier wanderten wir zum letzten inhaltlichen Schwerpunkt dieser Exkursion.
Das Große Torfmoor ist ein Niederungsmoor mit Ansätzen zum Hochmoor, in dem in zurückliegenden Jahrzehnten Torf gestochen wurde. Der Kontakt zum Grundwasser ist vielfältig. Die Moorbirke hat sich hier zu einem ansehnlichen Sukzessionswald ausgebreitet.
Seit dem Sommer 2005 wird das Große Torfmoor als Ausgleichsmaßnahme für eine Erneuerung der Wirtschaftswege wiedervernässt. Das Flurbereinigungsverfahren südlich von Otter wird seit 1990 betrieben und befindet sich jetzt in der Endphase. Als letzte Maßnahme dieses Projektes soll 2007 der Todtgraben renaturiert werden. So wurden bisher 41 Dämme in die Hauptgräben gesetzt mit deutlichen positiven Effekten. Wegen des nunmehr hohen Wasserstandes sterben die nicht standortgerechten Fichten ab, und auch größere Bestände der Moorbirke; die Torfmoose dagegen können sich gut entwickeln. Allerdings musste auch festgestellt werden, dass seit dem Herbst 2005 durch Dritte Eingriffe in die Anlage der Dämme erfolgten. Im Herbst 2006 sollen – durch den Landkreis veranlasst - weitere Dämme und Verstärkungen angelegt werden, um den Wasserfluss zu bremsen. (Das ist inzwischen im Oktober 06 schon geschehen !).
Das Große Torfmoor beherbergt seit 2000 ein Paar und seit 2004 zwei Kranichpaare. Während im zentralen Bereich der Waldwasserläufer, der Wespenbussard und der Pirol festgestellt werden konnten, leben im Randbereich Wachtelkönig und Bekassine. Im feuchten Teil mit offenen Wasserflächen gibt es eine große Moorfroschpopulation wie auch Ringelnattern.
Auf der von uns benutzten Wanderungsstrecke sollen Informationstafeln aufgestellt werden, ein Gemeinschaftsplan von Landkreis, der Gemeinde Otter und dem AKN. In einem gebührenden Abstand konnten die Aktivitäten eines Hornissenvolkes beobachtet werden, welches sich in einem Vogelkasten angesiedelt hatte. Diese Insekten stehen unter Schutz und sind bei einem entsprechenden Abstand keine Gefahr.
Vom Parkplatz fuhr eine stattliche Anzahl von Exkursionsteilnehmern zur Hütte an den Ostequellen, wo zwischenzeitlich unsere AKN-Mitglieder Gerlinde und Klaus Sülbrandt mitgebrachte Speisen und Getränke für einen gemütlichen Ausklang der Exkursion ansprechend und einladend aufgebaut hatten. Ihnen und allen Spendern ein herzliches DANKE SCHÖN.

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Die Exkursionsteilnehmer bestaunen ein Moorauge im Rauhen Moor

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Die typische Moorvegetation wird begutachtet

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Glockenheide . . .

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und Rosmarinheide

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Der seltene Sumpfporst

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Die Becher-Azurjungfer bei der Paarung

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Hans-Eckhard Miersch und Uwe Quante erläutern die Route

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Auf den „Beekwiesen" im NSG Obere Wümmeniederung

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Der gemütliche Ausklang an den Teichen bei Schillingsbostel

[Inhalt]

 

Der Rückgang der Wiesenvögel
Landwirtschaft und Beutegreifer als Hauptverursacher

Seit mehreren Jahrzehnten wird in ganz Deutschland ein drastischer Bestandsrückgang bei vielen Wiesenvogelarten beobachtet. Betroffen sind in erster Linie Hühnervögel und Limikolen, aber auch andere Bodenbrüter. In unserer Region kommen insbesondere folgende betroffenen Arten vor: Kiebitz, Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Rebhuhn, Wachtel, Feldlerche sowie Wiesen- und Kornweihe.
Die Beobachtungen und Aufzeichnungen des AKN, die einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren umfassen, bestätigen die allgemeine Tendenz auch für die SG Tostedt. Die Uferschnepfe, die in den 60er Jahren noch mit einigen Brutpaaren vertreten war, ist seit ca. 10 Jahren aus dem Tostedter Gebiet verschwunden. Der Brachvogel war vor 30 Jahren ein relativ häufig vorkommender Charaktervogel der Moore und Niederungsbereiche. Heute ist der Brachvogelbestand bis auf ganz wenige Paare zurückgegangen und scheint noch weiter rückläufig zu sein. Der Kiebitz ist noch in einer relativ individuenreichen Population vorhanden, jedoch im Vergleich zu früheren Zeiträumen ist der Bestand erheblich geschrumpft. Hierbei ist zudem auffällig, dass diese Wiesenvogelart kaum noch die Wiesenbereichen besiedelt, sondern vorwiegend auf Äcker ausgewichen ist.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt, die Gründe für den zum Teil dramatischen Schwund der Bodenbrüter zu ermitteln. Nicht überraschend ist die Erkenntnis, Ursache für die Bestandsrückgänge ist eine nicht ausreichende Reproduktion der am Boden brütenden Wiesenvögel; d.h. die Brutpaare ziehen im Schnitt weniger Jungvögel groß, als zur Erhaltung des Bestandes erforderlich wären.
Die Faktoren, die hieran beteiligt sind, sind vielfältig. Immer schon hatte die Witterung während der Brut und der Aufzucht der Jungen maßgeblichen Einfluss auf den Reproduktionserfolg: kühles, nasses Wetter wirkt sich negativ auf den Bruterfolg und die Aufzucht der Jungen aus, und zwar direkt durch die Erhöhung der Sterblichkeit von Eiern und Jungen, als auch indirekt durch einen Mangel an Aufzuchtfutter wie Insekten und Spinnen. Diese Faktoren hat es allerdings schon immer gegeben und die Einbußen konnten früher immer durch Nachgelege und erfolgreiche Jahre mit günstiger Witterung ausgeglichen werden. Es mussten also andere Faktoren verantwortlich sein für die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten.
Der Bestandsrückgang begann zu einem Zeitpunkt, als die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen zunehmend intensiver wurde. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diesen Zusammenhang. Durch die Umwandlung von Grünlandflächen in Ackerland, durch die Nutzbarmachung von Brachflächen und Mooren, durch die Entwässerung von Nass- und Feuchtflächen, durch die Entfernung von Saumstrukturen wie Hecken, Rainen und Gewässerrandstreifen gingen viele Lebensräume der Bodenbrüter verloren und die Populationen wurden dezimiert bzw. ganz ausgelöscht.
Hinzu kamen Veränderungen in der Bewirtschaftungsform. Artenreiche, strukturierte Grünlandflächen wurden umgebrochen, eingeebnet und es wurden Hochleistungsgräser eingesät. Auf diese Weise entstanden artenarme, eintönige Graskulturen, die wenig Lebensraum für Tiere bieten, so dass das Nahrungsangebot für die Wiesenvögel und ihre Jungen unzureichend ist. Besonders gravierend wirkt sich zudem die Stark-wüchsigkeit der neuen Grassorten aus. Der erste Grasschnitt zur Erzeugung von Gras- bzw. Anwelksilage erfolgt jetzt viel früher im Jahr, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Gelege der Wiesenvögel noch bebrütet werden – mit verhängnisvollen Folgen für die Brut. Auch wurden und werden immer noch Grünlandflächen relativ spät im Jahr gewalzt, was zu Totalausfällen bei den schon vorhandenen Gelegen führt.
Überraschend war dann allerdings die Tatsache, dass die Bestände auch dann bzw. dort noch weiter zurückgingen, wenn bzw. wo die Flächennutzung extensiviert wurde. Auch in unserer Region traf dies zu. Obwohl in den 80er Jahren mehrere größere Naturschutzgebiete eingerichtet und in der Folge die landwirtschaftlichen Flächen in diesen extensiviert wurden, setzte sich der Bestandsrückgang von Uferschnepfe, Brachvogel, Kiebitz und Co. fort. So ist der Brachvogel auf Tostedter Gebiet im NSG Obere Wümmeniederung, dort wo es in den 60er Jahren eine stabile, weithin hörbare
Brachvogelpopulation gab, trotz intensiver Bemühungen, geeigneten Lebensraum zu schaffen, seit einigen Jahren ganz verschwunden.
Es müssen also noch andere Faktoren die negative Tendenz verursachen. Zunehmend rückte die Rolle der Prädatoren (=Räuber, Beutegreifer) als Verlustursache in den Vordergrund. Mehrere neuere Untersuchungen haben sich hiermit beschäftigt. Insbesondere zu Aufzuchterfolgen bzw. Verlusten bei Kiebitzen und Brachvögeln gibt es sehr genaue Studien. Die Gelege wurden mit Hilfe von Temperaturfühlern, Beobachtung mit Spektiven und regelmäßigen Kontrollen überwacht, Jungvögel wurden mit Sendern versehen.
Die Ergebnisse der verschiedenen Forschungsarbeiten decken sich im Wesentlichen. Dort, wo die Landwirtschaft als Verlustursache ausgeschaltet werden konnte, fielen bis über 80% der Gelege bzw. Jungvögel Räubern zum Opfer, die Mehrheit in der Nacht. Der Zeitpunkt der Verluste sowie genaue Analysen der ausgeraubten Nester ergaben, dass fast immer Säugetiere, meist Raubsäuger, Verursacher waren und hier zum ganz überwiegenden Teil der Rotfuchs. Neben dem Rotfuchs konnten u. a. auch Hermelin und Steinmarder als Gelegeprädatoren nachgewiesen werden. Greifvögel hatten hingegen nur eine geringe, Rabenvögel praktisch keine Bedeutung als Verursacher der Gelege- bzw. Kükenverluste.
Besonders überraschend ist der Befund, dass die extensive Nutzung von Grünlandflächen nicht zu einem verbesserten Bruterfolg führte, sondern im Gegenteil den Aufzuchterfolg verringerte. Eine extensivierte Nutzung führt möglicherweise zur Erhöhung des Prädationsdrucks. Das Phänomen tritt paradoxer Weise besonders in Schutzgebieten auf, da hier ein Teil der Schutz- und Extensivierungs-maßnahmen auch den Prädatoren zugute kommt. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt zudem die flächendeckende Tollwutschutzimpfung beim Rotfuchs, die trotz der Bejagung zu einem konstant hohen Bestand des Haupträubers geführt hat.
Da die Studien vorwiegend in Schutzgebieten, auf Flächen des Vertrags-Naturschutzes und bei intensiver Gebietsbetreuung bis hin zum Gelegeschutz durchgeführt wurden, konnten Gelegeverluste durch landwirtschaftliche Bearbeitung, wie sie auf anderen Flächen vermehrt auftreten, praktisch völlig unterbunden werden. Verluste traten lediglich durch Viehtritt bei hohen Weideviehdichten und durch steilwandige Entwässerungsgrüppen auf.

Fazit:
1. Bei vielen bodenbrütenden Wiesenvögel ist der Fortpflanzungserfolg nicht ausreichend, um den Bestand zu erhalten.
2. Hauptfaktoren hierfür sind die Landwirtschaft und der Druck durch Räuber.
3. Es zeigt sich, dass Gelegeverluste aufgrund landwirtschaftlicher Aktivitäten durch einen abgestimmten Vertrags-Naturschutz bzw. gezielte Gelegeschutzmaßnahmen durch Markieren der Niststandorte praktisch vollständig verhindert werden können. So konnten die Bruterfolge der Wiesenweihe durch Horstschutzmaßnahmen gegenüber Horsten ohne solche Maßnahmen vervierfacht werden.
4. Prädatoren spielen als Verursacher von Gelege- und Kükenverlusten insbesondere in Schutzgebieten und auf extensivierten Flächen eine herausragende Rolle.
5. Von den Prädatoren haben die Raubsäuger, und hier insbesondere der Rotfuchs, die größte Bedeutung, Greif- und Rabenvögel spielen nur eine untergeordnete Rolle.
6. Zur Erhaltung bzw. Stärkung der Wiesenvogel-Populationen erscheint ein „Prädationsmanagement" erforderlich. Hierunter ist ein Bündel von Maßnahmen zu verstehen, zu denen eine verstärkte Dezimierung des Rotfuchses ebenso zählt wie Vergrämungsmaßnahmen und konkrete Gelegeschutzmaßnahmen an den Brutplätzen der Bodenbrüter.

Quellenangaben:
Boschert, M. 2005
: Gelegeverluste heim Großen Brachvogel Numenius arquata am hadischen Oberrhein - ein Vergleich von 2000-2002 mit früheren Zeiträumen unter besonderer Berücksichtigung der Prädation. Vogelwelt 126:.
Eikhorst, W. 2005
: Schlupf- und Aufzuchterfolg beim Kiebitz
Vanellus vanellus innerhalb und außerhalb des NSG „Borgfelder Wümmewiesen11. Vogelwelt 126.
Grimm, M. 2005
: Bestandsentwicklung und Gefährdungsursachen des Großen Brachvogels Numenius arquata in den Belziger Landschaftswiesen (Brandenburg). Vogelwelt 126.
Junker, S., R. Ehrnsberger & H. Düttmann 2005
: Einfluss von Landwirtschaft und Prädation auf die Reproduktion des Kiebitzes Vanellus vanellus in der Stollhammer Wisch (Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen). Vogelwelt 126.
Langgernach, T. & J. Bellebaum 2005
: Prädation und der Schutz bodenbrütender Vogelarten in Deutschland. Vogelweit 126.
Rysiavy, T. 2005
:. Prädation bei Bruten der Wiesenweihe Circus pygargus in Brandenburg. Vogelweit 126.

brachvo1.jpg (153172 Byte)
Die meisten Brachvogel-Gelege werden zerstört

brachvo2.jpg (142803 Byte)
Brachvogel-Eier und ...

brachvo3.jpg (53406 Byte)
Küken leben gefährlich

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Kiebitz-Gelege und . . .

kiebitz3.jpg (157203 Byte)
Küken sind gut getarnt, . . .

kiebitz.jpg (109401 Byte)
. . . dennoch wird der Kiebitz immer seltener

[Inhalt]

 

Eine Bereisung der Landschaft
Gemeinsame Busfahrt der Naturschutzverbände und der Verwaltung des Landkreises Harburg

Inzwischen haben diese Unternehmungen bereits eine gewisse Tradition. In zwei- bis dreijährigen Abständen findet unter Beteiligung von Vertretern der Landkreisverwaltung und der Umweltverbände eine Bereisung von ausgewählten Orten im Landkreis statt. Vorbereitet wird die Bereisung in einer Gesprächsrunde, wobei insbesondere konkrete Missstände in Sachen Umwelt- und Naturschutz von den Verbänden auf den Tisch gebracht werden, Vorgänge, die ihnen auf den Nägeln brennen und einer Klärung bedürfen. Es hat sich eine erfreuliche Gesprächskultur zwischen Vertretern der Umweltverbände und der Landkreisverwaltung in Person des Landrats und der Abteilungsleiter entwickelt. Und auch der AKN beteiligt sich regelmäßig an den Gesprächen und Bereisungen.
Nachdem in den letzten Jahren die mittleren und östlichen Regionen des Landkreises im Mittelpunkt standen, hatte man sich in diesem Jahr auf den westlichen Teil konzentriert. So traf man sich am Samstag, 16.9.06, bei herrlichem Wetter in Tostedt; der Landkreis hatte einen großen Reisebus bestellt und war vertreten durch den Landrat Herrn Bordt und folgende Abteilungsleiter: Herrn Remper (Bauen u. Umwelt), Herrn Böttcher (Naturschutz), Frau Paulik (Bauabteilung), Herrn Peter (Boden/Wasser/Luft/Müll), Herrn Peters (Bauleitplanung). Frau Beyer (SPD, Vors. des Umweltausschusses), Frau Bischoff (Grüne) und Frau Dr. Dicke (Grüne) waren als Mitglieder des Kreistages erschienen. Die Umweltverbände waren zahlreich vertreten (ca. 20 Personen), u.a. durch Frau Prior (Nabu), Herrn Wolde (BUND) und Herrn Hamann (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald); ebenfalls vertreten waren die Landessportfischer und die Kreisjägerschaft sowie der AKN mit Henry Holst, Carsten Müller und Uwe Quante. Die Runde wurde vervollständigt durch den Umweltbeauftragten des Landkreises, Herrn Friedrich, und von Frau Bolz von der SG Tostedt.
Die erste Station war Todtglüsingen, und zwar dort das Bebauungsgebiet Heidweg/Rosenstraße. Hier stellte Uwe Quante die aus der Sicht des AKN unverantwortbaren Planungen, die nicht nachvollziehbaren Abwägungen und die alle Befürchtungen übersteigenden Auswirkungen der Umsetzung dar (s. auch das hinten folgende Schreiben an den Landkreis). Die Darstellungen führten zu angeregten Diskussionen zwischen den Vertretern des Landkreises und den Umweltschützern, bei denen sich auch Empörung über die verfahrene Situation breit machte. Einigkeit herrschte allerdings über die Tatsache, dass sich solche Missplanungen nicht wiederholen dürften.
Anschließend fuhr der Bus die Gesellschaft zum NSG „Großes Moor" bei Wistedt, wo Herr Quante die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Landkreis und AKN lobte. Dann ging es zur Auebrücke nördlich von Vaerloh. Hier erfolgte eine Besichtigung des Bachabschnittes und Henry Holst erläuterte den Anwesenden die ökologische Problematik und den Sachverhalt bezüglich des Renaturierungsvorhabens an der Heidenauer Aue. Er stellte die wegen der Widerstände von Seiten des Unterhaltungsverbandes und einiger Anlieger bisher vergeblichen Versuche der Edmund-Siemers-Stiftung, des Landkreises und des AKN dar, den Zustand der Aue im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern. Hier wird in Zukunft noch Überzeugungsarbeit zu leisten sein.
Nach der Station an der Aue begab sich die Bereisungsgruppe in Richtung Wennerstorf und verließ das Gebiet der SG Tostedt. Die weiteren Besichtigungsorte waren das Gewerbegebiet bei Wennerstorf mit dem Lidl Zentrallager sowie die mit dem Bau verbundenen Ausgleichsmaßnahmen. Auf dem Ökologiehof Wennerstorf wurden dann die anregenden Diskussionen bei einer Stärkung in Form von leckerem heißen Eintopf intensiv weitergeführt.
Station Nr. 5 war der Aarbach bei Hollenstedt, der durch angrenzende Freiland-Schweinhaltung bei stärkeren Niederschlägen einer erhöhten Gewässerbelastung ausgesetzt ist.
Als sechste Station besuchte man die Bodenabbgrube bei Daerstorf, die nach Vorstellungen der Naturschutzbehörde nicht der „normalen" Sukzession", deren Endstadium eine Bewaldung wäre, überlassen werden darf. Sie sollte sich hingegen durch Schaffung offener Feucht,- und Trockengebiete zu einem wichtigen „Trittsteinbiotop" wandeln.
Als letztes wurde das Bebauungsgebiet „Apfelgarten" in Neu Wulmstorf angefahren. Hier entstehen, direkt an ein Naturschutzgebiet angrenzend, Ein-und Mehrfamilienhäuser für über 1000 Neubürger.
Im Anschluss an die Bereisung wurden die begutachteten Fälle von den Verbänden noch einmal in einem ausführlichen Protokoll zusammengefasst, das verbunden mit konkreten Forderungen an den Landkreis geschickt wurde (siehe anschließendes Schreiben).
Es bleibt festzuhalten, dass diese Form der Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Umweltverbänden sehr zu begrüßen ist. Die Begegnungen mit den „Steinen des Anstoßes" und die persönlichen Gespräche fördern das gegenseitige Verständnis und es besteht die Möglichkeit, Ansätze zu gemeinsamen Lösungen zu finden. Zumindest bleibt aber die Hoffnung, dass sich die besprochen Negativfälle nicht wiederholen mögen.

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Lebhafte Diskussion am Bebauungsgebiet Heidweg/Rosenstraße

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Herr Böttcher (Naturschutzbehörde, li) trägt vor, daneben Herr Peters (LKr), Frau Bischoff (Grüne), Herr Bordt (Landrat)

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Auf der Auebrücke: Henry Holst (AKN) erläutert die Probleme

 
[Inhalt]

Schreiben der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände (§29) im Lkr. Harburg

Sehr geehrter Herr Bordt,
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten mit unserem heutigem Schreiben uns zunächst noch einmal bedanken für die von Ihnen veranlasste Bustour am 16.09. durch Teile des westlichen Landkreises und Ihr großes Verständnis während der Tour für die vorgetragenen Sorgen und Probleme der vor Ort arbeitenden Naturschutzverbände.
Ganz besonders möchten wir uns ausdrücklich auch bedanken bei den Mitarbeitern Ihrer Verwaltung, die den „dienstfreien" Samstag geopfert haben, sich mit uns vor Ort zu informieren und auch das persönliche Gespräch mit uns zu suchen – z.B. beim Imbiss in Wennerstorf.
Nachfolgend erlauben wir uns Ihnen noch einmal unsere Positionen zu den aufgesuchten „Busstationen" vorzutragen. Die in den verschiedenen Beiträgen zum Ausdruck kommenden teilweise deutlichen Aussagen, bitten wir uns nachzusehen, verdeutlichen diese doch unsere große Sorge um den Natur- und Artenschutz (Biodiversität), den Verlust großflächigen Landschaftsschutzes und die Erholungseignung im allgemeinen in unserem Landkreis.

1. Erster Bereisungspunkt war das Neubaugebiet Heidweg/Rosenstraße in Tostedt-Todtglüsingen (B-Plan 34). Herr Quante trug vor:

Ø Der B-Plan wird vom BUND als Paradebeispiel für missglückte Planungen und unzureichende Abwägungen empfunden.
Ø
Der Arbeitskreis Naturschutz und später auch der Landkreis Harburg hatten die Gemeinde Tostedt frühzeitig auf die Wertigkeit des beplanten Gebietes hingewiesen.
Ø
Trotz der Kenntnis der schützenswerten Bachaue mit drei §28a-Flächen wurden die Planungen fortgeführt und umgesetzt.
Ø
Die festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen waren unwirksam, was im Vorfeld der Planung bereits erkennbar und vom AKN der Gemeinde mitgeteilt worden war.
Ø
Durch die Bebauung wurde die Bachaue mit ihren Sumpfbereichen, dem Nassgrünland und Hochstaudenfluren , incl. der §28a-Flächen, zerstört. Der Bach wurde trotz Renaturierungsmaßnahmen in seiner Qualität nachhaltig negativ beeinflusst, insbesondere durch die Senkung des Wasserhorizontes.

Es bleibt festzuhalten, dass die Planungshoheit bei der Gemeinde Tostedt lag und der Landkreis nur Hinweise geben und Bedenken äußern kann.
Allerdings ergeben sich aus unserer Sicht folgende Versäumnisse beim Landkreis:

Ø Die Zerstörung der §28a-Flächen wurde vom LKr. nicht nachdrücklich verfolgt und geahndet.
Ø
Der Landkreis hat die Eingriffe in den Wasserhaushalt geduldet: während der Bauphase und auch danach wurde und wird auf den Grundstücken Wasser abgepumpt, da nur so der Bau der Fundamente und Keller möglich war bzw. ist. Die Absenkung des Wasserhorizontes war aber nicht genehmigt worden und ist Hauptursache für die Zerstörung der schützenswerten Biotope!

Fazit: Es kann nicht sein, dass der Land kreis die Schaffung von Tatsachen gegen geltendes Recht duldet.
Wir fordern daher
:

Ø Der LKr. muss sich nachdrücklich und konsequent für die Erhaltung der bekannten §-28a-Flächen einsetzen und darf ihre Zerstörung im Rahmen der Bauplanung nicht dulden.
Ø
Der LKr. muss frühzeitig und konsequent die Einhaltung der wasserrechtlichen Belange verfolgen und darf ungenehmigte Eingriffe nicht dulden.
Ø
Der Landkreis muss die Gemeinden bei nicht fachgerechter Abwägung auf die Konsequenzen und mögliche Forderungen auf Rückbau hinweisen.

2. Das NSG „Großes Moor bei Wistedt" war die zweite Station. Herr Quante lobte hier die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Landkreis und den Verbänden, insbesondere zwischen der Naturschutzbehörde und dem AKN. Diese Zusammenarbeit zeigt Erfolg in den wunderbaren Auswirkungen der Renaturierungsmaßnahmen: das Moor erholt sich sichtbar und bietet verbesserten, vielfältigen Lebensraum für viele bedrohte Tiere und Pflanzen.
Fazit:
Wir erhoffen uns die Fortsetzung der überaus positiven Zusammenarbeit zwischen LKr. und Verbänden.

3. Die Heidenauer Aue wurde als dritte Station angefahren. An der Brücke, zwischen Heidenau und Vaerloh erfolgte eine Besichtigung des Bachabschnittes und Herr Holst (AKN-Mitglied und zugleich ortsansässiger Hydrobiologe) erläuterte den Anwesenden die ökologische Problematik und den Sachverhalt bezüglich des Renaturierungsvorhabens an der Heidenauer Aue.

Ø Die Heidenauer Aue ist, als Teil des Einzugsgebietes der oberen Oste, ein typisches Fließgewässer der Geest und teilt das ökologische Schicksal der meisten norddeutschen Flachlandbäche:
Ø
Im Zuge des Ausbaues vor über 90 Jahren wurde der Bachlauf um ca. 19% verkürzt, das Gewässerbett aufgeweitet und vertieft und der typische Uferbewuchs (Erlen und Weiden) entfernt.
Ø
Als Gewässer 2.Ordnung unterliegt die Aue seit ca.1960 einer regelmäßigen maschinellen Gewässerunterhaltung (Entkrautung, Ufermahd und Grundräumung) seitens des Unterhaltungsverbandes Obere Oste.
All diese Maßnahmen führten zu einem dramatischen Verlust der strukturellen Güte und somit auch der Artenvielfalt:

Ø
Das mäandrierende System mit unterschiedlichsten Strömungsverhältnissen wich einem monotonen, langsam fließenden Entwässerungsgraben, dessen ehemals kiesgeprägtes, heterogenes Gewässerbett nun mit einer mächtigen Sandschicht bedeckt ist- Folge einer starken Ufererosion.
Ø
Mangelnde Beschattung führte zu einer starken Beeinträchtigung des Sauerstoff/Temperatur-Gefüges.
Ø
Das Einzugssystem der Aue wird zu einem hohen Anteil landwirtschaftlich genutzt. Fehlende Gewässerrandstreifen bewirken einen hohen Nährstoff,- Biozid- und Sedimenteintrag in das Gewässer. Dies führt zu einer drastischen Reduktion der Artenvielfalt, insbesondere bei der Makroinvertebraten (Wirbellose)-, und Fischfauna.

Aber:
Wie in der EU-Wasserrahmenrichtlinie gefordert, muss auch für die Heidenauer Aue bis 2015 der „gute ökologische Zustand" erreicht sein.
Ein Unterhaltungsrahmenplan für die Heidenauer Aue, basierend auf Basisuntersuchungen, wurde bereits 1996 aufgestellt und „soll im Spannungsfeld zwischen Vorflutsicherung und Naturschutz Handlungssicherheit" geben (Tschöpe, 1996). Darüber hinaus wurde im Jahr 2004 eine Diplomarbeit von der Universität Hamburg über die Aue angefertigt (Grabowsky, 2004) in der u.a. eine detaillierte Strukturgüte-kartierung erfolgte und Maßnahmenkonzepte und Umsetzungsmöglichkeiten im Sinne der WRRL aufgelistet wurden. Dieses vorhandene Datenmaterial, die Kooperationsbereitschaft der Gemeinde Heidenau sowie die Existenz eines bereits renaturierten kurzen Bachabschnittes (Flächen der Edmund Siemers Stiftung, betreut vom AKN) bewogen den Landkreis Harburg, hier ein Renaturierungsvorhaben als Pilotprojekt mit starker Signalwirkung umzusetzen. Um eine möglichst hohe Akzeptanz seitens der Bevölkerung und der Anlieger zu erreichen, wurde ein Informationsabend veranstaltet, an dem u.a. Anlieger, Landkreis, Uni-Hamburg und der Unterhaltungsverband (UV) teilnahmen. Nach der erneuten Vorstellung der Diplomarbeitsergebnisse kam es jedoch rasch zu einem Stimmungsumschwung und zu massiver Ablehnung seitens der Anlieger, initiiert durch den UV. Statt die Bedenken der anliegenden Bauern zu entkräften, wurden Ängste geschürt und die Fronten verhärtet.
Wir fordern den Landkreis auf,

Ø erneut mit den einzelnen Anliegern Kontakt aufzunehmen, ggf. Informationsmaterial bereitzustellen, um die Diskussion wieder in eine sachliche Ebene zu bringen und danach konkrete Handlungsschritte zu planen.
Ø
Darüber hinaus müssen mit dem Unterhaltungsverband Obere Oste dahingehend Gespräche geführt werden, dass die hier angedachten Maßnahmen gesetzlich abgesichert, ja sogar vorgeschrieben sind und eine kontraproduktive Haltung seitens des UV nicht toleriert werden kann.
Ø
Der Arbeitskreis Naturschutz der SG Tostedt, der durch zahlreiche Betreuungsmaßnahmen die Schaffung und den Erhalt ökologisch wertvoller Flächen ermöglichte, könnte hierbei auch eine Schlüsselstellung einnehmen, z.B. bei der manuellen Gewässerunterhaltung.

4. Gewerbegebiet bei Wennerstorf: Die gemeinsame Besichtigung der ökologischen Ausgleichsflächen als Ersatz für Eingriffe durch die gewerbliche Ansiedlung eines Verteilzentrums zeigt überdeutlich auf, wie ein wertvolles „Rote-Liste-Biotop" (wertbestimmende Art: Springfrosch) durch nicht spezifisch auf diese Art eingehende Darlegungen eines Fachgutachtens gefährdet und durch Realisierung des Vorhabens letztlich vernichtet wird.
Es zeigte sich während der gemeinsamen Begehung, dass der Eingriff für die wertbestimmende Art trotz erheblicher finanzieller Aufwendungen (1Mio Euro) für aufwendigste Ausgleich- und Ersatzmassnahmen und bautechnischer Bemühungen des Investors nicht ausgleichbar gewesen ist. Und es bleibt die Kritik in der Ausführung der Ausgleichsmassnahmen bestehen:

Ø Tunnelabstände sind teilweise zu dicht und zu tief (Leiteinrichtungen zu lang),
Ø
Krötenzäune (Plastik) werden nicht bedient, Pflege nicht sichergestellt,
Ø
Ständiger Drainwasserabfluss, auch bei Trockenheit,
Ø
Lange Entwässerungsleitung (ca. 4 km), statt örtlicher Versickerung (Grundwasserneubildung),
Ø
Offene Flächen im Estebereich aufgewaldet.

Nach Kenntnis der Verbände hatte auch die Leitung der Landkreisverwaltung unter Hinweis auf das RROP und die große Erholungseignung des dort ursprünglich vorhandenen Waldes, einen alternativen Standort auf der anderen Straßenseite bevorzugt.
Nach Auffassung der Verbände wird auch hier die große Verantwortung der Naturschutzbehörde des Landkreises sehr deutlich. Die UNB muss gegenüber den Gemeinden in den Stand versetzt werden, im Rahmen einer UVP steuernd einzugreifen, ggf. auch einen geplanten Eingriff in eigener Verantwortung zugunsten des Naturschutzes abwehren zu können. Das bestehende §28a Biotop mit seinen Einzugsbereichen hätte nicht frei gegeben werden dürfen.

5. Aarbach: Die Gewässerbelastung des Aarbaches wird durch die Schweinehaltung bei erneuter Nutzung des bachnahen Grundstückes erhöht. Es wird vorgeschlagen einen größeren Abstand > 10m vom Gewässerrand auf dem Verhandlungswege durchzusetzen, ggf. auch einen Abfanggraben herzustellen mit eigener Vorflut. Die Verbesserung des Gewässers im Bereich der BAB und des dort befindlichen RRB wurde in guter Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Landkreises gesichert: „Neues RRB im Nebenschluss an den Bach".

6. Daerstorf: Die Bodenabbaustelle bei Daerstorf soll nach Vorstellungen der Naturschutzbehörde, wie Herr Böttcher erklärte, nicht weiter der völligen Sukzession überlassen bleiben und vor allem nach neuen Überlegungen durch „Offenbereiche" zu einem wichtigen Trittsteinbiotop werden in einem ansonsten weitgehend ausgeräumten Landschaftsraum. Eine mögliche Zusammenarbeit mit dem BUND und der Naturschutzbehörde wird allgemein begrüßt. Die von der Nachbargemeinde geplante Einrichtung eines Hundekampfplatzes wird von allen Beteiligten abgelehnt.

7. Apfelgarten: Die Naturschutzverbände sehen die Aufstellung des B-Planes durch die Gemeinde Neu Wulmstorf sehr kritisch. Bemängelt wird vor allem das dazu aufgestellte Gutachten und die dazu vorgenommene Art und Weise der Kartierungen durch nicht nachvollziehbare Methoden. Erst durch sehr deutliche Vorstellung der beteiligten Naturschutzverbände wurden Nachbesserungen erreicht.
Aus den hier gemachten Erfahrungen der Verbände wird verstärkt abgeleitet, dass zukünftig Mindestansprüche für Fachgutachten zu fordern sind.
Dazu ergibt sich zukünftig die Forderung an den Ldr., der Naturschutzbehörde mehr Gewicht und mehr Mitwirkungsrechte sowie mehr Entscheidungskompetenzen in eigener Verantwortung an die Hand zu geben, bei

Ø der Auswahl der Gutachter und
Ø
der Qualität der Aussagen der bestellten Gutachter - Mindestanforderungen für Fachgutachten -.
Ggf. müsste die Naturschutzbehörde ein Vetorecht gegenüber der planenden Gemeinde haben, falls naturzerstörerische Vorhaben seitens der Gemeinden rücksichtslos – siehe oben – weiterhin durchgesetzt werden sollten.

Wir möchten zu den oben genannten Problembereichen und auch zu weiteren Punkten, die uns beschäftigen, mit Ihnen im Gespräch bleiben.

 
 
 

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Die Aue:begradigt, ohne
Randstreifen, . . .

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. . . eingetieft und fast ohne Ufergehölze

 
 
 
 
 
[Inhalt]

 

Das Schackern verrät sie
Unsere Drosseln – Die Wacholderdrossel

Welch‘ ein wunderschöner Vogel! Mit der kontrastreich zonierten Fleckung an Kehle und Brust, dem grauen Kopf, dem braunen Rücken mit grau braunen Schwung- und mehr oder weniger schwarzen Schwanzfedern gehört diese Drossel zu den auffälligen Vögeln unseres Landes. Und doch kennen diesen Vogel nur wenige.
In den letzten Jahren kommt es allerdings immer häufiger vor, dass mich im Winterhalbjahr Freunde und Bekannte schon mal anrufen, um nach dem Namen „eines wunderschönen drosselgroßen Vogels" zu fragen, der gerade im Garten auf einem Beerenstrauch sitzt, „dick aufgeplustert mit fleckiger Kehle, weißem Bauch, mit wunderschönen Farbübergängen zwischen diesen Körperteilen, auch zwischen dem grauen Kopf und dem braunen Rücken". Solche Schilderungen enden fast immer mit dem Satz: "Den habe ich hier noch nie gesehen !"
Im Winter als Gast in den Gärten, auch am Futterhaus gelegentlich, vor allem, wenn Äpfel auf der Erde darunter ausgelegt wurden, im Winter fällt so manchem dieser schmucke Vogel auf, wenn er – bei entsprechender Kälte – dick aufgeplustert mit seinen Farben regelrecht prahlt. Im Spätsommer und Herbst vor allem erkennen geübte Vogelfreunde diese Drossel an ihrem schackernden Ruf aus meist größeren Vogelschwärmen heraus, im Flug und auch aus den beerentragenden Bäumen und Sträuchern heraus, an Feldwegen und aus Feldgehölzen. Lokal hat ihr dieser Ruf daher den Namen „Schacker" eingebracht. Als Brutvogel im Frühjahr und Frühsommer ist dieser Vogel bei uns den meisten Menschen unbekannt. Lückenhaft ist seine Verbreitung bei uns und sporadisch sein Auftauchen. Trotzdem ist diese Drossel als Brutvogel fester Bestandteil unserer Vogelwelt. Der aufmerksame Beobachter entdeckt diese schöne Drossel daher durchaus: als Einzelpaar, meist aber als kleine Kolonie von 2 – 4 Paaren in unseren gehölzdurchsetzten Wiesen- u. Weidelandschaften, oft auch an den Rändern unserer Dörfer, an Waldrändern und in Feldgehölzen – mit einem Satz: in halboffenen parkähnlichen Landschaften. Mit der Bevorzugung halboffener Landschaften verweist die Wacholderdrossel auf ihre ursprüngliche Heimat, die westsibirische lückige Waldtundra hin. Von hier hat sie sich immer weiter westwärts ausgebreitet und schon im vorletzten Jahrhundert Westeuropa erreicht, es aber so richtig erst im letzten Jahrhundert erobert.
Zur Zeit der Brut im Frühjahr verraten sich die Vögel oft durch ihr Schackern, das Kontaktruf und in bestimmter rhythmischer und lautlicher Veränderung auch Warnruf ist.
Im Bereich der Wümmeniederung zwischen Ottermoor und Dreihausen habe ich diese Drossel seit den 60er Jahren jährlich als Brutvogel angetroffen, 1969 z.B. in einem Wiesen-Feldgehölz, vorwiegend mit Schwarzerlen und Moorbirken, mit 5 Brutpaaren in einer kleinen Kolonie. Die Nester standen auf Birken (3) und Erlen (2), in auffällig unterschiedlichen Höhen. 2 x gerade einmal knapp 3m hoch, 1x ca. 5m, 1x ca. 8 und 1x etwa 10m hoch in einer Erle. Alle Nester auf einer Fläche von ca. 50 x 60m. Das Alter der 5 Gelege war auch sehr unterschiedlich: 2x lagen Eier im Nest, 2x fanden sich ca. 8 Tage alte Jungvögel, 1x wohl schon fast flügge Junge im Nest (es war das höchstgelegene Nest in einer Erle, die nicht zu besteigen war).
Betritt man ein Gehölz mit einer solchen Wacholderdrossel-Kolonie, dann ist die sich dort ausbreitende Erregung nicht zu überhören und auch nicht zu übersehen.
Man braucht dann nur die Bäume abzusuchen, den Blick am Stamm emporlaufen zu lassen.
Das typische fest gebaute Drosselnest steht (fast) immer in relativ kräftigen Astgabeln, direkt am Stamm. So war es hier jedenfalls, eine ähnliche Bevorzugung, wie sie auch die Misteldrossel zeigt.
Südlich des Großen Torfmoores bei Otter allerdings fand ich 1972 eine kleine Kolonie von 3 Nestern in einer großen, freistehenden Eiche. Alle drei Nester standen auf den z.T. tief und weitausladenden unteren Ästen des stattlichen Baumes, mehr als 3m vom Stamm entfernt, auf verschiedenen Seiten des Baumes und in verschiedenen Höhen. Das niedrigste nur etwa 2,5m über dem Boden.
Auch solche Neststandorte werden immer wieder von der Wacholderdrossel beschrieben. (Die Eiche steht übrigens auch heute noch auf der Weide; sie wurde nur in den 80er Jahren ihrer unteren Äste durch einen barbarischen Eingriff beraubt!)
6 Eier im Nest eines Erstgeleges eines Jahres sind keine Seltenheit. Das findet sich bei uns hier in Norddeutschland meistens nicht vor Anfang Mai.
Noch bis weit in den Mai hinein tauchen bei uns nach Norden und Osten durchziehende Drosselschwärme auf, meist Rot- und Wacholderdrosseln gemischt. Auffallend ist dann oft ihr „Chorgesang" aus den Baumwipfeln, leise zwitschernd, schwätzend und, wie auf Kommando, von einer Sekunde auf die andere endend, vielleicht ausgelöst durch eine Störung. Erstaunlich aber bleibt die Abruptheit, die Gleichzeitigkeit des Aufhörens so vieler, oft hunderter Vögel!
Leise schwätzender Gesang wird auch im Brutrevier vom einzelnen Männchen geboten, ohne die melodische Klang- u. Distanzwirkung wie bei Amsel, Singdrossel und Misteldrossel. Zweitbruten sind selten nachgewiesen, Nachbruten bei Verlust der ersten Brut schon. Da aber die Wacholderdrosseln bei Brutverlust sehr unstet reagieren, meistens mit Verlassen des Gebietes, gibt es hier kaum verlässliche Beobachtungen.
Bis Mitte Juli können bei uns ausfliegende Jungvögel beobachtet werden aus späten Erst- oder Nachgelegen. Hauptnahrung dieser Drossel im Frühjahr und Frühsommer sind Regenwürmer, sie machen auch 50 – 70 % der an die Jungvögel verfütterten Nahrung aus. Der Rest besteht aus Insekten und Spinnen. Erst ab Juli/August, mit der Reifung der Früchte und nach der Aufzucht der Jungen, nimmt der Verzehr von Beeren und anderen Früchten zu, die dann im Winter zur Hauptnahrungsquelle werden können.
Dieser Tatsache verdankt die Wacholderdrossel auch ihren Namen als Krammetsvogel (von Krammetsbeere = Ebereschen/Vogelbeere; möglicherweise auch von ahd. Kranavit = Wacholder).
Noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts wurde diese Drossel zu Tausenden in sog. Dohnenstiegen gefangen und verzehrt (Dohnen = Schlingen aus Pferdehaaren an bogenförmigen Bügeln mit Ebereschen präpariert, in den Boden gesteckt). Das Jagdgesetz von 1952 und Naturschutzverordnungen schon von 1936 verbieten seitdem das Aufstellen von Dohnen.
Gerade vor ein paar Wochen fand ich unter den Randbäumen eines kleinen Gehölzes nahe der Oste die Rupfung einer Wacholderdrossel, die federleichte Hinterlassenschaft also eines vom Sperber oder Habicht erbeuteten Vogels, wohl aus einem rastenden Schwarm gerissen.
Ziehen und rasten im Schwarm erhöht die Sicherheit des einzelnen Vogels. Viele Augen und Ohren sehen und hören mehr ! Auch das Brüten in Kolonien führt nachweislich zu erhöhtem Bruterfolg durch vermehrte Aufmerksamkeit, größere Abschreckung durch frühes vielstimmiges Warnen und vielflügeliges aggressives Umfliegen des potentiellen Nesträubers.
An Nachweisen von Brutplätzen/Bruten dieser schönen Drossel ist der Autor sehr interessiert.
Die Saison 2007 bietet dazu neue Gelegenheiten.
Herr Gerhard Boldt aus Handeloh war lange Jahre seines Lebens ein aktiver Vogelfotograf. Tausende von erstklassigen Farbdias sind das Ergebnis. Auch heute noch, mit 91 Jahren, fotografiert er aus seinem Fenster die Vogel-Gäste am gut postierten Futterplatz am Haus. Er hat mir viele seiner wertvollen Fotos geschenkt. Zwei davon hier zur Illustration. Vielen Dank Herr Boldt. Mehrfach im Jahr vereinen uns lebhafte Gespräche über alle erdenklichen Themen und natürlich auch über die Vogelwelt.

Quellen:
Wenzel: Das Bilderbuch der Vögel
Glutz u. Bauer: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Bd. 11/II

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Wenn Äpfel ausgelegt sind, kommt die Wacholderdrossel im Winter gern in unsere Gärten

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Nach der Fütterung der Jungen

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6 Eier im Nest sind keine Seltenheit

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Sanddornbeeren, eine beliebte Nahrung auf dem Herbstzug

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Kurze Rast auf dem Herbstzug

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Wunderschöne Eiche beim Großen Torfmoor, Brutbaum für 3 Drosselpaare, inzwischen durch Menschen verunstaltet

[Inhalt]

 

Eine unendliche Geschichte
Das Amphibienleitsystem an den Holmer Teichen wurde möglich durch die Unterstützung vieler

Was lange währt ... Seit 25 Jahren wurde an der vielbefahrenen Kreisstrasse K28 – in jedem Frühjahr wieder – ein Krötenzaun gestellt, um die zu ihren Laichgewässern anwandernden Molche, Kröten und Frösche sicher über die Straße befördern zu können. Seit mehreren Jahren wurden mit umfangreichen Berichten die Ergebnisse der Zaunkontrollen dokumentiert und bewertet. Diese Berichte wurden an alle mit Naturschutz bzw. Artenschutz befassten Stellen von Land, Kreis und Stadt verschickt. Daneben wurden Projektskizzen und Finanzierungspläne entworfen und an mögliche Förderer versandt. Jetzt hat es – mit tatkräftiger Unterstützung insbesondere vom Landkreis Harburg und der Stadt Buchholz – endlich geklappt ! EU, Land, Kreis, Stadt sowie Bingo-Umweltlotterie haben den Bau des Amphibienleitsystems an den Holmer Teichen möglich gemacht – die Aktion Krötenrettung als Initiator konnte 10.000 € an Spendengeldern für die letzten und damit natürlich wichtigsten Meter der Leiteinrichtung beisteuern.

Den vergangenen Sommer über wurde gewaltig gearbeitet – jetzt steht die Anlage.

Was wurde alles erstellt ?

Wesentliche Bestandteile sind die Leitelemente und die Tunnel. Die Leitelemente sind etwa 50 cm hohe Betonteile, die verhindern, dass die anwandernden Tiere auf die Straße gelangen, zwei kleine Vorsprünge verhindern ein Überklettern. Damit werden die Amphibien gezwungen, immer an der Wand lang bis zu einem Tunnel zu laufen, durch den hindurch sie auf die andere Straßenseite kommen. Im Tunneleingang, auf dem Foto gut zu sehen, sind kurze, in den Tunnel hinein ansteigende Rampen eingebaut, die ein zügigeres Einwandern der Tiere bewirken. Die Tunnel selbst sind 1 m breit und 50 cm hoch. Solche Dimensionen werden benötigt, damit die Amphibien – bei der gegebenen Länge – Licht am Ende des Tunnels und damit den Ausgang erkennen können. Sonst würden sie nicht hineinlaufen.

Von den Leitelementen sind insgesamt etwa 1.200 m verbaut worden, jeweils 600 m pro Straßenseite. Außerdem wurden zehn Tunnel in der Straße verlegt. Damit wird nicht nur die Anwanderung zum Laichgewässer gesichert, sondern auch die Rückkehr der Tiere, die abgelaicht haben, und natürlich kommt – später im Jahr – auch der nur etwa zentimetergroße Nachwuchs sicher auf die andere Straßenseite. Darüber hinaus jedes andere Tier, egal ob Igel, Fischotter oder Dachs.

Damit für die betriebliche Nutzung auch weiterhin der Zugang zu den Fischteichen und in den Wald gewährleistet ist, wurden sog. Stopprinnen eingebaut (siehe Foto), über die wohl jedes Fahrzeug rollen, aber kein Frosch klettern kann. Die Tiere fallen durchs Gitter – und müssen den nächsten Tunnel nutzen.

Warum solch ein Aufwand für die Amphibien ?

Die Holmer Teiche sind von herausragender Bedeutung für den Naturschutz in ganz Niedersachsen (Zitat Niedersächsisches Landesamt für Ökologie) ! Hier lebt die größte bekannte Population des Moorfrosches in Niedersachsen, hier existiert eines der fünf größten Vorkommen des Kammmolches im Land, und hier gibt es eine außergewöhnlich große Population des Grasfrosches, einer Art mit rückläufigem Trend in Deutschland. Daneben fühlen sich hier acht weitere Amphibienarten wohl, 1999 wurden am Zaun insgesamt über 8.200 Individuen festgestellt.

In Zusammenhang mit der FFH-(Flora-Fauna-Habitat)-Richtlinie muss dem Gebiet auf Grund von über 750 nachgewiesenen Kammmolchen sogar eine internationale Bedeutung beigemessen werden (Zitat Niedersächsisches Landesamt für Ökologie) ! Dies haben alle, die etwas von Naturschutz verstehen, erkannt, sie haben daher die Maßnahme ohne Vorbehalte befürwortet – auch die Verbände wie NABU, BUND und AKN.

Bekanntermaßen wird „der Krötentunnel in Holm" in der lokalen Presse nicht eben mit Wohlwollen bedacht.

Bedauerlicherweise hat Herr Schrader aber immer noch nicht begriffen, dass es hier um Mittel aus dem „Naturschutztopf" geht, aus dem die Gelder ausschließlich für Naturschutzmaßnahmen ausgegeben werden können, und nicht etwa für Straßenbauprojekte oder Kindergartenbau.

 

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Blick entlang der Leiteinrichtung

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Stopprinne

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Blick in den Tunnel

[Inhalt]

 

 

Aktivitäten des AKN im Sommerhalbjahr 2006
Begehungen, Bereisungen, Treffen, Sitzungen, Arbeits- und Pflegeeinsätze
Di.09.05.06: Teilnahme an der Sitzung des WBPU-Ausschusses der Gem. Heidenau (Wasser-, Boden-, Planungs- u. Umwelt-Ausschuß),

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Ausmähen des Elektrozaunes

Do.11.05.06: Donnerstag-Exkursion zur Pachtweide, Wistedter Berg
Fr. 12.05.06: Führung u. Information zur Schmokbach-Umgestaltung für den Siemers-Stiftungs-Vorstand in Neddernhof,
So. 14.05.06: AKN-Infostand auf dem Hamster-Markt,Tostedt,
Di. 23.05.06: Begehung u. Beratung der Fam. Böhmker zur Gestaltung ihres Naturgrundstückes in der Fuhlau-Aue/Welle,
So. 18.06.06: AKN-Info-Stand auf Hof Quellen,
Mi. 28.06.06: Ausmähen des Elektrozaunes auf der Dallmann-Weide,
Do. 29.06.06: Donnerstag-Exkursion, Obstbaum-Anpflanzung Quellner Straße,
Fr. 30.06.06: Planungsgespräch in Neddernhof (Siemers-St.) zur Renaturierung des Schmokbaches und eines Fischteiches,  
So. 02.07.06: AKN Exkursion ins Rauhe Moor und ins Springmoor,  
Mi. 12.07.06: Begehung von versch. Flächen (Trelder Moorkoppel, Dössel, Avenser Wiehe) mit Nicola Matthies, der neuen Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft Hollenstedt,

 

So. 16.07.06: Ortstermin an den Dittmer-Teichen mit Vorstand und Mitglied Alexander Gröngröft: Besprechung seiner Untersuchungsergebnisse zu Boden, Wasserführung etc.,
Mi. 19.07.06: Mahd bestimmter Binsenbestände mit dem Freischneider auf unserer Pachtfläche Wistedter Berg,
Do. 20.07.06: Treffen in Heidenau mit Bgm. Frau Randt, Herrn Hirt (Landkr. Harburg) und Vertretern des Kalber Wasser- u. Bodenverbands. Thema: Wiedervernässung Großes Everstorfer Moor,
Fr. 28.07.06: Begehung mit Herrn Gumz (Lkr. Harburg) von versch. Flächen: Schmokbach, Ottermoor, Grundstück der Fam. Böhmker u.a.,
Do. 03.08.06: Donnerstag-Exkursion, Wildwuchsgarten von Günther Knabe,
Mi. 09.08.06: Zusammentragen von Mähgut auf Pachtfläche am Wistedter Berg,
Mi. 16.08.06 + Di. 22.08.06: Begehungen versch. Teilflächen in den NSGs Obere Wümmeniederung, Gr. Moor, Everst. Moor mit Herrn Hirt (Lkr. Harburg): Pflege- u. Entwicklungsmaßnahmen, Projekt Wiesentümpel,
Mo. 21.08.06: Vorexkursion in die Wümmeniederung südlich Otter,
So. 03.09.06: AKN-Exkursion ins NSG „ObereWümmeniederung",
Sa. 16.09.06: Busrundfahrt mit Landkreis- u. Naturschutzverbandsvertretern: SG Tostedt; SG Hollenstedt/Neu-Wulmstorf,
Do 21.09 + Sa. 23.09.06: Mahd der Poppenwischen und Abräumen des Mähgutes,  
Mo. 25.09 + Mi. 27.09.06: Gezielte Beseitigung der Späten Traubenkirsche auf der Jilsbachbrache u. auf dem Heiderücken i.d. Wümmeniederung,  
Mi.04.10.06: Prüfung eines Erlenbruch-Geländes mit Mergelgruben für eine mögl. Tümpelanlage mit Jäger Alpers (Wüstenhöfen),

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Die nachgepflanzten Obstbäume müssen gewässert werden

Di. 05.10.06: Scoping-Termin zum Antrag der Betreiber-Firma auf Erweiterung des Kiesabbaus in der Weller Sandgrube, mit Vertretern des Landkr. u. zahlr. Vertretern Öffentl. Belange,
Mo.09.10.06: Bodenuntersuchungen auf der Maack-Fläche (Tümpelanlage) und Freistellung des Nordquerweges im Gr.Moor für den Bagger,
Mi.11.10.06: Vorsägen an den beiden Teichen im Großen Torfmoor als Vorbereitung für die Baggerarbeiten,
Do.12.10.06: Herbsttreffen der AKN-Arbeitsgruppe Handeloh,
Do.12.10. + Fr.13.10.06: Vorbereitende Bodenuntersuchungen u.a., sowie Gespräche mit Herrn Siemers über Vorgehensweise bei der Schmokbach- u. Teich-Renaturierung,
Sa. 14.10. + Mo.16.10.06: Abräumen der gefällten Gehölze um die beiden Teiche im Gr.Torfmoor herum,
Mi.18.10.06: Herbstreffen der AKN-Arbeitsgruppe Heidenau,
18./19./20/23/24./
25./26./ 27.10.06:
Betreuung der Baggerarbeiten durch Günther Ratjen von der Firma Pankop zur Wiedervernässung im Gr. Torfmoor u. Gr. Moor, sowie bei der Erstellung dreier Wiesentümpel,  
Sa.28.10.06: Setzung von Grenzpfählen auf dem AKN-eigenen Wald- u. Quellgrundstück Avenser Wiehe, durch die Arbeitsgruppe Heidenau,  
Sa.21.10.06: Zaunreparaturen am Dössel (1. Teil),  
Mo.30.10.06: Betreuung der Baggerarbeiten am Handeloh-Weller Grenzgraben zur Erweiterung des Grabenvolumens,  
Mo.30.10.06: Teilnahme Sitzung des WBPU-Ausschusses der Gem. Heidenau,  
Sa. 04.11.06: a) Arbeitseinsatz a.d. Quellner Straße: Nachpflanzung von Obstbäumen b) Arbeitseinsatz der Hdl. Gruppe auf der Drögen Heide (Beseitigung der Späten Traubenkirsche),  
Do.09.11.06: Ortstermin mit Vertretern des Landkr. (Gumz/Cordes), der Landwirtschaftskammer und Landwirt Schippmann (Heidenau) am Füssel. Thema: Abnahme des Wassers durch die Siemers-Stiftungsfläche hindurch zur Aue.  
Sa.18.11.06: Pflanzung von Sträuchern in der Oste-Aue als Ersatzmaßnahme für die Beseitigung des Fichtenwäldchens a.d. Quellner Straße.  
 

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