Das Projekt Schwalbenhaus – Wohnungsangebot für Mehlschwalben

 

Früher als Frühlingsboten von den Dorfbewohnern stets herbeigesehnt sind Schwalben heutzutage in den Dörfern eher selten geworden. Es gibt verschiedene Gründe für diese Entwicklung. Zum einen bietet unsere Landschaft den Vögeln immer weniger Insekten als Nahrung. Zum anderen fehlt es den Vögeln vielfach an geeigneten Nistmöglichkeiten in Ställen bzw. an Häusern mit großem Dachüberstand. Teilweise wären Nistmöglichkeiten zwar vorhanden, aber dann fehlt es häufig an der Bereitschaft der Hausbesitzer, ihre Anwesenheit zu dulden. Insbesondere die Mehlschwalben, die außen unter dem Dach ihre Nester bauen, sind häufig nicht gerne gesehen, da die Jungen ihren Kot über den Rand des Nestes absetzen und so den Boden unter dem Nest oder die Hauswand beschmutzen.

Der Arbeitskreis Naturschutz Tostedt hatte im letzten Jahr zu einer Schwalbenzählung aufgerufen und feststellen müssen, dass es in der Samtgemeinde Tostedt nur noch ca. 150 Mehlschwalben- und ca. 70 Rauchschwalbenpaare gibt. Als eine Sofortmaßnahme beschloss der Verein daraufhin, für Mehlschwalben sogenannte Schwalbenhäuser zu errichten. Dank einer großzügigen Förderung durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises konnte das erste dieser Häuser bereits in diesem Jahr am Bahnhof in Handeloh errichtet werden:

 

Das Schwalbenhaus ist in Handeloh eingetroffen. Oliver Wegener (Fa. AGROFOR), Sabine Bolz (SG Tostedt, hinten), Uwe Quante, Vilmut Brock und Karsten Müller (AKN) sowie der Bürgermeister von Handeloh, Heinrich Richter, warten gespannt auf die Montage

(Foto: U. Quante)

Mit Hilfe eines Krans wird der Mast auf dem Fundament befestigt

(Foto: U. Quante)

Das Schwalbenhaus wird passgenau auf den Mast gesetzt.

(Foto: U. Quante)

 

 

Da Mehlschwalben ihre Nester im regengeschützten Bereich an der oberen Hauswand „ankleben“, wird ihnen in 5 m Höhe ein sechseckiges Häuschen mit vorgefertigten Nisthilfen angeboten. Sie müssen nur noch einziehen. Der verzinkte Stahlmast steht auf einem soliden Betonfundament, von der Fa. Sayffarth aus Kakenstorf gefertigt. Er trägt das Haus mit einem Durchmesser von ca. 2,5 m. Dieses bietet Platz für 54 Kunstnester in drei stufenförmigen Etagen, lässt aber auch noch Platz für die Schwalben, weitere Nester dazwischen zu bauen. Dieses Schwalbenhaus ist eine Entwicklung von Oliver Wegener der Firma AGROFOR, der das Modell entworfen, gebaut und schließlich auch errichtet hat.

Am Haus sind 54 Kunstnester in 3 Etagen angebracht

(Foto: U. Quante)

Das fertige Schwalbenhaus steht am Bahnhof in Handeloh

(Foto: U. Quante)

Die Hoffnung des AKN, ein vollbesetztes Schwalbenhaus, ist beim NABU in Laßrönne bereits seit einigen Jahren Wirklichkeit

(Foto: J. Hülskämper)

 

Die Erfahrung in anderen Gegenden zeigt, dass das Wohnungsangebot von den Mehlschwalben gerne angenommen wird. Der AKN ist zuversichtlich, dass die Besiedlung klappt, denn in der Nachbarschaft befindet sich bereits eine Mehlschwalbenkolonie, die dort unter Platznot leidet.

Der Verein hofft nun, dass sich in Handeloh Schwalbenfreunde finden, die den Vögeln Pfützen mit Erde oder Lehm zur Verfügung stellen, damit sich die Vögel mit Baumaterial versorgen können. Wenn solche Stellen nicht vorhanden sind, kann man den Schwalben auch einen Blumentopf-Untersetzer mit lehmiger Erde und Wasser anbieten.

Der AKN kann sich durchaus vorstellen, noch weitere Schwalbenhäuser in Tostedt zu errichten – der Bedarf ist jedenfalls vorhanden.

 

 

 

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