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Liebe Mitglieder und Freunde des AKN,

Wir legen Ihnen hiermit das zweite reguläre, insgesamt aber bereits das dritte Mitteilungsblatt im Jahre 2005 vor. Im Sommer war zusätzlich ein Sonderheft „ Natura 2000" hinzugekommen, da wir der Meinung waren, die Tostedter Öffentlickeit über den Europäischen Naturschutz informieren zu sollen, zu müssen. Das erste Mitteilungblatt im Jahre 2005 war als Beitrag zum 900-jährigen Jubiläum von Tostedt zudem umfangreicher als gewohnt.
Ungeachtet dessen haben wir für das vorliegende Heft eine Vielzahl von Themen zusammentragen können, so dass eine recht dicke Broschüre entstanden ist. Besonders erfreulich ist aus meiner Sicht die Vielzahl unterschiedlicher Autoren, die Beiträge erstellt haben, sowie das neue Gesicht der Broschüre, eine Anregung von Walter Müller.
Die Themen sind ebenfalls vielgestaltig: Es wird von den Exkursionen ebenso berichtet wie von verschiedenen Pflegeeinsätzen des Sommers und den Erfolgen als Ergebnisse früherer Biotopflege-Maßnahmen. Es gibt Ornithologisches (der Stieglitz, die Weihen und die Kraniche im Tister Bauernmoor) und Botanisches (der Zypressen-Flachbärlapp).
Ein besonderes Highlight des vergangenen Jahren war der Besuch des „Heckenpapstes" Heinrich Benjes im Sommer in Tostedt, der sich mit uns zusammen an den vom AKN vor 10 bis 15 Jahren angelegten Hecken erfreute. Bei herrlichem Wetter konnten wir die Erfolge eines „langen Atems" und seine positive Wirkung auf Natur und Landschaft bewundern.
Der AKN war auch in diesem Jahr wieder sehr erfolgreich. Der Verein wächst weiter: wir haben zur Zeit 138 Mitglieder. Mit unserem „langen Atem" verfolgen wir weiterhin die Vereinsziele zur Erhaltung und Verbesserung wertvoller Lebensräume unserer Heimat, insbesondere der Moore, ausgewählter Grünlandbereiche, der Gewässer und der Trockenbiotope. Gerade im Moorschutz sind wir schon seit ca. 25 Jahren mit großer Kontinuität erfolgreich tätig. Neuestes Beispiel ist die Wiedervernässung des Großen Torfmoores bei Otter. Im Fall des NSG Everstorfer Moor bei Heidenau bemühen wir uns seit vielen Jahren ebenfalls um eine nachhaltige Vernässung. Es müssen allerdings noch Hindernisse von dritter Seite überwunden werden. Näheres siehe unter „AKN-Splitter".
Die Naturschutzarbeit ist überhaupt in vielen Bereichen deutlich und merklich schwieriger geworden, zumal der Natur- und Umweltschutz auf der politischen Ebene nicht mehr die Beachtung findet, die er verdient hätte.
Wir lassen uns jedoch nicht entmutigen und verfolgen, sachlich und fachlich orientiert, die so wichtigen Ziele - für die Bürger und nachkommende Generationen. Stichwort: Langer Atem!
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein geruhsames Weihnachtsfest.

Ihr
U.Quante

 

 

 

 

 

 

 

 

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AKN-Splitter
Wichtiges - kurz berichtet

Funde des Nashornkäfers
Im Jahre 2004 berichteten wir im Mitteilungsblatt 20 von der Umsiedlung der Nashornkäfer in Heidenau.
Als Reaktion erhielten wir im Mai 2005 einen Brief von Günther Jacobsen aus Buchholz, der uns mitteilte, er habe vor seinem Gareagentor ein totes Nashornkäfer-Weibchen gefunden - ein Hinweis dafür, dass es im Raum Buchholz ebenfalls Nashornkäfer gibt, vermutlich in Komposthaufen. Er schickte das Tier gleich mit und verband dies mit einer Bitte an die Gartenbesitzer:
Achtung liebe Gärtner: Bei Arbeiten am Kompost achten Sie bitte auf große Larven und eiförmige Gebilde (die Puppenkokons). Helfen Sie mit, diesen seltenen Käfer zu schützen und zu erhalten.
Vielen Dank Herr Jacobsen!
Auch ich entdeckte im Jahre 2005 ein totes Weibchen, und zwar auf dem 2004 neu angelegten Eichenrotte-Haufen in Heidenau. Die Vermutung liegt nahe, dieses Weibchen hatte seine Eier in dem Haufen abgelegt und ist danach gestorben. Es bleibt zu wünschen, dass die Poplation sich dort fortpflanzt und vermehrt.


Wiedervernässung im Südteil des NSG Großes Everstorfer Moor
Zum Stand dieser scheinbar „never ending story" sei hier aktuell (Dez. 05) folgendes gesagt:
Alle sachlich-objektiven Hindernisse für eine Schließung des diagonal den Moorkörper von Ost nach West durchschneidenden Vorfluters sind beseitigt. Doch neue nicht erfüllbare rechtliche Absicherungsbedingungen des Kalber Bach-Verbandes blockieren z.Zt. bedauerlicherweise immer noch die angestrebte Vernässung. Das ist eine erneute schwerwiegende Verzögerung im Zuge der dringend notwendigen Wiederbelebung dieses wertvollen Naturschutz- und EU-Vogelschutzgebietes. Die beteiligten Parteien (Landkreis Harburg und Kalber Bach-Verband) verhandeln z.Zt. miteinander.
Fazit: Der AKN bleibt unbeirrbar dran mit der Gewissheit: die Grabenschließung wird kommen !
Unsere Kraftfelder dabei : Sachliche Argumentation und langer Atem !

 

Sandgrube Todtglüsingen
In der Presse wurde ausführlich über das Projekt des Todtglüsinger Sportvereins berichtet, die südöstliche Hälfte des Baggersees zu kaufen, um das Gelände für den Sportbetrieb nutzen zu können. Neben Kanu- und Tauch-Sport soll außerdem ein geordneter Badebetrieb ermöglicht ermöglicht werden.
Begleitend zu den Planungen haben mehrere Begehungen und Gespräche mit dem AKN und der Verwaltung der Gemeinde Tostedt stattgefunden, die zum Ziel hatten, eine naturverträgliche Lösung zu finden. Die Vorstellungen des AKN zum Schutz vorhandener wertvoller Biotope wurden vom Sportverein in vollem Umfang akzeptiert. Der AKN wird die Umsetzung des Konzepts auch weiterhin naturschutzfachlich begleiten

 

[Inhalt]

 

Heinrich Benjes beim AKN
Der Vater der Hecken hatte viel zu erzählen

Kenner werden sich gleich fragen: Heinrich ? Nicht Hermann ? Ich dachte immer.......
Ganz richtig, es gibt ihrer zwei: Heinrich Benjes aus Hellwege bei Sottrum. ist der eigentliche „Vater der Benjes-Hecke", der „Erfinder" und Weiterentwickler dieser einfachen wie genialen Idee; Hermann, sein Bruder, ist Verfasser des Buches „Feldhecken", in dem er 1986 seine und seines Bruders erste Erfahrungen einem breiteren Publikum zugänglich machte und damit in den Folgejahren einen regelrechten Benjes-Hecken-Boom auslöste.
Auch der AKN – damals gerade in seinen „Gründerjahren" – startete zwischen 1989 und 1992 in Höckel, Handeloh, Welle und Heidenau mit der Anlage von Benjes-Hecken in der Feldmark. Mehrere Kilometer solcher Heckenanlagen entstanden bis 1995 in den genannten Gemeinden. Dutzende Helfer und Mitglieder des AKN der ersten Stunde waren dabei. Auch aufgeschlossene Landwirte machten mit, halfen mit Flächen und Gerät.
Die Schutzwälle gegen Wildverbiss aus Gestrüpp und Laubholzschnitt um die meist 2-reihig gepflanzten Heckensträucher sind lange vermodert. Die Heckenzüge sind kraftstrotzend aus ihnen herausgewachsen, haben sich sämtlich prächtig entwickelt, erfüllen ihre vielfältigen Funktionen in der oft kahlen Feldmark.
Dass sie auch einfach nur schön sind, dass sie unser Erleben von Landschaft bereichern, dass sie in ihrer Vielfalt an Strauchgestalten, durchrankten Dickichten, an Blattformen, Blüten und Früchten den aufmerksamen Betrachter regelrecht begeistern können, das zeigte sich am 28.August, als wir mit Heinrich Benjes unsere nunmehr 12-15 Jahre alten Heckenzüge in Höckel, Handeloh und Heidenau besuchten. Gern war er unserer Einladung gefolgt, angestoßen durch unser Mitglied Yannick Lehmann aus Inzmühlen.
Und Hein Benjes war mit uns begeistert. Wir – die wir ihm nun unsere Hecken zeigten - empfanden bald wieder diesen aufkeimenden stillen Stolz über unsere nunmehr erwachsenen und weiter reifenden Heckenkinder.
Hein Benjes hatte viel zu erzählen, über seine Erfahrungen mit Hecken und Sträuchern, über jede einzelne Art; Wissenschaftliches, Anekdotisches, aus Legende und Märchen, dann Spielerisches, Experimentelles und ganz Praktisches.
Jeder neue Strauch gab ein neues Stichwort. Kurzweil war angesagt.
Die Original-Benjes-Hecke, wie ihr Erfinder sie ursprünglich verwirklichte, wurde schnell verändert. Durchgesetzt hat sich die sogenannte modifizierte Benjes-Hecke, das sagte uns auch Hein Benjes, so wie wir hier unsere Hecken von Anfang an angelegt haben.
Die ersten Anlagen – wie auch in Hermann Benjes Buch beschrieben – bestanden nur aus einem locker geschichteten Gestrüppwall. Die dort sehr schnell einfliegenden, rastenden oder Nahrung suchenden Vögel sollten dann ihre zukünftige Hecke selbst „zusammenscheißen". Die mit dem Vogelkot abgesetzten unverdauten Samen der Bäume und Sträucher aus der Umgebung sollten im Schutze des Gestrüppwalls keimen und heranwachsen. Doch diese an sich recht stimmige Strategie birgt doch große Unsicherheiten und auch Mängel. Die Keimungsbedingungen in der oft grasigen, lichtschwachen Tiefe eines Gestrüppwalles sind schlicht ungünstig, so wertvoll dieser auch als Schutz für das spätere Wachstum eines Jungstrauches ist !
Viel Zeit braucht es zudem, bis auf diese Weise je ein Heckenzug erkennbar wird. Der Mensch ist ungeduldig, und so war es nur eine Frage recht kurzer Zeit, dass die positiven Erfahrungen mit den Gestrüppwällen in der offenen Feldmark durch Hinzupflanzen von jungen Sträuchern ergänzt wurden.
Auch ein solches Frühstadium einer gut zwei Jahre alten Benjes-Hecken-Anlage – einer modifizierten natürlich – konnten wir unterhalb des Handeloher Friedhofes auf zwei Eigentumsflächen des AKN und des Nabu/Buchholz besichtigen.
Geradezu beispielhaft ist hier zu sehen, wie im beidseitigen Schutze von Gestrüppwällen die erst im März/April 2003 gepflanzten Jungsträucher aus dem Dickicht von Geäst, Stauden und Gräsern herauswachsen – kräftig selbst auf magerem Boden.
Schon brüten im Schutze dieses bodennahen „Dschungels" Goldammer, Neuntöter, Heckenbraunelle und Rebhuhn ! Schon blühen Jelängerjelieber und Heckenrose.
Was gibt es nicht alles Wissenswertes über die Heckenrose zu sagen! Es war ganz und gar offensichtlich: Hein Benjes war in seinem Element. Wir staunten über so manche überraschende Entdeckung, über Neues an altbekannten Sträuchern.
Herrlich z.B. der Heckenrosen-Zauberspruch (s.Kasten).
Ein Blick auf die 5 Kelchblätter der Heckenrose – wunderbar frei auch noch auf der reifen Frucht, der Hagebutte, zu sehen - zeigt wie dieser Rätselspruch gemeint ist und dass er in der Tat!! eine Gesetzmäßigkeit beschreibt !
Es war ein lohnender Vormittag für alle, die dabei waren. Vielen Dank, Hein Benjes.

Übrigens: Heinrich Benjes hat dem AKN ein wunderbares Buch geschenkt, von ihm und zwei weiteren Autoren verfasst, das wir hier gerne empfehlen.
„Wo die Büsche tanzen wollen", herausgegeben von der Deutschen Umwelthilfe und gefördert von BINGO, der Umwelt-Lotterie. Es ist ein Buch über die Sträucher und Bäume unserer Heimat mit Steckbriefen zu ihrer Biologie, ergänzt und liebevoll umrankt von Liedern, Gedichten, Märchen, Legenden und Geschichten, ein Buch für Kinder, Eltern und junggebliebene Alte ! Allemal 18,— € wert.

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Mit Heinrich Benjes in Höckel unterwegs

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Wenn Hein Benjes erzählt, ist Kurzweil angesagt

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Früchte in der Hecke: Vogelbeeren

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und Pfaffenhütchen

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Jelängerjelieber und

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Heckenrose, Farbtupfer in den Hecken

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Der Heckenrosen-Spruch

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Heinrich Benjes erklärt den Heckenrosen-Spruch

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Wat is dat denn vörr een bunten Vagel ?
Der Stieglitz ist auf dem Vormarsch

Manchmal am Ende eines Tages oder auch früher, wenn der Rücken krumm geworden ist oder der Geist nicht mehr so recht will, gehe ich ans Ende meines Grundstücks und schaue über die weiten Wiesen. Insbesondere im zeitigen Frühjahr, wenn das Gras noch fahl und die randlich stehenden Gehölze noch transparent sind und damit eine gewisse Weite eröffnen, ist dieser kleine Gang sehr erholsam. Allerdings – an diesem Tag war es nichts mit Ruhe und Weite, denn etwas Kleines, Buntes zog sich vor der nahen Baumhecke in weiten geschwungenen Bogenlinien aus Inzmühlen kommend durch mein Blickfeld und verschwand hinter einer Fichtenreihe auf einer brachgefallenen Weide.
Mein erster Gedanke – ein entflogener Wellensittich ? Oder ein Dompfaff, aber die fliegen doch nicht in weiten Schwüngen über die offenen Wiesen.
Beim anschließenden Besuch meiner Mutter nebenan kramte ich aus deren Eckbank ein altes Vogelbuch heraus und blätterte es durch.
Beim Distelfink bzw. Stieglitz blieb ich schließlich hängen. Das war die einzig realistische Alternative zu einem entflogenen Wellensittich.
Ich zeigte ihr von weitem das Bild, worauf sie nur fragte: "Wat is dat denn vörr een bunten Vagel?" Distelfinken oder Stieglitze hatte sie in freier Natur hier bei uns in Handeloh noch nicht gesehen. Man kannte auf den Bauernhöfen der Heide nur Spatzen, Stare, Meisen, Bachstelzen, Rotkehlchen und dazu die Schwalben aus dem Kuhstall. Natürlich war auch die Feldlerche in aller Ohr, denn vor der Erfindung des Kassettenradios, des Walkmans, CD- oder MP3-Players war dies eine tägliche musikalische Abwechslung bei der Feldarbeit. Aber Distelfinken? Hatte sie bestimmt noch nicht gesehen – geschweige denn gehört.
Meine erste Begegnung mit einem Stieglitz liegt 20 Jahre zurück, fand aber nicht bei uns, sondern im südlichen Spanien statt. Es war ein Käfigvogel in einer üppig mit Blumen ausstaffierten Gasse in einem der vielfach bekannten weißen Dörfer Andalusiens.
Aber zurück in die Lüneburger Heide. Die Durchsicht des „Atlas für Brutvögel Niedersachsen, 1981-95" ergab: Der gesamte westliche Landkreis Harburg ist bezüglich des Distelfinken „vogelfrei"!

Demzufolge ging ich davon aus, dass es sich bei dem von mir beobachteten buntesten aller Finkenvögel um einen Durchzügler in die nördlichen Brutgebiete handeln musste. Bewohnt doch dieser Vogel in zahlreichen Unterarten ganz Europa bis hinauf nach Südschweden und Südfinnland sowie Südsibirien, Vorderasien und Nordwestafrika.
Umso erstaunter war ich, als ich eines Sommertags ganz in der Nähe meines Wohnhauses den für den Stieglitz so typischen Lockruf „stiegelitt, stiegelitt, pickelnaia" vernahm. Auch sein Gesang, ein sprudelndes, munteres, scharf akzentuiertes Lied mit kurzen Trillern und spitzen Tönen, sowie eingelagertem „pink,pink" ließ nicht lange auf sich warten.

In meinem Garten musste sich demnach ein Stieglitzbrutpaar aufhalten. Also Augen auf und den Blick des öfteren nach oben gerichtet. Aber von irgendwelchen Aktivitäten eines Stieglitzpaares, sei es Nestbau oder Anflug zur Fütterung war weit und breit nichts zu sehen, bis ich eines Tages beim Grasmähen entlang der Kreisstraße zufällig einen Altvogel sah, der in einer der Kopflinden an der Giebelseite meines Hauses unmittelbar an der vielbefahrenen Kreisstraße verschwand.

Sollte hier ein Stieglitzpaar seine Jungen großziehen wollen? - Eher unwahrscheinlich bei dem Verkehrsaufkommen!
Doch die Fachliteratur und Auskünfte von Reinhard Kempe haben mich eines besseren belehrt. Ursprünglich war der Distelfink in Mitteleuropa vor dem Auftreten des Menschen ein sogenannter Charaktervogel lichter, sonniger Laub- und Kiefernwälder, äußerer und innerer Randzonen von Waldgebieten (ehemalige Brand- und Sturmwurfflächen) sowie der offenen Fluss- und Seeauen. In geschlossenen Waldgebieten brütet er auch heutzutage nicht.
Als sogenannter „Kulturfolger" siedelt er inzwischen in bäuerlichen Siedlungen, aber auch in überwiegend offenen Landschaften mit Alleen, Straßenbäumen, Feldgehölzen und Baumhecken.
Immer häufiger trifft man ihn auch auf Friedhöfen, in Parks und anderen, z.T. innerstädtischen Grünanlagen, wie auf Schulhöfen, Parkplätzen oder Industrie- und Gewerbeanlagen, an. Mit Vorliebe baut er sein Nest auf einzeln stehenden Laubbäumen, mit geschlossenen Kronen. Als Indiz hierfür mag das Vorkommen einer Stieglitzbrut auf dem Parkplatz vom Hagebau-Markt inTostedt gelten, das in diesem Jahr von Reinhard Kempe registriert wurde.
Während der Schnittarbeiten an meiner Hainbuchenhecke an der Kreisstraße Anfang Juli, konnte ich immer wieder beobachten, wie Altvögel in die linke, etwas unterhalb einer Altbuche stehenden Kopflinde eintauchten und schon nach kurzer Zeit in Richtung Wiesen, Weiden und Brachlandflächen davonflogen. Das leise Wispern der Jungvögel war nur zu hören, wenn ausnahmsweise kein Kraftfahrzeug vorbeibretterte. Es war Futterzeit ! Es signalisierte die kurzen Augenblicke einer Fütterung.

Ein Blick in die Fachliteratur brachte folgende Auskünfte: Zunächst, d.h. in den ersten 8-10 Tagen füttern die Altvögel nur Blattläuse oder auch andere kleine Weichtiere wie kleine Raupen. Danach wird dann auf Sämereien umgestellt, wobei zur ersten Brut halbreife Löwenzahnsamen gefüttert werden, die den nahrhaften „Milchsaft" enthalten. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die erste Brut in unserer Region im Mittel Ende Mai - Anfang Juni stattfindet.
Der Nestbau erfolgt dann oftmals in lockeren Kiefernbeständen, weil die Laubbäume - wie auch meine Kopflinden - bei uns durch den späten Laubaustrieb ungenügend Deckung bieten. Bei der zweiten Brut, wie sie dies vermutlich bei mir war, wird das gesamte Angebot der Korbblütler, insbesondere der Distelarten (Name !) und Karden genutzt.
Das Weibchen brütet ausschließlich allein und wird die gesamte Brutzeit über vom Männchen mit vorverdauten Sämereien gefüttert und mit Wasser versorgt. Die Aufzucht der Jungen, die ca. 14 Tage dauert, übernehmen beide Altvögel.
Das Nest wird sorgfältig aus Fasern, Moos, Haaren und Federn mit Spinnweben verwoben. Es ist zum Rand hin etwas verengt und war – wie ich später feststellen konnte – bei mir am Haus direkt auf den Stumpf der Kopflinde gebaut worden (siehe Foto).
Nach dem Ausfliegen ziehen die jungen Stieglitze zusammen mit ihren Eltern noch eine ganze Weile in Familienverbänden auf Futtersuche durch unsere Lande.
Der Stieglitz oder Distelfink ist kein Zugvogel wie z.B. die Schwalbe, die sich zu großen Schwärmen sammelt, um dann gemeinsam nach Afrika zu ziehen, sondern ein Strichvogel oder Teilzieher. Diese Vögel ziehen nach und nach vor dem herannahenden Winter und wegen des knapper werdenden Nahrungsangebotes Richtung Westen und Süden bis nach Spanien. Sie leben in dieser Zeit von Sämereien der Erle, der Klette, dem Beifuß, den Flockenblumen und natürlich der Distelarten. Im späten Winter werden auch die Samen der Birke gern genommen.
Einzelne Stieglitze bleiben auch während des Winters bei uns, dies sind jedoch dann zumeist Gäste aus den baltischen Ländern.

Neben meinem Vorkommen des Distelfinken im bisher kaum besiedelten westlichen Landkreis Harburg, wurden 2005 - neben dem Fund auf dem Parkplatz in Tostedt - noch ein Brutpaar in Wistedt von Peter Büsing, sowie ein Familientrupp aus dem Raum Heidenau von Hein Busch gemeldet.
Es kann sein, dass es auch in der Vergangenheit bei uns – entgegen der Feststellung im Niedersächsischen Brutvogel-Atlas – vereinzelt Brutpaare gegeben hat.
Weshalb nun der Stieglitz sich nach und nach auch in der Samtgemeinde Tostedt ausbreitet, ist noch nicht ganz geklärt. Nachgewiesen ist aber, dass diese Art seit den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kontinuierlich in ganz Mitteleuropa zugenommen hat und nun auch noch die restlichen freien Flächen Europas besiedelt.
Ein wichtiger Grund für die Erstbesiedlung unserer Region könnte auch in dem höheren Nahrungsangebot durch die vermehrte Präsenz von Brachflächen sein. Ob die Siedlungsexpansion dieser wärmeliebenden Art mit dem allgemeinen Klimawechsel zu tun hat, ist eher unwahrscheinlich.
Wer in seinem Dorf, den Wiesen und der Feldmark den Stieglitz oder Distelfink beobachtet hat oder zukünftig sieht, möge sich bitte bei dem Verfasser oder beim Vorstand melden.

Übrigens, eine alte Sage erzählt; „Als der Herrgott alle Vögel geschaffen hatte, begann er sie zu bemalen. In der Eile hatte er den Stieglitz vergessen. Da die Farben fast verbraucht waren, wurde er mit Farbresten bemalt. So erhielt er von jeder Farbe einen kleinen Klecks und wurde somit der bunteste unserer Singvögel".

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Der Stieglitz ist einer der buntesten heimischen Vögel

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Neststandort direkt an der vielbefahrenen Kreisstraße in Handeloh (s. Pfeil)

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Nest auf dem abgesägten Wipfelstumpf der jungen Linde

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Der Stieglitz turnt bei der Nahrungssuche geschickt auf den Disteln herum

[Inhalt]

 

Schöne Erfolge
Positive Entwicklung von Tümpeln und Wiesen

Die Entwicklung des Weihers am Düvelshöpen nach der Aushebung des Nährschlammes.
Um das Zuwachsen und Verlanden des Weihers zu verhindern, wurden im September 2003 die letzten Maßnahmen zur Aushebung des Nährschlamms vorgenommen. Auf dem Foto vom August 2003 ist gut zu erkennen, dass die Sumpfcalla und andere Pflanzen dabei waren, sich den Weiher zu erobern, und nur noch eine geringe Wasserfläche zu sehen ist.
Nach der Aushebung des Nährschlamms änderte sich das Bild schlagartig und schon im Oktober zeigten sich die ersten Erfolge am erheblich besseren Wasserstand. Im Winter 2003/04 konnte man den guten Wasserspiegel und die schönen Ausbuchtungen wunderbar erkennen. Der Weiher erholte sich zusehends und die Wunden heilten schnell.
An den Rändern des Weihers entwickelte sich wieder eine vielfältige Flora. Der Bestand der Sumpfcalla war nicht mehr so vorherrschend, und Zungenhahnenfuß, Teichbinse, Igelkolben, Froschlöffel und Wolfstrapp waren wieder zu sehen. Im Frühling leuchteten die gelben Schwertlilien und auch neue Pflanzen siedelten sich an, wie z. B. der Gifthahnenfuß. Auch die Schwanenblume blühte im Sommer.
Der gute Wasserstand lockte viele Frösche an und bei einem Spaziergang am Weiher entlang konnte man sie beobachten und ihrem Konzert lauschen. Wenn man Glück hatte, zeigte sich auch die Ringelnatter, die im Weiher reichlich Nahrung fand.
Auch in diesem Jahr war es für mich zu jeder Jahreszeit eine Freude, dem Weiher einen Besuch abzustatten und zu sehen, wieviel Erfolg die Maßnahmen gebracht haben.

Hurra, die ersten Knabenkräuter sind wieder da.
Auch die Arbeiten auf den Poppenwischen zeigen erste Erfolge.
Die Mäh-Arbeiten wurden dort begonnen, um den Knabenkräutern, die hier früher wuchsen, wieder eine Chance zu geben. Zu mächtig war der dichtgrasige Filz geworden. Im Spätsommer 2003 fand die erste Mahd statt und schon im Juni des nächsten Jahres entdeckte ich die ersten drei Exemplare des breitblättrigen Knabenkrauts auf der unteren Wiese. Nach der Mahd im Sommer 2004 waren es Ende Mai 2005 schon neun Exemplare, Anfang Juni wurden dann 13 blühende Pflanzen gezählt.

In diesem Jahr wurde wieder gemäht und ich bin gespannt, was sich im nächsten Frühjahr zeigen wird. Auf der oberen Wiese habe ich bis jetzt noch nichts entdecken können, aber wer weiß, vielleicht ja im nächsten Jahr. R. Kempe entdeckte dort Anfang Juni dann die ersten drei kräftig blühenden Exemplare.

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Tümpel am Düvelshöpen vor (2003) und nach (2004) der Entschlammung

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Die Schwanenblume

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Das Breitblättrige Knabenkraut

[Inhalt]

 

Luftakrobaten auf Augenhöhe
Die Weihen südlich von Heidenau.

Erlebnisse in der Feldmark
Man erkennt sie im Fluge schon von Weitem an ihrem charakteristischen Schaukelflug: Häufig segeln sie, meist in geringer Höhe, in einem wackelig wirkenden Flug über das offene Gelände auf der Suche nach Nahrung, streuen einige Flügelschläge ein, um sofort wieder weiter zu schaukeln. Dabei sind die Flügel nicht waagerecht ausgebreitet sondern schräg nach oben gestellt. Die Rede ist von den Weihen, einer Gruppe von heimischen Greifvögeln, die bei uns mit drei Arten vertreten sind. Dies sind die recht kräftige, etwa bussardgroße Rohrweihe, die kleinere Kornweihe und die noch graziler wirkende Wiesenweihe.
Wenn man das Glück hat, ein Weihenpaar zu beobachten, so wird schnell deutlich, wie interessant, ja faszinierend, das Verhalten dieser insgesamt recht seltenen Greife ist. Dann zeigt sich, dass Weihen auch völlig anders fliegen können: sie können ähnlich einem Bussard am Himmel kreisen und sich dabei in die Höhe schrauben, bei der Balz und bei der Jagd zeigen sie waghalsige Flugmanöver, bei denen sie plötzlich abstoppen können, in den Sturzflug übergehen oder sich sogar auf den Rücken drehen. Potentielle Feinde ihrer Brut, z.B. andere Greifvögel, attackieren sie mit wendigen Angriffen, wobei sie geschickt den Gegenangriffen ausweichen.
Dankbare Bobachtungsmöglichkeiten ergeben sich in den Brut- und Jagdrevieren, wo man den Weihen regelmäßig und ausgiebig bei ihrem Flugmanövern zusehen kann. Im vergangenen Sommer habe ich auf diese Weise sowohl die Kornweihen aber insbesondere die Wiesenweihen südlich von Heidenau studieren können.
Anfangs war ich der Meinung, am Füssel befindet sich ein Brutrevier der Kornweihe, da ich dort schon früh im Jahr und dann auch regelmäßig sowohl ein Kornweihen-Männchen als auch ein Weibchen antraf. Meine Beobachtungen wurden dann auch bestätigt von Heiner Busch und Bernhard Keirath. Im Sommer wurde deutlich, dass ein zweites Weihenpaar in der Nähe des Modellflugplatzes ansässig war, auf den ersten Blick auch Kornweihen. Erst relativ spät stellten Werner Block und ich unabhängig voneinander die tatsächliche Artzugehörigkeit dieses zweiten Paares fest: es handelte sich um ein Wiesenweihenpaar! Hier ist zu betonen, dass die Weibchen dieser beiden Weihenarten im Feld kaum zu unterscheiden sind. Die Wiesenweihe ist zwar etwas zierlicher und schlanker als die Kornweihe, was aber bei den fast gleich unauffällig braun gezeichneten Weibchen für eine eindeutige Bestimmung kaum ausreicht. Die Männchen jedoch sind zumindest im Fluge dann eindeutlich zu unterscheiden, wenn man die Ober- und Unterseite aus geringer Entfernung betrachten kann. Beide Männchen sind unterseits vorwiegend hell, der Rücken ist grau (bei der Wiesenweihe dunkler), die Flügelspitzen schwarz und der Bürzel weiß gefärbt (bei der Wiesenweihe weniger deutlich ausgeprägt). Entscheidender Unterschied sind die schwarzen Binden in den Flügeln, die nur die Wiesenweihe auf Ober- und Unterseite trägt.
Wieso war es dann aber solange unklar, um welche Art es sich bei dem zweiten Paar handelte? Bei der Beobachtung des Männchen waren nämlich keine typischen schwarzen Binden in den Flügeln zu sehen. Erst die Beobachtung mit dem Spektiv und Fotografien mit einem großen Objektiv erbrachten Gewissheit: die Flügeloberseiten trugen gar keine schwarzen Binden, aber auf den Unterseiten zeigte sich eine diffuse Dunkelfärbung mit ersten Spuren von Binden. Nach dem Studium der Fachliteratur war klar, es handelte sich um ein junges, noch nicht völlig ausgefärbtes Männchen, vermutlich im 2. Jahr. Die Weihen erreichen ihre Geschlechtsreife in der Regel erst im 3. Jahr, doch es sind auch Fälle von erfolgreichen Bruten im Alter von zwei Jahren bekannt.
Unsere Wiesenweihen haben in diesem Jahr in einem Roggenfeld in direkter Nachbarschaft zum Modellflugplatz gebrütet, und dies erfolgreich! Mitte Juli hielten sich die Jungen, wohl bereits gut herangewachsen, immer noch in dem Roggen auf und wurden fortwährend von den Eltern gefüttert. Sowohl das Männchen als auch das Weibchen begaben sich ununterbrochen auf Nahrungssuche: sie überflogen in dem typischen „Gaukelflug", die Flügel leicht nach oben gestellt, durch unterschiedliche Aufwinde über dem uneinheitlichen Gelände immer wieder seitwärts kippend, in geringer Höhe in vielen Schleifen das Revier. Dabei wurde häufig die unmittelbare Umgebung des Nestes bis wenige hundert Meter, seltener die weitere Umgebung abgesucht, wobei ich die Tiere dann aus den Augen verlor. Es ist bekannt, dass Wiesenweihen bis zu einer Entfernung von 5 km vom Neststandort jagen, ausnahmsweise auch darüber hinaus. Nach kurzer Zeit kamen die Altvögel dann mit Beute, meist mit kleinen Säugern –vermutlich Mäusen – in den Fängen zurück. Zur Nahrung der Wiesenweihe gehören neben kleinen Nagetieren auch Reptilien, Kleinvögel und hauptsächlich größere Insekten wie Libellen und Heuschrecken, die es auf dem kurzrasigen Modellflugplatz und seinen höher vergrasten Randbereichen zur genüge gibt. Das Männchen war bei der Beschaffung von Futter für die Jungen unermüdlich, während das Weibchen auch häufiger mit ihrer Beute im Roggen niederging und sich dort einige Zeit bei den Jungen aufhielt. Wenn dann das Männchen von einem erfolgreichen Jagdausflug zurückkam, warf es die Beute, meist Mäuse, aus niedriger Höhe über dem Nest ab. Manchmal spielten sich dann aber auch atemberaubende Flugmanöver ab: Das Weibchen erhob sich, flog dem höher fliegenden Männchen entgegen und drehte sich unterhalb des Partners im Fluge auf die Seite bzw. sogar auf den Rücken. Gleichzeitig ließ das Männchen die Maus fallen, die es in den vorgestreckten Fängen hielt, und das Weibchen ergriff diese mit den Klauen eines ausgestreckten Fangs, meist erfolgreich. Nur selten fiel die Maus zu Boden, wurde dann aber vom Weibchen sofort wieder am Boden ergriffen. Mit der Maus flog das Weihen-Weibchen dann zur den Jungen, rüttelte kurz direkt über dem Getreide und ließ sich dann nieder.
Diese Futterübergabe, die typisch für die Weihen ist und nicht nur im Rahmen der Fütterung der Jungen, sondern auch bei der Balz gezeigt wird, konnte ich mehrfach beobachten, einmal auch bei der Kornweihe.
Ende Juli hielten sich die Wiesenweihen dann nicht mehr am Neststandort auf, sondern hatten das Feld gewechselt. Die Jungen hatten den Horst verlassen und waren nun auf Wanderschaft.
Bereits im Juli, während die Wiesenweihen ihre Jungen noch im Getreide fütterten, konnte ich die Kornweihen mit ihren Jungen (mindestens zwei) in der Nachbarschaft fliegen sehen. Die Kornweihe beginnt bei uns ca. 14 Tage vor der Wiesenweihe mit der Brut. Die Ursache ist in dem unterschiedlichen Zugverhalten zu suchen: Während die Wiesenweihe ein ausgesprochener Zugvogel ist, der unsere Breiten bereits ab Mitte August in Richtung Süden verlässt, den Winter südlich der Sahara verbringt und erst Ende April/Anfang Mai zurückkehrt, ist die Kornweihe bei uns ein Strichvogel, allenfalls ein Kurzstreckenzieher. Sie überwintert in West-, Mittel- und Südeuropa und ist bei uns auch im Winter anzutreffen (meist Zugvögel aus dem Norden). Die mittel- und westeuropäischen Brutvögel erscheinen bereits Ende März/Anfang April in den Brutrevieren.

Ich möchte noch einige Bemerkungen zu der dritten bei uns vorkommenden Weihenart, der Rohrweihe, machen. Auch die Rohrweihe konnte in den vergangenen Jahren regelmäßig im Raum südlich von Heidenau beobachtet werden. Für das Jahr 2005 gibt es auch einen Brutnachweis aus dem Raum Vaerloh, erfolgreich mit zwei Jungen. Da aber auch häufig Rohrweihen, Männchen und Weibchen, nahe Heidenau beobachtet wurden, was knapp 5 km und damit recht weit vom Revierzentrum der nachgewiesenen Brut entfernt ist, vermuten wir eine weitere Brut. Unterstützt wird dieser Brutverdacht durch gehäufte Beobachtungen in einer bestimmten Region südlich Heidenau.
Die Rohrweihe ist in Niedersachsen noch die häufigste Weihe, man schätzt den Bestand auf ca. 550 Brutpaare (1999). Sie wird in der Roten Liste Niedersachsen von 2002 mit 3 (=gefährdet) eingestuft. Deutlich seltener sind die Kornweihe mit geschätzten 45 (1999) und die Wiesenweihe mit 40 (1999) Brutpaaren. Beide werden als „vom Erlöschen bedroht" (RLN 1) geführt.

Zum Vorkommen von Korn- und Wiesenweihe in unserer Region gibt der folgende Beitrag ausführlich Auskunft.

Quellen:
Glutz von Blotzheim, U. (1989): Handbuch der Vögel Mitteleuropas Band 4: Falconiformes – Greifvögel,
Heckenroth, H. (1985): Atlas der Brutvögel Niedersachsens 1980, Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen, Heft 14,
Südbeck,P. u. D.Wendt (2002): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvögel, in Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 5/2002,
Zang,H. u.a. (1989) : Die Vögel Niedersachsens, Greifvögel, Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen, Sonderreihe B Heft 2.3,

Das Korn- und Wiesenweihen-Vorkommen südlich von Heidenau
Seit 1998 liegen aus dem Bereich südlich von Heidenau bzw. nördlich des Vogelschutz- u. FFH-Gebietes Großes Moor recht präzise Daten vor über diese eleganten Flieger unter den Greifen.
Seit 1998 hat die Kornweihe in diesem Raum regelmäßig mit einem Paar gebrütet, erfolgreich in den Jahren 98, 99, 2000, 02, 03, 04 und 05. Von 2002 liegen Fotos von vier Jungvögeln im Nest vor; 2001 wurde die Brut zerstört (Fuchs?). Auch die Wiesenweihe ist hier in den 90iger Jahren immer wieder während der Brutzeit (Mai-Juli) beobachtet worden, Männchen u. Weibchen gleichermaßen, doch wurden direkt keine Brutnachweise geliefert, sicherlich auch deshalb, weil die Beobachtungen hinsichtlich dieser Art nicht systematisch durchgeführt wurden. 2003, 04 und zuletzt in diesem Jahr, 2005, konnte jeweils eine erfolgreiche Jahresbrut der Wiesenweihe in diesem Raum nachgewiesen werden, nicht zuletzt dadurch, dass seit 2003 auch mit mehreren Ornithologen gezielt beobachtet worden ist. Ein großes Verdienst kommt dabei Heinrich Busch zu aus Heidenau. Auch Bernhard Keirath, Werner Block, Uwe Quante und der Verfasser haben bei den nötigen Bestätigungen mitgewirkt.

Die Vorkommen beider Weihenarten in diesem Gebiet zwischen dem Südrand der Ortschaft Heidenau und dem Nordrand des Großen Moores haben allerdings schon eine lange Geschichte.
Die Aufzeichnungen des Verfassers über Beobachtungen von Wiesen- u. Kornweihen beidseitig der Heidenauer Aue gehen bis 1960 zurück.
1967 wurde ein Horst der Wiesenweihe in einem trockenen Teil einer Mähwiese am Ende des Wüstenhöfener Wiesenweges entdeckt. Ein Kornweihenpaar konnte 1967 und 68 in den Monaten April bis Juni im Bereich der jetzigen Flächen der Edmund-Siemers-Stiftung beobachtet werden, mit Schwerpunkt nördlich der Aue.
Immer wieder – damals gab es sie dort noch – wurden die damaligen Beobachter auf die Weihen aufmerksam durch die aufgeregten Rufe der Uferschnepfen am sog. 3. Füsselweg. Für die 70iger und 80iger Jahre ergibt sich aus meinen Aufzeichnungen (in die auch die Beobachtungen von zwei bis drei weiteren ornithologisch versierten Feldbiologen eingegangen sind) das gleiche Bild: Beide Arten wurden dort fast jedes Jahr während der Brutzeit bestätigt, allerdings wurde in diesen Jahren dort nicht systematisch gesucht. Das verbot sich damals schon wie heute aus Schutzgründen, aber auch deshalb, weil wir die landwirtschaftlichen Nutzflächen gerade in den Monaten Mai bis Juli nicht betreten konnten und wollten.
Dennoch wurde Brutverdacht für die Kornweihe für die Jahre 1974, 76, 79, 86 vermerkt, für die Wiesenweihe 74, 79, 85; 1979 wurden im Juli dort auch zwei juvenile Vögel mit den Altvögeln zusammen bei der Jagd beobachtet. Seit Ende der 70iger Jahre kam es nur sporadisch zu Beobachtungen in diesem Raum.
Waren es zunächst die zahlreichen Anträge auf Unterschutzstellung von Landschaftsteilen, die unsere ganze Zeit und Kraft in Anspruch nahmen, so war es ab 1986/87 die flächendeckende Biotokartierung in der SG Tostedt, die uns keine Zeit ließ für ornithologische Detailarbeit. Dennoch lassen die Zufallsbeobachtungen zwischen 1986 und 1997 den Schluss zu, dass es sich um ein kontinuierliches Vorkommen beider Weihenarten in dem in Frage stehenden Raum handelt. Die Befunde aus den systematischen Untersuchungen seit 1998 sprechen jedenfalls dafür.
Hinsichtlich des Modellflugplatzes des Vereins Condor, der mitten in dem von den beiden Weihenarten bevorzugten Brutgebiet liegt, lassen sich eine Reihe interessanter, wichtiger Feststellungen treffen:

  • 1. Die Brutplätze von Korn- und Wiesenweihe liegen in den beobachteten Jahren in auffallend geringer Entfernung (150 – 600m) zu dem Modellflugplatz Condor.
  • 2. Das Flugplatzgelände ist daher offenbar integrierter Teil des Lebensraumes dieser Vögel. Bei Flugverkehr findet keine auffällige Meidung des Areals statt. Die Anflüge ans Nest z.B. bei der Wiesenweihe in den z.T. unmittelbar benachbarten Getreidefeldern erfahren keine Unterbrechung, wurden also nicht gestört. Das konnte in 2005 noch einmal durch gesteigerte Aufmerksamkeit mehrfach beobachtet werden.
  • 3. Das Flugplatzgelände erweist sich mit seinen kurzgehaltenen Magerrasenflächen und höher vergrasten Randzonen sogar als höchst attraktiver Teiljagdraum, nicht nur für die beiden genannten Weihenarten, sondern immer wieder auch für Rohrweihe, Mäusebussard, Turmfalke und Rotmilan, alles Brutvögel der näheren Umgebung. Auch Großer Brachvogel, Kiebitz und bodenbrütende Singvögel, wie Feldlerche und Schafstelze zeigen deutliche Präferenzen für den Modellflugplatz – als Brutplatz (in den Randbereichen) und als Nahrungssuchraum.
  • 4. Dem Gesamtraum zwischen der alten Bahnlinie und dem NSG Großes Moor (und natürlich darüber hinaus) wohnt offenbar eine hohe Attraktivität inne für die beiden Weihenarten. Anders ist die nunmehr über 40jährige Kontinuität ihres Brutvorkommens hier nicht zu erklären.
    Die hohe Wertigkeit dieses Raumes für Weihen (und nicht nur für diese!) hat mehrere Gründe:

a) Es handelt sich um einen „Großraum" mit weiten Horizonten, ohne Bedrängnis durch ausgedehnte womöglich überhöhte Waldränder.
b) Feld- und Wiesenfluren grenzen hier, nördlich der Aue, in vielfältiger Verzahnung aneinander. Es gibt einen großflächigen offenen Übergang zwischen nassem bis feuchtem Grünland und sanft sich daraus erhebendem trockenerem Ackerland.
c) Das großflächige, vielfältige, wenn auch jährlich wechselnde Mosaik der verschiedenen Feldfrüchte ist in den vergangenen 40 Jahren in seiner Gesamtheit relativ stabil geblieben. Das gilt auch für die Grünlandbereiche. Es hat zwar Grünland-Umbruch und Intensivierung gegeben, dafür aber auch die Entwicklung zu ausgedehnten Brachflächen und extensiv genutzten Flächen. Unter diesen Veränderungen haben Uferschnepfe, Kiebitz und Brachvogel gelitten, ihre Bestände sind erloschen bzw. zurückgegangen, offenbar aber nicht die beiden Weihenarten.

  • 5. Die Kleinpopulationen der verschiedenen Vogelarten in diesem Raum, allen voran die der Korn- und Wiesenweihe, haben sich dort seit 40 Jahren in ständiger Auseinandersetzung mit den Vorgängen („Störungen") auf dem Flugplatzgelände entwickelt.
    Prägungsprozesse bei den Jungvögeln auf diesen Raum (mit den Vorgängen auf dem Flugplatzgelände) sind sicherlich mit verantwortlich für die bemerkenswerte Generationenfolge bei beiden Weihenarten seit den 60iger Jahren. Auf neu im Gebiet verbleibende Zieher wirkt offenbar nach wie vor die „Gesamtattraktivität" vor Ort.
  • 6. Mäusebussard und Turmfalke jagen über/auf dem Gelände, während Modellflieger aktiv sind; ein Paar des Großen Brachvogels brütet stets in unmittelbarer Nähe des Geländes, selten erfolgreich, weil die Brut durch landwirtschaftliche Aktivitäten direkt zerstört wird. Die Brut 2005, direkt auf dem Randbereich des Flugplatzes, war erfolgreich mit später vier flugfähigen Jungvögeln.

Fazit: Nicht der Flugplatz mit seinem Flugbetrieb gefährdet das Wiesen- und Kornweihenvorkommen in diesem Großraum, sondern die natürlichen Feinde solcher Bodenbrüter, wie Fuchs und Wildschwein, und natürlich, bei mangelnder Kenntnis bzw. Rücksicht seitens des Menschen, die landwirtschaftlichen Maschinen.
Durch gute Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Beobachtern des AKN, der zuständigen Naturschutzbehörde des Landkreises und den dort wirtschaftenden Landwirten könnte in Zukunft der Verlust von Bruten dieser seltenen und EU-geschützten Weihenarten minimiert werden.
Der AKN möchte das Seinige dazu beitragen.

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Wiesenweihen-Männchen auf einem Baumpfahl

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Junges Wiesenweihen-Männchen

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Wiesenweihenpaar bei der Übergabe einer Maus

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Segelndes Rohrweihen-Weibchen

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Rohrweihen-Weibchen am Boden

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Wiesenweihen-Männchen vor dem Beuteabwurf über dem Horst

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Vier junge Kornweihen im Bodennest

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Das Weibchen der Wiesenweihe im Anflug auf das Nest

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Wiesenweihen-Weibchen beim Beutesuchflug

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Donnerstag-Exkursionen 2005
Botanische Entdeckungsreisen in der Samtgemeinde Tostedt

Erwähnung finden müssen sie auch am Ausgang dieses Jahres, unsere Donnerstag-Exkursionen. Andernfalls könnte der regelmäßige Leser unserer kleinen Postille gar auf den (beunruhigenden) Gedanken kommen, es gäbe sie nicht mehr, die „Botaniker-(in-) Bewegung" wäre(n) womöglich eingeschlafen. Ganz das Gegenteil ist der Fall.
Zwischen dem 14.04.05 und dem 01.09.05 waren wir wieder unterwegs in der Samtgemeinde, sieben Mal in wechselnder Stärke, zwischen 6 und 11 Personen, nachmittags zwischen 16 und 18.30 Uhr.
Schlüsselblume und Fieberklee, Wasserfeder und Knabenkraut, Moorlilie und Rasenbinse, Hohlzahn und Hexenkraut, Ruchgras und Walzen-Segge, Wasser-stern und Lungenenzian – sie stehen für 30 – 60 Arten im Schnitt, die wir bei jeder Exkursion durch Anschauen, Beriechen, Befühlen, Begreifen, Wiedererkennen und Benennen aus ihrer Anonymität herausholen: Wiederentdecker- und Entdeckerfreuden ! Graben im Langzeitgedächtnis, hin und wieder leise Verzweiflung, Aha-Erlebnisse, Gedächtnistraining, auch mal falsches Schuhzeug und nasse Füße, gelegentlich Kaffee und Kuchen in lustiger Runde.
Natürlich – und ich will und muss das an dieser Stelle durchaus auch noch einmal ganz deutlich sagen – natürlich gibt es auch einen ganz klar formulierten überindividuellen Sinn und Zweck dieser Unternehmungen: der AKN braucht (dringend !) mehr Mitglieder oder interessierte Mitarbeiter auf dem spannenden und so überaus wichtigen Feld der Botanik. Fast alle ökologisch wichtigen Flächenbewertungen basieren auf fundierten Kenntnissen über die Zusammensetzung der jeweiligen spezifischen Pflanzengesellschaften. Und um dazu verwertbare Aussagen machen zu können, muss man zunächst die verschiedenen Pflanzenarten einer Fläche erfassen, also kennen. Und das geht über das Kennen-Lernen. Und da üben wir uns ein – und machen allesamt große Fortschritte !

Wir waren -

* im Osterbruch,
* an den Altarmen der Wümme,
* an unseren Pachtteichen im Quellgebiet der Oste,
* auf den Poppenwischen dort,
*im Hausgarten u. Umgebung in Höckel,
* an der Trelder Moorkoppel,
*auf der Nabu-Fläche in Kakenstorf und am Möhlensoll dort
* und in Wistedt auf unserer Pachtweide, der sog. Lungenenzian-Weide

Erfreut Euch an Karin Clausens schönen Fotos. Im April 2006, spätestens, geht es wieder los.

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Botanische Untersuchungen an der Oberen Wümme

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Fieberklee

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Scheiden-Goldstern

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Buschwindröschen

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Ein sensationeller Fund in den Lohbergen
Neufunde des Zypressen-Flachbärlapps

Kontrolle eines Kolben-Bärlapp-Wuchsortes in den Lohbergen bei Höckel am 2.04.05. Herr Netzel hatte uns 1998 darauf aufmerksam gemacht. Ein kleiner Bestand nur, so um einen halben Quadratmeter locker bedeckend.
Erfreulich! Der kleine Bestand hat sich ausgebreitet, schickt seine langen weichen Kriechsprosse nun schon recht raumgreifend in die Umgebung; knapp 2qm sind jetzt erobert. Dazu entdecken wir in wenigen Metern Entfernung einen zweiten Wuchsort mit bisher nur wenigen Trieben.
Und dann das! Mein Auge saugt sich förmlich fest an zwei büschelig-verzweigten „lebensbaumähnlichen", 5-8 cm aufragenden Pflänzchen oder Trieben. Sie stehen dicht beieinander und der Botaniker in mir weiß sofort, was er da vor sich hat: zwei Triebe des Zypressen-Bärlapps; mein erster Fund dieser äußerst seltenen Art hier bei uns.
Und was heißt da zwei Triebe!! Die Augen laufen über den Boden, ziehen immer größere Kreise und meine Frau und ich, wir fangen aufgeregt an zu zählen: da, 5 Triebe, etwas weiter 7, 10, 15 Triebe unterschiedlicher Größe, immer mehrere in wenigen Zentimetern Abstand bei einander, kleine Trupps bildend, gelegentlich – entsprechend dem unterirdischen Kriechsprosse – auch in einer Reihe. Schließlich haben wir 75 Triebe gezählt in 6 Trupps! Sensationell!! (Nicht-Botaniker mögen mir die Begeisterung nachsehen).
Der Zufall will es, dass wir wenig später an anderer Stelle in den Lohbergen Herrn Netzel begegnen bei seiner forst-amtlichen Planungsarbeit.
Natürlich müssen wir ihm sofort von unserem Sensationsfund berichten. Er lächelt – irgendwie wissend – und gesteht uns, dass er mit diesen „Lebensbaumschnipseln" dort am Boden, nahe dem Kolbenbärlapp, den auch er sich mal wieder angeschaut hatte, nichts Rechtes habe anfangen können, aber gesehen habe er sie auch.
Bei einem späteren „Fototermin" mit dem Zypressen-Bärlapp findet dann die Sensation ihre Fortsetzung; etwas weiter entfernt (30m und 50m) entdecken wir weitere 6-8 Trupps dieser Pflanze mit zusammen etwa 200!! Trieben. Diphasiastrrum tristachyum, der Zypressen-Flachbärlapp: Rote Liste Niedersachsen 2 (=stark gefährdet). Und jetzt dieser Fund in den Lohbergen! Bei Rolf Müller in seiner Flora des Landkreises Harburg (1991) finden sich zwei erloschene Fundortangaben, eine von 1900 aus den Lohbergen, eine zweite von 1906 „bei Höckel". Alle anderen aktuellen Funde beziehen sich auf Wuchsorte im NSG Lüneburger Heide.
Von den in den letzten Jahren entdeckten 7 Wuchsorten im Bereich des Forstamtes Sellhorn im NSG Lüneburger Heide sind nach Udo Hanstein (2001) nur noch zwei „am Leben", fünf sind erloschen.
Diese wenigen Angaben mögen einerseits dokumentieren, wie selten diese konkurrenzschwache Bärlapp-Art immer schon war und ist in unserem Raum und andererseits wie hoch dieser kräftige Neufund in den Lohbergen zu bewerten ist.
Konkurrenzschwach sind sie ja alle, unsere Bärlappe, über die in den Heften 7 und 15 unserer Mitteilungen (1998 bzw. 2002) auch schon berichtet wurde.
Sie sind Besiedler von Pionierstandorten auf nährstoffarmen Böden mit demzufolge schütterer Gesamtvegetation. Feuchte Bodenausstiche, spärlich bewachsene Feuchtheiden braucht der Sumpf-Bärlapp. Trocken-sandige Binnendünenreste in lichten Kiefernwäldern, trockene alte aufgelassene Sandgruben, magere Heidevegetation an offenen Waldrändern sind bevorzugte, aber seltene Angebote der Natur an Zypressen-Flachbärlapp und Kolben-Bärlapp. Sie alle haben es in einer durch zunehmenden Nährstoffeintrag aus der Luft belasteten Umwelt immer schwerer, erfolgt doch eine „heimliche", flächendeckende Stickstoffdüngung über die Niederschläge jahrein, jahraus, der schließlich auch die magersten Böden erliegen. Allein der Sprossende Bärlapp als ein Bewohner lichter Eichen-, Kiefern- und Birkenwälder, vermag sich insbesondere gegen Gräser durch eigenen dichten Sprossaufwuchs einigermaßen erfolgreich durchzusetzen. So sind seine Bestände hier bei uns z.Zt. die kräftigsten und dauerhaftesten.
Der Neufund des Zypressen-Bärlapps in den Lohbergen und damit in unserer Samtgemeinde zeigt: es gibt doch immer wieder positive Überraschungen. Daher füge ich wie schon 1998 in Heft Nr. 7 und 2002 in Heft Nr. 15 meinen Aufruf auch heute wieder an: Augen auf bei Spaziergängen, Wanderungen an Waldrändern, besonders auch beim Pilze suchen. Der Aufruf in 1998 brachte seinerzeit immerhin 6 neue Meldungen !

Nachtrag:
Eine Kontrolle in den Lohbergen um den 1.11.05 brachte die erfreuliche Erkenntnis: der Zypressen-Bärlapp ist nach wie vor vital, in Ausbreitung begriffen. Auffallend allerdings: es finden sich keine Triebe mit Sporenständern – und das bei nahezu 300 Trieben.
An einer Stellen wachsen Zypressen- und Kolbenbärlapp inszwischen munter durcheinander, eine Beobachtung die auch Hanstein an einigen Wuchsorten gemacht hat.

Quellen:
Garve, Eckhard (1994): Atlas der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen, Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen, Heft 30/2
Garve, Eckhard (2004): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen, in Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 1/2004,
Hanstein, Udo (2001): Beobachtungen an Bärlapp-Vorkommen im Forstamt Sellhorn, Lüneburger Heide, in NNA-Berichte, Heft 2, 2001 Wald und Naturschutz,
Kempe, Reinhard (1998): Bärlappe - Kriechstauden mit langer Vergangenheit!?, in Naturschutz in der Samtgemeinde Tostedt, Mitteilungsblatt Nr. 7 (1/98),
Kempe, Reinhard (2002): Bärlappe - Ein erster Zwischenbericht nach vier Jahren, in Naturschutz in der Samtgemeinde Tostedt, Mitteilungsblatt Nr. 15 (1/02),
Müller, Rolf (1991): Flora des Landkreises Harburg, Winsen,
Rothmaler, Werner (1976): Exkursionsflora, Kritischer Band,

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Der Zypressen-Flachbärlapp wächst meist in kleinen Herden

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Gemischter Bestand aus Zypressen-Flachbärlapp und Kolben-Bärlapp

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Der Kolben- oder Keulen-Bärlapp

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Wasser für ein Moor
Wiedervernässung des Großen Torfmoores

Ein schwerer Raupenbagger im Moor! Für den aufmerksamen Naturbeobachter aus sicherer Entfernung ein Schock. Und dann noch dazu im August, mitten in der Vegetationsperiode ! Das bedeutet doch wohl Grabenbau, Entwässerung, Zerstörung von empfindlichen Feuchtbiotopen!? Hört das denn nie auf !? Und das in einem Naturschutzgebiet! Doch Halt! Was ist das?
Näher herangekommen, versetzt das, was da geschieht, den argwöhnisch-zornigen Betrachter in freudiges, fast fassungsloses Staunen: Mit sanftem sonorem Brummen und mit gemessenen, fast behutsamen Bewegungen des schweren Auslegers mit seiner mächtigen Schaufel werden die Gräben am Weg durch das Moor g e s c h l o s s e n !
Schon staut sich das Wasser in die dahinter liegende Moorwaldfläche hinein. An einigen Stellen schwimmen kleine Torfmoosinselchen auf.
Wiedervernässung des Großen Torfmoores, südlich von Otter, in der ersten Augustwoche 2005. Herr Ratjen von der Firma Pankop auf dem Bagger – wie immer bei solchen Arbeiten mit dem AKN – souverän und feinfühlig, geduldig bei Unterbrechungen und kurzen Beratungen.
Schweißtreibende Arbeiten waren diesem Baggereinsatz in der letzten Juliwoche vorausgegangen. Bei schwül-warmer Witterung (um die 30 Grad C !), von Mücken und Bremsen umschwirrt, hatten 8 Mitglieder des AKN (bei bester Laune !!)
an 40 Stellen die für den Bagger nötigen Freiräume geschaffen durch Beseitigung der Gehölze an den Weg- und Grabenrändern.
An rund 40 Stellen wurden dann eine Woche später auf ca. 3 km Grabenlänge Querdämme gesetzt, um das Wasser in diesem wertvollen Moor-Rest zurückzuhalten. Jahrzehntelange Entwässerung, auch nach der Aufgabe der letzten Torfstiche (Ende der 50iger Jahre) und nach Aufgabe der letzten kleinräumigen Grünlandnutzung (2002*) hatte den gesamten Moorkomplex ausgezehrt. Auf den trockenen Restflächen hat sich bis heute ein nahezu geschlossener Moorbirkenwald entwickelt.
Diese lange geforderte und immer wieder ins Gespräch gebrachte Wiedervernässung wurde möglich im Zuge der Abschlussmaßnahmen des Otterer Flurbereinigungsverfahrens. Als Teil der fälligen Ausgleichsmaßnahmen für die Erneuerung und z.T. Erweiterung der befestigten Wirtschafts-Wege in diesem Bereich stellt die nun durchgeführte Wiedervernässung des Großen Torfmoores einen wichtigen Meilenstein dar in der Entwicklung und Sicherung des überregional bedeutungsvollen FFH-Gebietes (Obere) Wümmeniederung.
„ Aus Wald wird wieder Moor" titelte im Oktober die regionale Wochenzeitung BLICKPUNKT nach einem langen Gespräch mit uns bei einer Ortsbegehung. Genauer: In einem komplexen Restmoor-Wald wurde der erste Schritt, die Wiedervernässung, zu einem großen Teil vollzogen. Sie ist die Voraussetzung schlechthin für eine lange, sehr lange Entwicklung hin zu mehr moortypischer Vielfalt, von der Degeneration zu einer – wie auch immer gearteten – langsamen Regeneration. Exakte Voraussagen sind nicht möglich. Moore sind sehr individuelle „Organismen", abhängig vom Einfluss des Grundwassers, von den künftigen Niederschlagsmengen, von der umliegenden Nutzung, möglicher positiver wie negativer Einflüsse durch den Menschen usw.
Einiges kann man allerdings voraussagen, Erfreuliches in jedem Fall:
Die in diesem ausgezehrten Moor-Rest schlummernden Möglichkeiten sind noch so offenkundig, dass wir alle dort mit Sicherheit aufregende Entwicklungsprozesse werden beobachten können. Insbesondere werden die noch fast flächendeckend in kräftigen Resten vorkommenden Torfmoose durch die nunmehr dauerhaft vorhandene Nässe zu üppigem Wachstum angeregt. Das Absterben der dicht aufgewachsenen Moorbirken in den nassesten Bereichen wird mehr Licht für die Torfmoose bringen und zusätzlich ihr Wachstum fördern. Zentrale Bereiche werden schneller in die Regenationsphase eintreten, weiter außen befindliche später, z.T. sicherlich viel später, die Randbereiche und auch bestimmte höher gelegene Zonen im Innern werden als Moorbirken–Pfeifengras-Wälder erhalten bleiben. Wie schon erwähnt: moortypische Vielfalt wird sich zeigen !
Die Otterer/Todtshorner, die Bürger der Samtgemeinde Tostedt können durchaus schon jetzt stolz sein auf diesen zukunftsträchtigen Natur-Schatz ihrer unmittelbaren Heimat, auf das Schutzgebietssystem der Oberen Wümmeniederung.
Wir vom AKN sind es – schon lange !
Am Schluss seien noch zwei Aspekte genannt, sicherlich überregional wichtige, aber auch zunehmend wirtschaftsträchtige: die Wiedervernässung von Restmooren, das damit verbundene (Massen-)Wachstum der wasserspeichernden Torfmoose, fördert die Wasserrückhaltekraft und -kapazität in der Landschaft bei Extremwetterlagen und mindert so die oft schwerwiegenden Hochwasserschäden am Mittel- und Unterlauf. Moore – diese Schwämme in der Landschaft – dienen zudem mit ihrer positiven Wasserbilanz auch nachhaltig der Grundwasserbildung. Wasser ist –wer wüsste das nicht – ein vielfältig hohes Gut, für Moor und Mensch !

* Zwei Flächen im Westteil und eine im Ostteil werden z.Zt. noch genutzt, sind daher von diesen Vernässungs-Maßnahmen nicht betroffen.

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Grabenschließung mit schwerem Gerät

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Platz schaffen für den Bagger:
Mit Handsäge. . .

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. . . und Motorsäge:
Beim Kettenwechsel

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Schon staut sich das Wasser in die dahinter liegende Moorwaldfläche hinein

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Begegnungen mit der Töster Viehtrift und der Wümmeniederung
Die AKN-Exkursionen im Jahre 2005

Auf der Töster Viehtrift (22.5.2005)
Bei herrlichem Maiwetter begrüßte der erste Vorsitzende des AKN, Reinhard Kempe, – zusammen mit einer singenden Goldammer – eine aus 25 Personen bestehende Gruppe von Teilnehmern, AKN-Mitglieder und interessierte Gäste.
Die diesjährige Exkursion sollte im Zusammenhang mit der 900-Jahrfeier Tostedts die ehemalige Viehtrift den Teilnehmern näher bringen.
Dazu ein kurzer historischer Rückblick, basierend auf Aussagen des Heimatforschers Herrn Walter Bostelmann: Da in der unmittelbaren Umgebung Tostedts überwiegend Ackerbau betrieben wurde und zu wenig Wiesen und Weideland zur Verfügung standen, verteilte man im 19. Jahrhundert an Tostedter Bauern Allmendeflächen (Allmende = der gemeinschaftliche Grundbesitz der Dorfbevölkerung). Um das Weidevieh von Tostedt nach Tostedt-Land (daher diese Bezeichnung für das Gebiet südwestlich von Wistedt) hin und her treiben zu können, einigte man sich auf einen fünf Ruten (1 Rute = 4,67 m ) breiten Weg (23,35 m). Heute erinnert noch die Triftstraße an diese alte Verbindung.
An der Wegegabelung (Triftstraße/ Quellener Weg) begann die Exkursion.
An der Kreuzung Quellener Weg (von Tostedt kommend) und der Quellener Straße (Verbindung zwischen Wistedt und dem Hof Quellen) befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Viehtrift eine kleine, dicht aufgewachsene Fichtenmonokultur. Es ist geplant, die Nadelbäume mit behördlicher Genehmigung („Waldumwandlung") und mit Zustimmung des Eigentümers zu beseitigen. Danach sollen 20 – 30 Obstbäume (Hochstamm-Sorten) von AKN-Aktiven gepflanzt werden, was eine ökologische Aufwertung für diese Fläche bedeutet.
Der weitere Verlauf des ehemaligen Viehweges am Südrande von Wistedt kann von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden. Claus Bohling aus Wistedt begrüßte die Gruppe und erläuterte, dass der Wistedter Rat an bestimmten Stellen dieses Weges Obstbäume und eine Kastanie gepflanzt hat.
Im Bereich des Regenrückhaltebeckens, welches das Oberflächenwasser aus dem Ort bzw. der B 75 in Richtung Oste ableitet, stehen noch erhaltenswerte große Eichen an einem Feldweg. Hier und auf der folgenden Wegstrecke registrierten ornithologisch Interessierte im Bereich der Eichen den Gelbspötter, auf einer südlich gelegenen Wiese – in angemessener Fluchtdistanz – vier Kraniche, Rauchschwalben, Möchsgrasmücke, ein Sperberweibchen, einen Bussard sowie Rabenkrähen und Misteldrosseln.
Ein Rotmilan zeigte sich im nördlichen Teil des NSG „Kauers Wittmoor", wo tatkräftige Mitglieder mit einem nicht unerheblichen Einsatz auf einer mehrjährigen Silagefläche (mit vielen alten Autoreifen) 25 hochstämmige Obstbäume gepflanzt haben. Dort wachsen jetzt: die Große Schwarze Knorpelkirsche, Hauszwetschgen und die Apfelsorten: Gravensteiner, Kaiser Wilhelm, Goldparmäne, Prinz Albrecht von Preußen, Finkenwerder Herbstprinz, Celler Dickstiel. Die Obstbäume haben bzw. suchen Paten, die nicht nur ernten, sondern auch die Anpflanzungen pflegen.
Mit dem Eigentümer der im NSG „Kauers Wittmoor" liegenden Grünflächen hat das Land Niedersachsen einen langfristigen Entwicklungsvertrag geschlossen, um eine Extensivierung in der Bewirtschaftung zu erreichen, d.h. keine Düngergaben und kein Einsatz chemischer Spritzmittel sowie eine Mahd zu einem späteren Zeitpunkt, um die Aufzucht der Wiesenbrüter nicht zu gefährden.
Der Name dieses Naturschutzgebietes wird zurückgeführt auf das Vorkommen weißer Sande, die beim Abbau von Lehm/Ton als Rohstoffe für die Ziegelherstellung zu Tage traten. Als die Ziegelproduktion eingestellt wurde, hat man den Untergrund mit einer wasserundurchlässigen Schicht versehen, um ölverunreinigte Böden einzulagern. Um eine Gefährdung der Umgebung durch die
eingelagerten Materialien auszuschließen, gibt es drei Brunnen zur Wasserüberprüfung und eine versiegelte Oberfläche, die das Eindringen von Oberflächenwasser verhindern soll.
Unweit dieser Ablagerungsfläche befindet sich das eigentliche Moor, ein Durchströmungsmoor, d.h. nährstoffarmes Wasser durchfließt langsam den Untergrund. Hier wachsen verschiedene anspruchvolle Pflanzenarten wie die Moorlilie (auch Beinbrech, Narthecium ossifragum), deren Blütenstand Ende Juni/Anfang Juli 20 – 30 cm hoch wird, sowie der selten gewordene Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe), der überlebenswichtig für den Enzianbläuling ist. Dieser vom Aussterben bedrohte Schmetterling legt nur an Enzianpflanzen seine Eier ab, die Larven entwickeln sich in den Fruchtknoten. Von dort trägt eine bestimmte Moorameisenart diese in den Ameisenbau, wo sie sich von der Ameisenbrut ernähren und – geruchlich geschützt – selbst nicht gefressen werden. Nach der Überwinterung im Ameisenbau verpuppen sie sich und bilden im nächsten Sommer die nächste Generation.
In dem seit 1975 unter Schutz gestellten Kleinmoor führten im letzten Winter AKN-Mitglieder zusammen mit den Zivildienstleistenden der Gemeinde Tostedt Pflegemaßnahmen durch, um den Birkenaufwuchs zurückzudrängen. Es zählt zu den FFH-Gebieten und vereint extrem wertvolle naturnahe Flächen von Heide und Moor.
Schneller als geplant verging die Zeit mit verschiedenen Eindrücken aus der Natur und die Teilnehmer verabschiedeten sich bis zum nächsten Mal.

Das NSG „Obere Wümmeniederung (28. August 2005)
Nach der Begrüßung der 23 Teilnehmer führte diese Exkursion in das Naturschutzgebiet "Obere Wümmeniederung", welches sich beidseitig der Wümme von Wintermoor im Osten bis zur B 75 im Westen – der Ortschaft Wümme - erstreckt. Besondere Kennzeichen des Exkursionsgebietes sind: alte Binnendünen, ein aus der Eiszeit stammendes Toteisloch und dazwischen aufgelassene Torfstiche, wo das Moor renaturiert werden soll.
Der Ausgangspunkt dieser Exkursion war die Stelle, wo der Huthsche Weg in das NSG einmündet. Rechts des Weges in Richtung des Flusses Wümme erstrecken sich feuchte Viehweiden mit mächtigen Eichen, die Bestandsschutz haben. In früheren Zeiten standen hier noch Kiefern, die als Horstbäume für Greife wichtig waren. Sie fielen leider vor wenigen Jahren der Säge zum Opfer.
In einiger Entfernung entdeckten wir auf einer Wiese vier Weißstörche, die auf dem Wege nach Süden in die Winterquartiere ihre Kraftreserven auffüllten.
Links des Weges erstreckt sich ein Wald mit Moorbirken und zunehmenden Pfeifengrasbeständen (Molinia coerulea).
Am Rande einer ehemaligen Wiese gibt es noch wenige Exemplare der im Frühjahr blühenden Schachblume (Fritillaria meleagris).Im Gegensatz dazu ist das aus Südostasien eingeschleppte Drüsige oder Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) zu sehen, welches sich sehr wuchsfreudig an Bächen und Flussläufen ausbreitet und dabei die einheimische Flora zurückdrängt. Das wirkt sich wiederum auf die Lebensräume einheimischer Tiere wie z. B. Insekten aus, die in der Nahrungskette den Vögeln vorgeordnet sind. Eine Reduzierung dieser ca. 2 m hohen Pflanze, die rot/blassrot blüht und bis zu 200 Samen pro Exemplar produziert, könnte nur durch Spätfröste bzw. durch tiefes Abmähen bewirkt werden. Letzteres ist aber bei der bereits erreichten Verbreitung dieser Pflanze nicht mehr zu leisten. Auf den feuchten Wiesen und den benachbarten Standorten (ehemalige Binnendünen) sind 10 bis 12 Heuschreckenarten nachgewiesen.
Am Wege entdeckten wir die Pflanze mit dem Namen Gemeiner Teufelsabbiss (Succisa pratensis), deren Wurzelstock hinten wie abgebissen wirkt (Name) und deren Blütenköpfchen viele Insekten anlocken. Neben den Dünen entstanden in den nacheiszeitlich entstandenen Senken Kleinmoore, die vor sieben Jahren entkusselt wurden und sich deshalb gut entwickelt haben. In den feuchteren Bereichen finden wir die hellrot blühende Glockenheide (Erica tetralix) und die bis zu 10 cm hohe Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) mit ihren roten und kugeligen Beeren. Leider hat sich auch hier die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina), die aus Nordamerika stammt und bei uns keine Fressfeinde hat, weiter verbreitet.
Eine Besonderheit ist ein früheres Toteisloch. Am Ende der Eiszeit blieb an dieser Stelle ein Gletschereisbrocken liegen. Nach dem Abtauen entstand ein Weiher, dessen Wasser nährstoffarm ist und der vom Ufer her allmählich verlandet. Wie gefährlich das Betreten des Schwingrasens sein kann wurde mit einer ca. 2 m langen Stange demonstriert, die ohne große Mühe in den moorigen Untergrund gestoßen werden konnte.
Auf der sonnenexponierten Seite der Sanddünen ist der Lebensraum von Sandwespen (u.a. Ammophila-Arten), deren kolbenförmiger Hinterleib halb rot und halb blau ist, auch der geschützten Schlingnatter (Coronella austriaca), die an der Kopf- und Halsseite dunkle Längsstreifen besitzt, und der giftigen Kreuzotter (Vipera berus), auf deren Rücken ein dunkles Zickzackband zu sehen ist Diese Tiere bekamen wir allerdings nicht zu Gesicht.
Auf dem Rückweg sahen wir an der mäandrierenden Wümme einen gut ausgeprägten Prall- und Gleithang. Deutlich waren die unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten des fließenden Wassers und die Korngrößen der Ablagerungen zu erkennen. So sollten weite Strecken unserer Heideflüsse aussehen!
Im Anschluss an die Fußwanderung trafen sich die Teilnehmer zum gemütlichen Zusammensein bei strahlendem Sonnenschein vor der Hütte der „ Dittmer-Teiche", um die mitgebrachten Speisen und Getränke sich munden zu lassen. Allen Aktiven und Spendern ein herzliches DANKESCHÖN!

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Die Exkursionsteilnehmer auf der Töster Viehtrift

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Der herrliche Lungenenzian

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Am Rande eines Kleinmoores nahe der Wümme

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Der Teufelsabbiss wird gerne von Insekten besucht

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Der seltene Sumpfgrashüpfer kommt in starker Population auf den Feuchtwiesen in der Wümmeniederung vor

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Gemütliches Beisammensein an den Pachtteichen Schillingsbostel

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Der Turm bei Tiste
Ein Kranichschutz-Ranger berichtet

Im Mitteilungsblatt 20 (2004) des AKN ist über die Situation der Kranichpopulation im LK Harburg und LK Rotenburg berichtet worden. Deshalb möchten wir hier einen Beitrag bringen aus der Sicht von Kranichschutz Deutschland und dessen Rangern in Tiste. Mit Freude kann berichtet werden, dass sich der Bestand des Kranichs im LK Harburg und auch im LK Rotenburg gut entwickelt hat. Der Hauptgrund dafür ist, dass Freiräume für diesen herrlichen Vogel geschaffen wurden, die es ihm ermöglicht haben, sich bei uns heimisch zu fühlen.
Nachdem die Entwicklung so positiv verlaufen ist, kommt nun der interessierte Besucher ins Spiel. Es ist bestimmt allen Lesern bekannt, dass eine entsprechende Beobachtungswarte im Tister Bauernmoor vom LK Rotenburg in Zusammenarbeit mit den Verbänden und der EU eingerichtet wurde. Diese Warte ist integrierter Bestandteil des EU-Schutzgebietes Moore bei Sittensen V22. Es sei hier explizit erwähnt, dass die Warte direkt im Schutzgebiet steht und somit gemäß ihres Standortes auch entsprechend vom Besucher gewürdigt werden sollte. Jedem Besucher sollte klar sein, dass er sich in einem Schutzgebiet befindet und sich bitte auch entsprechend verhalten muss:

Ruhig – vorsichtig – unauffällig

Entsprechende Mitteilungen, Bekanntmachungen und Mund zu Mund Propaganda haben bewirkt, dass in der Zeit des Kranichzuges die zugänglichen Bereiche und speziell die Warte im Moor sehr stark durch Besucher frequentiert werden. Die Warte ist konzipiert für einen Besuch von ca. 25 Personen – es ist aber zur Regel geworden, dass die Warte bis zu 65 Personen gleichzeitig an einem einzigen Abend fassen muss.
Das ist zum einen ein entscheidender Grund dafür, dass der Lärmpegel auf der Warte so gestiegen ist, dass es bereits vorgekommen ist, dass die Kraniche den Einflug abgebrochen haben. Da es sich nicht nur um Einzelfälle gehandelt hat, wird als vorbeugende Maßnahme eine Besucherlenkung angestrebt; diese wird dann in Zusammenarbeit mit dem LK Rotenburg und dem Kranichschutz Deutschland durchgeführt. Diese Lenkung soll bewirken, dass die Kraniche sowie auch die Besucher zu ihrem Recht kommen. D.h. die Kraniche können ohne Stress und Störung ihre Abendruhe antreten und der Besucher kann in Ruhe und Besonnenheit den Einflug genießen.

Wir möchten hier einmal einen alltäglichen Abend im Oktober auf und um den Beobachtungsturm herum schildern. Es beginnt damit, dass ca. 2 Stunden vor dem Einflug die Warte durch die Besucher in Beschlag genommen wird. Die Erwartungshaltung ist groß, und es wird eine rege Unterhaltung gepflegt; ein jeder gibt Prognosen darüber ab, ob und wann denn wohl die ersten Kraniche kommen und wie viele es wohl sein werden.
Dann ist es soweit. Die ersten Vögel zeigen sich am Horizont. Ein oder zwei Vogelfreunde haben sie in ihren Ferngläsern gesehen und geben sofort lautstark Meldung an das wartende Publikum, ob dieses das will oder nicht, und zwar sogleich mit genauer Stückzahl. Es wird geklatscht wie bei einem Kindergeburtstag oder wie im Flugverkehr, wenn dem Kapitän zu seiner erfolgreichen Landung auf Mallorca gratuliert wird. Es geht ein geräuschvolles Raunen durch die Menge und ein Blitzlichtgewitter startet. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße! Die Kraniche drehen wieder ab. Stellt sich nun die Frage, warum?
Die Beantwortung ist sehr einfach. Zum einen erklärt ein Blick aus dem Turm nach unten schon einiges. Besucher stehen im geschützten und damit verbotenen Bereich vor dem Turm in auffälliger Kleidung und fotografieren. Ein jeder kann sich vorstellen, dass in einer Entfernung von nicht einmal 30m die Kraniche die Leute sehen und vor Schreck ihren Anflug abbrechen. Es sollte auch bekannt sein, dass die normale Fluchtdistanz der Vögel ca.500m beträgt. Diese beiden Punkte, sehr großer Geräuschpegel auf dem Turm und auffällige Gestalten vor dem Turm, veranlassen die Kraniche, den Turm als Störpotential anzusehen und diesen weiträumig zu meiden. Vielen Besuchern des Turmes wird in letzter Zeit bestimmt aufgefallen sein, dass die Kraniche oft erst sehr spät in der Dämmerung kommen – warum wohl?

Es ist daher umso unverständlicher, dass diese Besucher - auf ihr Fehlverhalten angesprochen – dann zur Antwort geben, sie hätten keinen Platz auf dem Turm bekommen und könnten nichts sehen!
Natürlich erfordert die starke Frequentierung des Turmes während der Hauptzugzeit im Herbst auch ein besseres Management durch die verantwortlichen Behörden, u.a. eine gut durchdachte und plazierte Information und Aufklärung, angefangen am Parkplatz bis hinauf zum Turm. Auch eine Beschränkung der Anzahl gleichzeitiger Besucher auf dem Turm selbst wird künftig nötig sein.
Trotzdem stellt sich nun die Frage: um was geht es vielen Besuchern eigentlich? Was erwarten sie? Sie besuchen im Tister Bauernmoor keinen abendlichen Event oder eine ornithologische Inszenierung. Der Besucher befindet sich in einem höchst sensiblen Landschaftsteil, der nicht umsonst durch die EU unter Schutz gestellt wurde. Es muss ihm bewusst sein, dass er sich dementsprechend zu verhalten hat.

Eine wirkungsvolle Methode, um die Kraniche vom Turm oder vom Boden aus zu beobachten, ist, dass man sich der Umgebung anpasst, gedeckte Kleidung trägt, sich grundsätzlich sehr ruhig verhält, nur den geraden Weg zum Turm wählt und nicht vom Weg abweicht. Und es macht Sinn und es ist von Nutzen, wenn zur persönlichen Ausrüstung festes Schuhwerk und ein Fernglas gehören. Es ist auch von besonderer Qualität, die Kraniche nicht nur zu erspähen, sondern auch mal ihren Rufen nachzulauschen. Wir können garantieren es funktioniert und es ist wunderbar. Von den 570 ha des Tister Bauernmoores sind für den Besucher ca. 150 ha vom Turm aus mit dem Auge zu erschließen.
Es kann die berechtigte Hoffnung gehegt werden, dass sich für die weitere Zukunft hier ein gutes Habitat für Kranich und Co. entwickeln wird, trotz einiger widriger Umstände, zu denen leider auch das Fehlverhalten vieler Besucher gezählt werden muss.
Deshalb möchten wir hiermit nochmals an die Vernunft des interessierten Vogel- und Naturfreundes appellieren: nehmt euch diese Hinweise zu Herzen und gebt sie weiter.

In diesem Sinne auf hoffentlich weiterhin schöne Genüsse für Augen und Ohren im Tister Bauernmoor.
Für den Kranichschutz Deutschland

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Der Kranich ist Brutvogel im Tister Bauernmoor

 

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Mit wechselnden Mannschaften
Projekte des Sommerhalbjahres

Auch das Sommerhalbjahr sieht uns zunehmend mit Kleingruppen bei verschiedenen Projekten in Aktion. Immer häufiger müssen und wollen wir – entsprechend der jeweiligen Zielsetzung – Hand anlegen auf unseren zahlreichen Eigentums-, Pacht- u. Betreuungsflächen.
Zwei Schwerpunkte haben sich da in den letzten Jahren herausgebildet:

1. Die praktische Betreuung zahlreicher extensiv genutzter Grünlandflächen mit z.T. wertvollen Pflanzen- und Tiergesellschaften.
2. Die langfristig angelegten Entwicklungsarbeiten auf dem Areal der von uns gepachteten Dittmer-Teiche bei Schillingsbostel.
Hinzu kommt:
3. Die Betreuung von AKN-Info-Ständen auf örtlichen Märkten und Dorffesten.

Rund 25 Aktive in wechselnden Kleingruppen haben sich in diesem Sommerhalbjahr dabei mit viel innerem und äußerem Engagement eingebracht. Viel Schweiß ist geflossen bei oft warmem und auch schwül-heißem Wetter.
Im einzelnen gab es folgende Arbeitseinsätze:

1. In der 2. Aprilhälfte galt es Feldsteine einzubringen in die beiden entschlammten Dittmer-Teiche, vor dem erneuten Fluten. Die verschieden großen Steinhaufen sollen vor allem den wirbellosen Wassertieren Aufsitz-, Versteck- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Sechs Leute waren an zwei Terminen dabei. Die Steine hatte uns dankenswerterweise Herr Dittmer „frei Teich" angeliefert.
2. An der Betreuung des Hamster-Marktes in Tostedt am 8.05.05 beteiligten sich insgesamt 12 Leute.
3. Unser Info-Stand beim Markt auf Hof Quellen am 18./19.06.05 wurde von 9 Leuten betreut.
4. Mahd und Räumung unserer Pachtflächen am Dössel (Kakenstorf) am 18.06.05 und noch einmal in der 2. Septemberhälfte wurde von vier Leuten geleistet, unter Einsatz von entsprechenden landwirtschaftlichen Maschinen.
5. Der 29.07. und 1.08.05, sowie der 4. und 5.08. standen ganz unter dem Arbeitstitel „Wiedervernässung zentraler Teile des Großen Torfmoores", südlich von Otter (siehe eigener Artikel dazu). Mit zusammen 11 Leuten waren wir dort engagiert, dazu der Raupenbagger mit Herrn Rathjen von der Firma Pankop.
6. Am 4.07. und 15.07.05 galt es mit jeweils zwei Leuten auf zwei Flächen des AKN (Eigentums- u. Pachtfläche) die E-Zäune zu richten, auszubessern und unter dem Leitungsdraht zu mähen.
7. An 2 Tagen im Juli und August und an einem Tag im September wurden mit zusammen vier Leuten abschließende wichtige Arbeiten an der Fischerhütte und auf dem Areal der Dittmer-Teiche geleistet.
8. Mit 11 Leuten (in Ablösung) konnten wir am So. 21.08.05 unseren Info-Stand auf dem Handeloher Dorffest betreuen.
9. Am 22./23.09.05 schließlich sorgten fünf Leute vom AKN und die beiden neuen Zivis der Gemeinde Tostedt, Christian Herrmann und Dennis Gras (beide aus Tostedt), für Mahd und Abräumen des Mähgutes auf Teilflächen der Poppenwischen bei den Dittmer-Teichen.

Zum Schluss seien hier alle Aktiven namentlich genannt, verbunden mit einem herzlichen Dank für die oft spontane Bereitschaft und den engagierten Einsatz. Viele der Genannten waren bei mehreren Einsätzen dabei, einige wenige bei fast allen, auch das soll hier erwähnt werden.
Dabei waren:
Edith Birger, Claus Bohling, Heinrich Busch, Heiner Fehling, Alexander Gröngröft, Frederike Heller-White, Tina Hostmann, Jutta u. Reinhard Kempe, Jutta u. Günther Knabe, Manfred Koslowski, Christel Kühne, Eckhard Miersch, Karsten Müller, Walter Müller, Maria (Mia) Nyhuis, Uwe Quante, Erika Ripken, Klaus Sülbrandt, Kai Tibke, Fritz Visarius.
Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen.

Unser arbeitsreiches Winterhalbjahr hat Anfang Oktober begonnen.
Die ersten großen Einsätze in den Naturschutzgebieten unserer Samtgemeinde haben bereits stattgefunden, mit großartiger Beteiligung! Darüber wird im Frühjahrsheft zusammenfassend berichtet. Auch für Januar und Februar 2006 haben wir ein „volles" Arbeitsprogramm" und Mitstreiter an Samstagen (9.00 – 12.30 Uhr) sind nicht nur ganz herzlich willkommen, sie werden dringlich gebraucht !
Die Beteiligten eines solchen Arbeitseinsatzes draußen im Moor wissen nach vollbrachter Arbeit durchaus, was sie sagen, wenn sie begeistert sagen: das war wieder eine tolle Sache ! – Und eine sinnvolle ! Arbeitstermine im Januar und Februar 2006 können beim Vorstand abgefragt werden. Wir freuen uns auf alle bekannten und neuen Gesichter.

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Feldsteine wurden in die entschlammten Dittmer-Teiche eingebracht

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Mahd mit unserem Balkenmäher auf den Poppenwischen


 

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Liesa Dora Hackenbruck zum Gedenken
Sie ließ sich von der Natur begeistern

Unser langjähriges Mitglied Liesa Hackenbruck aus Höckel ist nach schwerer Krankheit am 8. Mai 2005 verstorben. Sie hat unsere Arbeit von Anfang an engagiert verfolgt und vielfältig unterstützt.
Immer auf der Suche nach den kleinen Schönheiten und Kostbarkeiten draußen in der Natur, kam sie oft zu uns, um sich darüber begeistert mitzuteilen. Sie wollte alles wissen und konnte so dankbar und glücklich staunen. Sie hat sich bis in ihre letzten Tage diese so wunderbar ansteckende Neugier bewahren können, diese helle Freude an den Erscheinungen der Natur, am Menschen.
Zu ihrer Beisetzung wollte sie Geld statt Blumen. Sie hat den Erlös zu je einem Drittel der örtlichen Feuerwehr, der Kirche Handeloh und dem Arbeitskreis Naturschutz vermacht. Danke, Liesa.
Liesa Hackenbruck war eine gute Freundin von Gisela Ernst, von deren zahlreichen poetischen und zeichnerischen Miniaturen wir eine erste Kostprobe im letzten Heft vorgestellt haben: Die Gelbe Taubnessel. Liesa Hackenbruck hat uns ihre Geschenkkarten von Gisela Ernst noch zu Lebzeiten vermacht. So sei eine zweite diesem Nachruf angefügt.

Die Saatwucherblume

Saat-Wucherblume = Chrysanthemum segetum L. chrysos = Gold; anthemos = Blume; seges = Saat.
Da sie bes. in Gebieten mit Dreifelderwirtschaft durch Massenausbreitung zur Landplage wurde, versuchte man im Mittelalter, durch landesherrliche Gesetze ihre Ausbreitung einzudämmen. In Oldenburg wurde sie als Twölfgrotenblume bezeichnet. Sie ist eine einjährige Pflanze, 20 bis 60 cm hoch, deren Blätter etwas sukkulent (dickfleischig) sind. Sie kann sich gegenüber den Kulturpflanzen durchsetzen, da sie raschwüchsiger und widerstandsfähiger gegen ungünstige Standortsfaktoren ist. Sie gedeiht nur auf kalkfreiem Boden und kann durch Kalken und häufiges Hacken bekämpft werden. Chrysanthemum indicum wurde in Japan als Sinnbild langen Lebens gefeiert und in vielen Varianten gezüchtet. Im Kaiserwappen ist eine stilisierte, 16- strahlige Chrysantheme zu sehen.

Blanke Erde, bleiches Stoppelfeld,
auch ein Stück mit grüner Saat bestellt.
Schneegestöber nimmt den Sonnenschein.
Plötzlich leuchtet’s gelb am Ackerrain.
Ein blühend Pflänzchen trotzt Novemberwind,
ein Unkraut nur, nur eines Sommers Kind.

Wucherblume, - Corn-Mary gold,
ein Kulturbegleiter, ungewollt.
Wo der Bauernvogt im Feld sie fand,
überwuchernd Brach- und Ackerland,
„zwölf Grote" Strafe wurden gleich kassiert.
Die zähe Pflanze hat dies nicht gerührt.
Viele tausend Samen streut sie aus.
Reißt man aus dem Boden sie heraus,
sie bewurzelt sich, erblüht, trägt Frucht.
Doch schlug Bauernfleiß sie in die Flucht.

Vergebens suchst du heute sie im Feld.
Verworren, wie so vieles auf der Welt,
rollt Verwandtschaft jetzt in breiter Spur,
hergeholt aus östlicher Kultur,
in die Häuser, Gärten, Parks hinein:
Chrysanthemen wollen Freund euch sein.
Gisela Ernst

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Die Saatwucherblume
(Zeichnung G.Ernst)

[Inhalt]

 

Aktivitäten des AKN im Sommerhalbjahr 2005
Begehungen, Bereisungen, Treffen, Sitzungen, Arbeits- und Pflegeeinsätze
So. 08.05.05: Infostand auf dem Hamstermarktin Tostedt,

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Die Zivis Dennis und Christian auf den Poppenwischen

Do. 12.05.05: Treffen der Ornithologen zum Vogelminitoring,
Mi. 18.05.05: Gesprächsrunde in der Naturschutzabteilung des Landkreises mit dem Vorstand des Modellflug-Vereins Condor (Herrn Dohrmann) bei Heidenau über die Standortproblematik des Flugplatzes.
Do. 19.05.05: Zweite Donnerstag-Exkursion der Botaniker(innen)
So. 22.05.05: Exkursion des AKN entlang der Tostedter Viehtrift bis zum Kauers Wittmoor bei Wistedt.
Mi. 25.05.05: Ortstermin mit dem Todtglüsinger Sportverein (H.-C. Hoffmann) an der Todtglüsinger Sandgrube.
Do. 26.05.05: Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss der SG Tostedt,
Sa. 28.05.05: Besprechung auf Hof Quellen zur Organisation und Info-Stand-Plazierung beim dortigen Hoffest und Markt im Juni.
Fr. 03.06.05: Zaunreparaturen bei der Lungenenzian-Weide/Wistedt.
Do.09.06.05: Dritte Donnerstag-Exkursion.
Mo. 13.06.05: Treffen im Vorwerk-Haus mit Herrn Tödter. Fragen des Naturschutzes und von Ausgleichsmaßnahmen.

 

Sa. 18.06.05/
So. 19.06.05:
Hoffest u. Markt auf Hof Quellen unter dem Motto "Garten, Kunst u. Gaumenfreuden".
Di. 28.06.05: Gespräch u. Ortstermin mit Herrn Hirt (Landkreis Harburg) und Herrn Scheffner (AfA Verden); Thema: Durchführung der Wieder-vernässung des Großen Torfmoores bei Otter.
Mi. 29.06.05: Begehung der Flächen der Siemers-Stiftung an der Heidenauer Aue mit H. Aldag und H. Busch.
So. 03.07.05: Begehung an den Dittmer-Teichen mit Alexander Gröngröft: Thema: Wasserhaushalt und Wasserführung dort.
Mo. 04.07.05: Freimähen des E-Zaunes auf der Lungenenzian-Weide bei Wistedt.
Sa. 09.07.05: Begehung der Vorwerk-Flächen bei Todtglüsingen I (Todtschlatt, Wald, Beek).
Do. 14.07.05: Vierte Donnerstag-Exkursion.
Fr. 15.07.05: Freimähen und Reparatur des E-Zaunes auf der AKN-eigenen sogn. Dallmann-Weide.
Do. 21.07.05: Gespräch beim Landkreis zusammen mit dem Condor-Vorstand (Herrn Dohrmann) über die Standortproblematik des Flugplatzes bei Heidenau.
Fr. 22.07.05: Anbringen der Markierungen für die Kammerung der Gräben im Großen Torfmoor.
Fr. 29.07.05: Freistellen der ca. 40 Baggereinsatzstellen von Gehölzaufwuchs entlang der Wege im Großen Torfmoor.
Mo.01.08./
Do. 04.08.05:

Fortsetzung und Abschluss der Arbeiten im Großen Torfmoor.

Fr.05.08.05: Betreuung der Baggerarbeiten zur Wiedervernässung im Großen Torfmoor.

 

Mi. 17.08.05: Arbeiten an der Fischerhütte bei den Dittmer-Teichen.
Fr. 19.08.05:

Begehung der Vorwerk-Flächen in Todtglüsingen II.

So. 21.08.05: Info-Stand des AKN auf dem Handeloher Dorffest.
Mo. 22.08.05: Begehung der Pacht- u. Eigentumsflächen unserer neuen Mitglieder aus Kampen (Frau Bornschein/Herr Hamper), im Gebiet des NSG Obere Wümme. Teilnehmer: Herr Hamper, Herr Hirt, Kempe. Thema: Naturschutz und „Großraumbeweidung" mit Highland-Rindern.
Do. 25.08.05: Fünfte Donnerstag-Exkursion.
Sa. 27.08.05: Besuch beim AKN durch Heinrich Benjes und Besichtigung verschiedener Benjes-Hecken zwischen Handeloh und Heidenau.
So. 28.08.05: AKN-Exkursion ins NSG Obere Wümme im Bereich Tostedt-Land,
Mo. 29.08.05: Freimähen des E-Zaunes zur Auszäunung eines Tümpels auf einer Fläche der Siemers-Stiftung.
Do. 01.09.05: Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss der SG Tostedt,
Mi. 07.09.05: Begehung Sandgrube Todtglüsingen mit Vertretern des Todtglüsinger Sportvereins,
Fr. 09.09.05: Ortstermin bei Heidenau mitLandkreisvertretern (Gumz), dem Condor-Vorstand (Dohrmann) und dem AKN (Aldag, Busch, Kempe),
Fr. 09.09.05:

Besuch des Tags der Offenen Tür im Wildforschungszentrum Redderberg bei Fintel.

Mi. 21.09.05: Treffen bei Frau Bolz (Samtgemeinde Tostedt): Herbst- u. Winterarbeits-Programm der beiden neuen Zivildienstleistenden unter teilweiser Betreuung des AKN.
Fr. 23.09.05: Einweisung der beiden Zivis in die Verhältnisse und in die Arbeit an den Dittmer-Teichen und auf den Poppenwischen.
Do. 06.10.05: Pressetermin mit dem BLICKPUNKT im Großen Torfmoor bei Otter und im Großen Moor bei Wistedt.
Do.06.10.05: Herbsttreffen der AKN-Arbeitsgruppe Heidenau unter Leitung von Hermann Aldag.
So.09.10.05: Spontanbegehung einer pachtwürdigen Quellhang-Weide durch Vorstandsmitglieder am Wistedter Berg.

 

Di. 11.10.05: Herbsttreffen der AKN-Arbeitsgruppe Handeloh.
Mi. 12.10.05: Gesprächstermin in Neddernhof (Siermers-Stiftung) und Begehung wichtiger Bereiche auf dem dortigen Gelände; Festlegung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen.
Do. 13.10.05: Besichtigung von Eisvogel-Nisthilfen in Neddernhof,
Mi. 19.10.05: Vorarbeitstermin mit Motorsäge u. Freischneider für den ersten großen Arbeitseinsatz im Großen Moor bei Wistedt.
Do. 20.10.05: Begehung von verschiedenen Problemflächen in Heidenau mit dem dortigen Umwelt-Ausschuss, der Bürgermeisterin, Herrn Böttcher vom Landkreis, Herrn Meyer vom Wasserverband Oste (Kalber Bach) und Herrn Seute von der Samtgemeinde Tostedt.
Sa. 22.10.05: Naturschutz-Arbeitseinsatz der Handeloher Jugendfeuerwehr unter Leitung von Jörg Christenson am oberen Büsenbach mit Betreuung des AKN, Gruppe Handeloh.
Mi. 26.10.05: 2. Vorarbeitstermin im Großen Moor.
Mo.07.11.05:

Treffen der AKN-Vogelkartierer.

Sa. 12.11.05: Pflanzarbeiten mit Kleingruppen an drei verschiedenen Stellen: auf dem Neddernhof-Gelände (Siemers-Stiftung), im NSG Obere Wümme, auf einer Fläche von Bornschein/Hamper; auf der Obstbaumfläche (Kauers Wittmoor).
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