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Liebe Mitglieder und Freunde des AKN,

20 Jahre AKN, welch stolzes Jubiläum! Denn 20 Jahre AKN heißt 20 Jahre Beobachtung der Natur und ihrer Veränderungen, 20 Jahre Erfassung von Daten, 20 Jahre Erarbeitung von Stellungnahmen zu Planungen und Bauvorhaben, 20 Jahre Zusammenarbeit mit Gemeinden, Behörden, Organisationen und Privatpersonen, 20 Jahre Biotoppflege in Mooren, Heiden, Grünland, Brachen und an Gewässern, 20 Jahre Renaturierung, Neuschaffung und Sicherung von Biotopen, 20 Jahre Öffentlichkeitsarbeit mit Ausstellungen, Info-Ständen, Vorträgen, Exkursionen, Mitteilungsheften, Flyern, Internet-Präsenz, 20 Jahre Projekte für Natur und Landschaft unserer Heimat und noch vieles mehr.
Hinter allen stecken aber auch 20 Jahre Arbeit und Erbauung, Schweiß und Fröhlichkeit, Enttäuschungen und Bestätigungen, Misserfolge und Erfolge, Anfeindung und Lob, Ärger und Freude; und nicht zuletzt 20 Jahre Wachsen von Gemeinsamkeiten, Gruppenzusammenhalt und Freundschaften.

Wie Reinhard Kempe in seinem ausführlichen Bericht in diesem Heft darstellt, sind es sogar mehr als 20 Jahre Arbeit für und Freude an der Natur, die den AKN mit seinen den Verein tragenden Personen auszeichnen. Die Vorarbeiten erfolgten bereits vor 30 und 40 Jahren, ja die allerersten Grundlagen wurden bereits vor 50 Jahren gelegt.
Die beteiligten Personen wechselten dabei ein wenig, einige schieden aus - aus beruflichen oder Altersgründen, einige fanden später wieder zurück - und viele kamen neu hinzu, insbesondere in den letzten 10 Jahren.
Rückblickend hat der AKN in der Zeit seines Bestehens viel erreicht, vieles, was wir uns vor 20 Jahren noch nicht vorstellen konnten. Es ist schwer, besondere, den Prozess der Entwicklung des AKN beschleunigende Ereignisse herauszuheben, waren doch alle Phasen bedeutsam. Besonders wichtig waren aber sicher die Biotopkartierung, die den Startschuss für ein konzertiertes Vorgehen der bisher als Einzelpersonen agierenden Naturschützer unserer Region darstellte, und die Gründung des AKN e.V., die dem Naturschutz in der SG Tostedt völlig neue Wege und Möglichkeiten des Vorgehens ermöglichte - man denke nur an die inzwischen reichlich genutzte Möglichkeit, Flächen für den Erhalt und die Verbesserung der Natur zu pachten und zu kaufen. Zudem hat die Vereinsgründung dem AKN eine solide finanzielle Basis geschaffen.
Der AKN ist, und das ist besonders erfreulich, in Tostedt und im ganzen Landkreis als fachlich kompetente und sehr aktive Naturschutzgruppe anerkannt, und er wird von verschiedenen Seiten tatkräftig und materiell unterstützt!

Man kann sicher sagen, der AKN ist aus der reichen Landschaft der überaus vielfältigen und engagierten ehrenamtlichen Tätigkeiten in der SG Tostedt nicht mehr wegzudenken, er hat die letzten 20 Jahre deutlich mitgeprägt.
Dennoch - es gibt immer noch viel zu tun in Sachen Naturschutz - packen wir’s an!
In diesem Sinne, eine schöne Weihnachtszeit, Euch und Ihnen allen,

Ihr U.Quante

 

 

 

 

 

 

 

 

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AKN-Splitter
Wichtiges - kurz berichtet

Führung am renaturierten Todtgraben

Eine erste Führung unter Leitung des AKN, angeregt vom Otterer Bürgermeister Herbert Busch, unter Mitwirkung von Armin Hirt (Landkreis Harburg), hat am Sonntag, den 14.10.07 am Todtgraben stattgefunden (siehe Bericht in diesem Heft).
Interessierten Otterer Bürgern wurde so Gelegenheit gegeben, den derzeit fertiggestellten ersten Abschnitt des Todtgrabens in ganzer Länge in Augenschein zu nehmen und sich alle Fragen zu dieser auffälligen Umgestaltung des Baches, direkt vor ihrer Haustür, beantworten zu lassen.
Mit dabei waren auch die Jugendlichen der Otterer Jugendfeuerwehr und ihre Leiter. Es ist geplant, mit ihnen eine Bachpatenschaft zu entwickeln, um weitere Wiesenbäche im Einzugsbereich der Oberen Wümme (Jilsbach und Dammgraben) mit kleinräumigen, aber durchaus wirksamen Maßnahmen zu verbessern.
Eine erste Gesprächsrunde hat inzwischen am 2.11.07 im Otterer Feuerwehrhaus stattgefunden. Teilnehmer: Armin Hirt (Landkreis), Reinhard Kempe (AKN), der Leiter der Otterer Jugendfeuerwehr und auch einige Angler aus Otter und Fintel.

Über weitere konkrete Schritte sind wir noch nicht hinaus, aber der gute Wille und ein ernsthaftes Interesse an einer Bachpatenschaft ist auf allen Seiten vorhanden.

Kranich-Population in Tostedt und Umgebung wächst weiter

Im Rahmen der Kranichtagung 2007 in Handeloh (Bericht in diesem Heft) stellte Reinhard Kempe die Brut- und Nahrungsäume der Kraniche in der SG Tostedt vor. Es ist offensichtlich, dass zum einen die erfolgte Verbesserung der Wasserverhältnisse in unseren Mooren durch Wiedervernässung, zum anderen die allgemein zu beobachtende Ausbreitungstendenz des Kranichs nach Westen zu einem bedeutenden Anstieg der Anzahl der Brut- und Revierpaare in Tostedt und Umgebung geführt hat.
Die Entwicklung begann im Jahre 1988 mit den ersten 2 Revierpaaren und erreichte in 2007 den bisherigen Höhepunkt mit 35 Paaren. Das Wachstum erfolgt exponentiell, d.h. es beschleunigt sich zunehmend (siehe Graphik), und es ist anzunehmen, dass die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Hierfür spricht einerseits der in den letzten Jahren erfolgte besonders starke Zuwachs. Andereseits ist, nachdem in den ersten Jahren lediglich die Moore besiedelt wurden, eine Eroberung anderer Bruthabitate wie Erlen- und Birkenbrüche sowie Auwälder und Sümpfe unserer Heidebäche zu beobachten. Im Tostedter Gebiet stehen von diesen Biotoptypen noch eine ganze Reihe als potentielle Bruträume zur Verfügung.
Auch wenn die vollständige Erfassung der Kranich-Bruten in unserem Bereich zunehmend schwieriger wird, so sind wir dennoch sehr gespannt auf die weitere Entwicklung! Uwe Quante

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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Graphik: Entwicklung der Kranich-Population

 

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Die „Donnerstags-Exkursionen“...
. . . viel Wissenswertes über Flora (und Fauna)

Unsere zweite Exkursion in diesem Jahr führt uns in den „Wümmegrund" (Flurname dort: Bargermoor ) im NSG Obere Wümme. Wir treffen uns am Kindergarten in Otter und fahren Richtung Süden bis zu einem kleinen Wiesenweg.
Von dort wandern wir über eine weitläufige Weide mit auffallend vielen mächtigen Büscheln des Stumpfblättrigen Ampfers (Rumex obtusifolius). Wir durchqueren den Bruchwald mit seinem dichten Gebüsch, klettern über umgestürzte modernde Bäume und gelangen in die Niederung.
Auf den ersten Blick erkenne ich lediglich ein Gewirr trockener, vorjähriger Schilfhalme. Beim näheren Hingucken sind jedoch auf dem Grund die frische grüne Kinderstube des Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) sowie viele weitere Pflanzen zu entdecken, die sich in diesem Feuchtbereich wohlfühlen: Wassserdost, Wasser-Minze, die Sumpf-Varianten von Kratzdistel, Vergißmeinnicht, Labkraut, Ziest, Pippau, Dotterblume ......
Langsam gehen wir an der lockeren Reihung der diese Auen-Landschaft bestimmenden Gehölze entlang: Pfaffenhütchen, Wald-Geißblatt, Schneeball (Viburnum opulus), Gewöhnliche (Frühe) Traubenkirsche (Prunus padus)....
Und wir kommen, vorbei am Großen Hexenkraut, an der Wald-Engelwurz, am Echten Baldrian, zu einer Ansammlung merkwürdiger „Höcker", die anfänglich wie umwachsene schmale Baumstubben wirken. Wir umrunden etliche Male die ca. 80 cm hohen Bulten, die sich als Schwarzkopf-Segge (Carex appro-pinquata) herausstellen. Reinhard Kempe zeigt sich hocherfreut, den Bestand der seltenen Seggenart unverändert vorzufinden, sogar um weitere Exemplare vergrössert. Er erklärt uns die besondere Wuchsart dieser Seggenstöcke. Lassen die Farbschattierungen der Bulten die unterschiedlichen jährlichen Wasserstände der Niederung erkennnen? Wohl nicht. Das Alter der Pflanzen wird uns mit ca. 40 Jahren angegeben.
Bei voller Sonne und leichtem Wind geht es für unsere Gruppe von sieben Personen zurück durch den Bruchwald. Ein leider teilweise zerstörtes Schwanzmeisennest lässt sich mit den am Boden liegenden Teilen für uns anschaulich rekonstruieren.
An ausgedehnten Kolonien der Zweiblättrigen Schattenblume und Vielblütigen Weißwurz (Polygonatum multiflorum) vorbei, die ihre aparten Blüten noch nicht entfaltet haben, stoßen wir auf einen kleinen Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), der Mühe hat, sich gegen die ihn umgebenden Sträucher zu behaupten. Und wir haben Mühe, herauszufinden, um was für ein Gehölz es sich handelt. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, welch ein Prachtexemplar des für unsere Breiten seltenen Strauches oder Baumes wir bei unserer nächsten Exkursion entdecken werden.
Unter einem Grasbulten entdecken wir noch ein versteckt liegendes Baumpieper-Nest. Der in unmittelbarer Nähe auffliegende Altvogel hat es uns verraten.
Auch bei dieser Exkursion freue ich mich insbesondere darüber, soviel Wissenswertes über unsere Flora (und Fauna) vermittelt zu bekommen. Mit diesen Gedanken, meinen langen Listen mit Pflanzennamen und mit dem erfrischenden Geruch nach Wasser-Minze an den Schuhen mache ich mich später auf den Heimweg.

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Auf einer Wildwuchsfläche der Vorwerk-Stiftung am Beek

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Der Gemeine Schneeball: auffällig die unfruchtbaren Scheinblüten

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Der Baumpieper brütet versteckt am Boden

 

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Eine grazile Schönheit
– die Ästige Graslilie

An nur drei Stellen im Landkreis Harburg ragen ihre zarten Blütentriebe im Juli aus der trockenen, eher spärlichen Grasflur. Auffällig ist dabei, dass sich alle drei Wuchsorte in der Samtgemeinde Tostedt befinden.
Ihr Name sagt (fast) alles über sie. Diese zarte Pflanze gehört zu den Liliengewächsen, ihre schmalen in einer Grundrosette stehenden Blätter sind grasartig, derb, ihre aus der Blattrosette aufsteigenden Blütentriebe dagegen zart, ästig, mit entfernt stehenden, bis 3cm großen weißen Blüten in einer Rispe.
Da die Blütentriebe zwischen 30 und 80 cm hoch werden, müsste die Pflanze eigentlich auffallen mit ihren leuchtend weißen Blüten. Doch eher das Gegenteil ist der Fall. Der armblütige Blütenstand wird im kniehohen, wenn auch oft schütteren Gewirr der Grashalme optisch nahezu „aufgelöst". Wie kleine Schmetterlinge „schweben" die Blüten vor grünem Grund. Die Ästige Graslilie ist ein Tiefwurzler und damit gut an trockene, sandige Böden angepasst. Ihr Vorkommen weist auf mindestens Spuren von Kalkbeimengungen im Boden hin. Dadurch wird diese kalkholde Pflanze in unserem Raum zu einer Seltenheit.
Einen guten Verdunstungsschutz bieten die festen nur 5 mm breiten grasartigen Blätter, wobei deren rosettige Häufung die unmittelbare Umgebung der Pflanze durchaus von üppigen Konkurrenten freihalten kann.
Oft keimen dann die eigenen Samen dicht neben den Initialpflanzen, so dass ganze dichtwüchsige Rudel von 20-40 Exemplaren entstehen können – mit entsprechend vielen Blütentrieben.
Die rein weißen Blüten haben sechs Blütenblätter, die nicht am Grunde verwachsen sind, also einzeln abfallen. Sie stehen „auf Lücke" in zwei Kreisen im Innern der Blüte. Die äußeren drei Blütenblätter ummanteln gleichsam kelchartig die Blütenknospe zunächst mit grüner Außenseite. Die grüne Farbe verschwindet mit dem Aufblühen, so dass auch die äußeren Blütenblätter - wie bereits die drei inneren – rein weiß erstrahlen. Es sind auch sechs Staubblätter vorhanden, die ebenfalls in zwei Kreisen angeordnet sind. Die Frucht schließlich ist eine kugelige Kapsel, die sich dreiklappig öffnet. Es herrscht also eine strenge Dreier-Gesetzmäßigkeit im Aufbau der Lilienblüte.
Es sind vor allem Bienen, die die Bestäubung sicherstellen, aber auch Schwebfliegen!
Die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum) hat eine ihr sehr ähnliche „Schwester", die Astlose Graslilie (Anthericum liliago). Bei ihr stehen die etwas größeren weißen Blüten einzeln an kurzen Stielen des Blütentriebes. Der Blütenstand bildet daher eine ganz lockere Traube.
Auch sie ist kalkhold, wie der Botaniker sagt, und in ihrer Verbreitung etwas häufiger als ihre ästige Verwandte. Sie sind beide auf trocken-warmen Böden unserer Mittelgebirge und Süddeutschlands zu finden.
Beide Arten haben in Norddeutschland die Gefährdungskategorie 1 (1 = vom Aussterben bedroht; Gefährdungskategorie 0 = verschollen !).
Freuen wir uns also über die drei Wuchsorte in unserer Samtgemeinde. Sie sollen hier – und ich bitte um Verständnis – nicht genannt werden. Wer aus fachlichem Interesse mehr wissen möchte, wende sich gerne an mich.
Alle botanisch Interessierten bitte ich, vor allem im Juli Ausschau nach dieser grazilen Schönheit zu halten. Vielleicht gibt es ja noch einen vierten oder gar fünften Wuchsort.
Das wär‘ doch was !

Literatur:
Rolf Müller: Flora des Landkreises Harburg I u. II, 1991
Eckhard Garve: Verbreitungsatlas der Farn- u. Blütenpflanzen in Niedersachsen u. Bremen 2007

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Graslilienaspekt

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Lockerer Bütenstand mit vielen Knospen

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Die Ästige Graslilie

 

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Früh übt sich . . .
. . . wer Libellen fangen will

Es war eigentlich kein rechtes Libellen-Wetter am 26.07.07: es war ein wenig zu windig und die Sonne schien nur sporadisch. Aber mein 7-jähriger Enkel Jannik – in seinen ersten Großen Ferien aus Dresden zu Besuch bei uns hier in Höckel – wollte unbedingt mit mir ins Moor.
Und so zogen wir denn los, von Norden her ins Große Moor, jeder in der Hand einen Kescher, im Rucksack ausreichend Verpflegung für die beliebten kleinen Rasten am Rande der Moortümpel. Schon ein-, zweimal im vergangenen Jahr geübt, gelang es Jannik fast auf Anhieb auf dem Einstiegsweg, die kleinen, zarten Becher-Azurjungfern und auch Binsen-Jungfern zu fangen, sie vorsichtig aus dem Netz zu holen und zur genauen Betrachtung fachgerecht auf dem Zeigefinger zu halten. Als nächstes hatten wir beide die Schwarze Heidelibelle im Netz und auch ein Exemplar der Weidenjungfer.
Nachdem wir uns auf einem offenen Torfsockel am Weg beim Herumspähen und Fangen ein wenig voneinander entfernt hatten, rief er mir plötzlich zu: „Ich hab‘ hier ‘ne rote Libelle im Kescher ......." ,
„Bring her", rief ich zurück, „es gibt verschiedene rote Arten ".
Es war eine der zarten Schlanklibellen. Das sah man schon durch das Netzwerk des Keschers.
Vorsichtig herausgenommen, auf den Zeigefinger platziert, war meine Freude über den Fang riesengroß: roter Hinterleib, rote Augen, rote Beine und keine schwarze Zeichnung oben auf den letzten Hinterleibssegmenten! Es war klar für mich: Jannik hatte ein Männchen der Späten Adonislibelle gefangen und meine echte Begeisterung über diesen Erstfang in diesem Moor übertrug sich sofort auf ihn.
Die anschließende Rast mit Schogetten, Apfel und Wasser an einer geschützten Stelle mit Blick auf wunderschöne Moorschlenken haben wir beide dann so recht genossen.
Aber Jannik war unruhig.
Er wollte und konnte nicht aufhören an diesem Tag, nach weiteren „Sensationen" zu suchen, entweder nach weiteren Späten Adonislibellen oder gar nach anderen seltenen Arten. Das war Jagdfieber im besten Sinne. Da merkt man gar nicht, dass man 3 ½ Stunden auf den Beinen ist. Natürlich war dieser Fang nicht mehr zu toppen. Eine rufende, über uns hinwegziehende Kranichfamilie lenkte uns dann ab.
Ich hatte Jannik versprochen, über seinen Erstfang in diesem Heft zu berichten. Nun - bereits in der 2. Klasse – wird er diesen Bericht selbst lesen können.

Fachliche Ergänzung: Die Späte Adonislibelle (Ceriagrion tenellum) ist eine südliche Art, ursprünglich um das Mittelmeer herum beheimatet.
Ihr Vordringen nach Norden, auch nach Deutschland, ist bereits seit langem bekannt, doch ist die zarte Libelle selbst im Rheinland und am Bodensee nirgends häufig, tritt dort aber an geeigneten Stellen durchaus in größerer Zahl auf.
In Norddeutschland ist sie überall selten und meistens nur in kleinen gefährdeten Populationen anzutreffen.
Die Art bevorzugt eindeutig (kleine) Moorgewässer mit schwimmenden Torfmoosen. Sie braucht im Wasser stehende Binsen, in die sie ihre Eier legt. Die Späte Adonislibelle ist eine anspruchsvolle Art, was die Lebensraumbedingungen betrifft.
Es wird interessant sein, ihr Vorkommen in unseren Mooren und Moorrandgewässern in den nächsten Jahren zu beobachten. Milde Winter und die Wiedervernässung unserer Moore könnten dieser Art für unseren Raum neue Besiedlungsmöglichkeiten schaffen.
Häufig dagegen ist eine weitere Schlanklibelle mit rotem Hinterleib bei uns; die Frühe Adonislibelle. Sie findet sich zwischen Anfang Mai und Anfang Juli an (fast) jedem Gewässer. Sie hat u.a. schwarze Beine !

Weitere seltene Gäste
Die bei der Späten Adonislibelle beschriebene Ausbreitungstendenz nach Norden ist auch bei weiteren Tierarten zu beoachten. So ist die noch vor ca. 10 Jahren bei uns seltene Wespenspinne, die ursprünglich nur im Süden Deutschlands beheimatet war, zu einer häufigen Spinne auf geeigneten Wiesenbiotopen unserer Region geworden (vgl. Kurzbericht in Heft 10, 1999).
In diesem Sommer beobachtete ich nun erstmals auch die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) auf einer Heidefläche in der Nähe des Angelteichs bei Heidenau. Diese wärmeliebende Libellenart hat ihre Heimat in Südeuropa und Afrika. Seit ca. 10 Jahren wird ein vermehrtes Auftauchen dieser Wanderlibelle in Nord-deutschland beobachtet und neuerdings gibt es aus dem Landkreis Rotenburg auch Nachweise für eine Fortpflanzung in unserer Region.

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Jannik in Aktion: Eine blitzschnelle Drehung - kein Entkommen für die Libelle!

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Die Binsenjungfer kommt in mehreren Arten an unseren Gewässern vor

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Die Wespenspinne, ein Einwanderer aus dem Süden, ist auf den Fang von Heuschrecken spezialisiert

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Die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) hat ihre Heimat in Südeuropa

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Überraschung am Dössel
Späte Brut der Schleiereule

Ich lerne ja immer noch gerne dazu, und so nahm ich es als gegeben hin, dass Reinhard mir erklärte, unser Schleiereulenkasten in der alten Feldscheune im Dössel sei nach neuesten Erkenntnissen der Ornithologie viel zu klein. Junge Schleiereulen bräuchten viel mehr Platz für ihre Entwicklung, als in dem erst vor 4 Jahren angebrachten Kasten vorhanden sei. Dass der Eulenkasten von Schleiereulen schon entdeckt und auch besucht worden war, wussten wir aus früheren Kontrollbesuchen. Es war also naheliegend, einen größeren Kasten zu bauen, damit die Jungeulen darin herumklettern und Bein- und Flugmuskulatur trainieren können.
Am 1. August fuhren Klaus, Reinhard und ich zur Scheune, um vor Ort Maß zu nehmen und dann die notwendigen Materialien zu beschaffen. Wir nutzten den schönen Tag dafür, dass wir den bis dahin freien Zugang zu diesem Grundstück mit einem Stacheldrahtabsperrgitter sicherten. Der bisher ungehinderte Zugang hatte dazu geführt, dass eine Wagenladung Bauschutt illegal in der Scheune „entsorgt" wurde. Zudem erhofften wir uns mehr Ruhe im Brutgeschäft.Kaum waren wir danach bei der Scheune, flog lautlos eine Schleiereule aus der Kastenöffnung davon. Beim Blick in den Kasten war die Überraschung und auch die Freude groß: 2 Eier lagen im „Nest"! Damit war natürlich an den Neubau erst einmal nicht zu denken.
Am 7. September machten wir einen Kontrollbesuch: Wieder flog ein Altvogel aus dem Loch, und wir fanden fünf junge Schleiereulen im Nest. Es ist wohl ungewöhnlich, dass Schleiereulen so spät im Jahr noch brüten. Aber da 2007 ja ein besonders mäusereiches Jahr war, hatten unsere Jungeulen wohl gute Überlebenschancen.
Nach einem weiteren Monat, am 3. Oktober, mussten wir dann feststellen, dass es zwei Jungeulen recht gut ging; von den jüngeren Geschwistern waren nur ein paar zertretene Reste auf dem Boden zu erkennen. Angst hatten die beiden puscheligen Federbälle nicht: sie ließen sich problemlos für eine Portraitaufnahme in die Hand nehmen.
Der 4. November war ein warmer Tag, deshalb konnte ich es wagen, nach den Eulen zu sehen. Bei nasskaltem Wetter hätte die Gefahr bestanden, dass die vielleicht gerade flugfähigen Jungen aus dem schützenden Kasten geflüchtet und in der Kälte umgekommen wären. Aber, es war warm und ... der Kasten war leer! Kein weiteres Todesopfer, unser Schleiereulenpaar hat zwei Junge großgezogen, und das in dem zu kleinen Kasten!
Nun müssen wir uns natürlich beeilen, den neuen Kasten rechtzeitig zu planen und zu bauen, damit uns nicht wieder ein Eulenpärchen, diesmal mit früher Eiablage, einen Strich durch die Rechnung macht. Und wenn dann im „Neubau" nicht nur zwei, sondern alle geschlüpften Jungvögel durchkommen, mag das ja auch an der dann besseren Ausstattung und Größe liegen.


Überraschung auch in Handeloh und Otter

Interessant im Zusammenhang mit den Beobachtungen an der Schleiereulenbrut am Dössel sind Erlebnisse an einem Schleiereulenkasten in einem Wohnhaus in Handeloh.
Hier - an der Wörmer Straße – beobachtete Herr Knopf in 2007 fast zeitgleich zu den Ereignissen am Dössel auch eine sehr späte Schleiereulenbrut.
Die drei Jungen schlüpften in der letzten Augustwoche. Die Zahl der abgelegten Eier ist nicht bekannt.
In den ersten Wochen wurden die drei Jungeulen nur von einem Altvogel betreut, der nach etwa drei Wochen nur noch nachts (mit Futter) erschien. Am Tag blieben die Jungeulen allein.
Im Oktober fütterten dann wieder zwei Altvögel.
In den letzten Oktobertagen saß dann plötzlich ein „vorwitziges" oder wohl eher von den Geschwistern vertriebenes Junges am Morgen vor der Garage am Boden, schon flugfähig – aber nur für den Abwärtsflug. Drei Mal setzte Herr Knopf den Jungvogel vorsichtig wieder in den
Kasten zurück. Am 4. Tag schließlich fand er das Junge skelettiert im Kasten, von den beiden anderen verspeist.
Am 12.11.07 sind diese beiden Jungvögel dann ausgeflogen. Sie wurden noch zwei Nächte lang in einer Kiefer neben der Garage von den Altvögeln mit Mäusen versorgt, verschliefen hier auch den Tag. Seit dem 14.11.07 sind sie verschwunden.
Vielen Dank an Herrn Knopf für die Informationen.
Vielleicht spricht dieses Beispiel mit dem skelettierten Jungvogel für die Tatsache, dass die „genormte" Kastengröße, wie sie überall in Bauanleitungen zu finden ist (100/120 x 70/80 x 60/70), zu klein bemessen ist. Sie berücksichtigt nicht die innerartliche Aggression zwischen den heranwachsenden Jungvögeln, wenn diese nicht entsprechend ausweichen, auf Distanz gehen können, wie das normalerweise auf Dachböden, in Scheunen gegeben ist.
Hier besteht offenbar Handlungsbedarf (Siehe auch einen Artikel in der ornithologischen Fachzeitschrift Der Falke,Heft 11, 2006 zu diesem Thema).

Eine weitere Spätbrut, in diesem Falle sogar eine Zweitbrut, wurde von Peter Büsing in der großen Scheune in der Oberen Wümmeniederung festgestellt. In dem dort im Dez. 2005 aufgehängten Kasten gab es in 2007 eine frühe Brut mit Legebeginn etwa am 7.04. Die Gelegegröße wuchs auf 14 Eier an. Die letzten zwei von sechs aufgezogenen Jungvögeln flogen am 14.07. aus.
Anfang August war ein neues Gelege vorhanden mit 5 Eiern. Mit dem 4.11. waren alle 5 Jungvögel ausgeflogen.
Es war wohl der allgemein beobachtete Mäusereichtum (trotz der überdurchschnittlichen Niederschläge während des Sommerhalbjahres 07), der die Schleiereulen (nur diese ?) zu späten Augustbruten veranlasst hat.
Wer hat weitere Beobachtungen zu diesem Thema gemacht ?

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Die Am 1. August lagen 2 Eier im Kasten

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Am 7. September waren 5 Junge im Nest

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Am 3. Oktober waren noch 2 Junge übrig geblieben

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Angst hatten die gut entwickelten Jungen nicht

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Kongeniale Partnerschaft
Die Anlage neuer Wiesentümpel

Die erneute einwöchige Zusammenarbeit mit Günther Ratjen von der Firma Pankop bei der Gestaltung von vier neuen Wiesentümpeln im NSG Obere Wümmeniederung ist mir willkommener Anlass, Günther an dieser Stelle ein paar eigene Zeilen zu schreiben. Zunächst einmal ein ganz herzliches Dankeschön für Dein umsichtiges Arbeiten, für Deine Geduld mit den Dich und Dein mächtiges Gerät bei der Arbeit umkreisenden „Bauleitern"! Dabei ist alles doch ganz einfach! Es sollen größere Kuhlen in der Landschaft entstehen – allerdings von besonderer Gestalt, mit steilen, weniger steilen und lang ausgezogenen, flachen „Wänden", Rändern, Ufern natürlich, denn es sollen ja sich naturnah entwickelnde Tümpel, Teiche, Weiher werden!
Der kreative Gestaltungsdrang kennt dabei keine Grenzen. Nur wer während der Bauphase dabei ist, kann das erkennen. Denn schon nach wenigen Tagen deckt der ansteigende Wasserstand in dem jeweils komplex gestalteten „Loch" (fast) alle mühsam herausgearbeiteten Strukturen zu. Eine ruhige, an den Rändern unregelmäßige Wasserfläche spiegelt dann die Wolken wider.
Noch ein Foto bei der gemeinsamen abschließenden Betrachtung und das Fazit: wir sind zufrieden, d.h. in diesem Falle Herr Stutzmann, Herr Hirt und ich. Tümpel 1 ist fertig, also auf zur nächsten Baustelle.
Und die Arbeit machst Du ja ganz alleine, Günther! Wir anderen stehen da im Grunde nur herum, gelegentlich recht verloren unter einem Schirm bei peitschendem Regen auf freier Fläche. Welch ein Bild! Eigentlich sind wir überflüssig dort, denn Du arbeitest präzise und zügig, mit kritischem Blick für das Ganze, das da entstehen soll. Mit der Geduld und Ruhe des Fachmanns schätzt Du Zeitaufwand, Unwägbarkeiten und Risiken sicher ein. Das sonore Brummen Deines 20t-Baggers vermittelt diese Ruhe und Bodenhaftung, es passt in diesem Moment in die Landschaft, stört nicht.
Unsere Gespräche, der Gedankenaustausch über die nächsten Arbeitsschritte, Du immer „von oben herab", ich „zu Dir aufblickend", die gemeinsamen Frühstücks- und die Mittagspausen (wahrlich zu kurz!!) gehören zu diesem herrlichen Gesamterlebnis „Mit dem Bagger in Moor und Wiese" dazu, wie ein Marsriegel und gelegentlich ein Stückchen Kuchen.
Natürlich könntest Du den nächsten Tümpel mit den entsprechenden Vorgaben zur Lage, Größe und zur groben Form alleine, ohne mein bzw. unser „Umkreisen der Baustelle" entwickeln.
Aber ich glaube, ich werde doch wieder dabei bleiben........ es bringt einfach viel Spaß mit Dir und meine Freude über das gelungene Projekt soll Dich schließlich direkt vor Ort erreichen! Das gilt natürlich auch für Armin Hirt und Bernhard Stutzmann.
Oder ?
Günther, ich wünsche uns (für die Natur!) noch viele gute gemeinsame Projekte.
Da bahnt sich glaube ich schon wieder etwas an .....

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Günther Ratjen, konzentriert bei der Arbeit

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Technik und Natur

 

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Unerkannte Veteranen
Purgier–Kreuzdornbäume in der Wümmeniederung

Donnerstag-Exkursion am 24.05.07 auf den Pacht-Weideflächen südlich von Otter.
Die Blicke der sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind bodenwärts gerichtet. Es geht um eine qualitative Blütenpflanzenerfassung auf den seit drei Jahren beweideten Flächen am Dammgraben. Was grünt und blüht denn da ?
Wir nähern uns auf einer reliefstarken Buckelweide einigen Bäumen. Die Blicke gehen - zum ersten Mal heute - nach oben. Mitten auf der Weide - an einer Geländekante zwischen trockenem und nassem Bereich – erstreckt sich eine aus schönen alten Schwarzerlen bestehende Baumreihe.
Da stutzt der Blick, bleibt an zwei kleineren jeweils doppelstämmigen Bäumen in der Erlenreihe hängen, mit rundlichen, sparrigen, dicht belaubten Kronen.
Das sind keine Frühen Traubenkirschen, auch keine mächtigen Faulbaum-, Weißdorn- oder Ebereschen-Exemplare. Selbst auf 10-15 Meter Entfernung gibt der Erfahrungsschatz noch kein eindeutiges Urteil her !
Unter den herabragenden Zweigen der dichten Krone des stärkeren Baumes angelangt, wird dann schnell alles klar.
Da stehen mitten auf einer Weide, frei und unbedrängt, zwei recht stattliche Exemplare des Purgier-Kreuzdorns (Rhamnus carthatica), ungestört herangewachsen wohl mindestens seit 40 oder gar 60 Jahren, denn der Kreuzdorn wächst langsam! Vier und sechs Meter sind unsere Neuentdeckungen hoch!
Nur selten in unseren Breiten begegnet uns der Kreuzdorn in Strauchform an Auwaldrändern, vielleicht auch einmal in (angepflanzten) Hecken in der Feldmark. Sehr selten aber sind Baumformen im Freistand. Seinen zweiten Verbreitungsschwerpunkt hat dieses Gehölz auf sommerwarmen, lockeren, steinigen Lehmböden unserer Mittelgebirge. Auch dort in Hecken und an Waldrändern und nirgends häufig.
Ein angenehmer Duft umströmt uns und macht uns sofort auf die vielzähligen Blütenbüschel in den Blattachseln aufmerksam. Fliegen und Bienen sind am Werk.
Bei näherer Betrachtung beider Bäume folgt die zweite Überraschung: Das stärkere Exemplar hat nur Staubgefäße in seinen kleinen grünen Blüten, das andere, deutlich kleinere nur Stempel. Hier stehen also ein männlicher und ein weiblicher Baum nur wenige Meter voneinander entfernt. Botaniker nennen solche Pflanzenarten zweihäusig. Beim Kreuzdorn – so erfährt man aus der Fachliteratur – kommt das jeweils andere Geschlecht oft noch rudimentär in den entweder männlichen oder weiblichen Blüten vor.
Hat möglicherweise ein Pflanzenfreund und –kenner diese beiden Exemplare hier vor mehreren Jahrzehnten gepflanzt? Oder hat sie der Zufall hierher verschlagen unter aktiver Beteiligung wandernder Drosseln, die die Beeren fressen und die Samen keimungsfähig wieder ausscheiden?
Bei weiteren Besuchen im Jahr zeigte der weibliche Baum konsequenterweise reichlich Früchte: im Juli noch grüne, später im September/Oktober, schwarze erbsengroße Beeren an kurzen Stielen. Die eiförmig zugespitzten, 5 bis 6 cm langen Blätter mit kerbig-gezähntem Rand fallen besonders durch ihre wenigen, in sanftem Bogen neben dem Blattrand endenden Nerven auf.
Die Äste verzweigen sich gegenständig, "kreuzförmig" und daher auch sparrig und enden (meist) in einem mehrere Zentimeter langen Dorn. Beide Tatsachen haben der Pflanze den Gattungsnamen eingebracht. Seinen Artnamen hat der Purgier-Kreuzdorn von der purga-torischen, d.h. abführenden, blutreinigenden Wirkung der Inhaltsstoffe in den Früchten. Zu diesem Zweck werden seit alters her aus den Beeren Kreuzdorn-Sirup und Kreuzdorn-Tee hergestellt und als Hausmittel vielfältig verwandt.
Tatsache ist jedenfalls, beide Bäume konnten sich hier über viele Jahrzehnte ungestört entwickeln.
Apropos ungestört: der zweistämmige weibliche Baum brauchte eindeutig Hilfe, denn er war mit seinem Wurzelwerk nicht mehr fest verankert. Inzwischen ist er mit kräftigen Eichenpfählen und Querhölzern vor „ehrfurchtslosen" Rindern, denen das Fell juckt, geschützt. Dank an Günther Knabe, Karsten Müller und Tanja Winkelmann.
Die Kreuzdorngewächse sind eine eigene Familie mit nur wenigen Arten:
In Nordeutschland gibt es nur zwei Arten: den Echten oder Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus carthatica) und den überall bei uns verbreiteten Faulbaum (Frangula alnus), ein nur 2-3 m hoher Strauch mit ebenfalls erbsengroßen, in der Reife schwarzen Steinfrüchten („Beeren"). Die Blüten auch dieses Strauches sind klein, grün, sehr nektarreich und damit von großer Bedeutung für viele Insekten als Nahrungsspender.

Literatur:
Düll/Kutzelnigg: Botanisch-Ökologisches Exkursionbuch 1988
M.Pahlow: Heilpflanzen, 1993

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Das männliche Prachtexemplar

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Im Schatten des Kreuzdorns

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Männliche Blütenstände

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Reife Früchte des Kreuzdorns

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Ein Schutz vor dem Weidevieh ist erforderlich

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Streuobstwiesen . . .
. . . auf der Töster Viehtrift

Dort wo vorher am Wistedter Stockenweg am Rande des NSG „Kauers Wittmoor" zahllose alte Autoreifen die Landschaft verschandelten und dort, wo vorher am Quellner Weg kümmerliche Fichten ihr Leben aushauchten, stehen nun jeweils 25 Obstbäume und warten ungeduldig auf den nächsten Frühling, um endlich mit ihren Blüten Farbe in die Landschaft zu bringen. Leicht haben sie es nicht gehabt in ihrem bisherigen kurzen Leben. Im April 2005 als Jubiläumsprojekt des AKN anlässlich der Feier „900 Jahre Tostedt" auf einer Fläche im Verlauf der alten Tostedter Viehtrift gepflanzt, galt es, mit zahlreichen Gießeinsätzen, einen relativ trockenen Sommer zu überstehen. Im Frühjahr 2006 wurde die zweite Fläche am Quellner Weg , ebenfalls im Verlauf der ehemaligen Viehtrift, in Angriff genommen. Fichten wurden gefällt, die Überreste mit riesigen Maschinen in nicht einmal 2 Stunden in den Untergrund eingearbeitet, und zur Entwässerung ein Graben mit seitlichen Drainagesträngen angelegt. Eine undurchdringliche Ortsteinschicht in 60-80 cm Tiefe mit der daraus resultierenden Staunässe machte diese Maßnahme erforderlich. Nach einem schier endlosen frostigen Frühjahr wurden 25 Apfelbäume gepflanzt. Leider war nicht vorhersehbar, welch ein trockener Sommer bevorstand. Trotz häufiger Gießeinsätze mit tausenden von Litern Wasser waren 15 Bäume den Strapazen nicht gewachsen. Sie mussten im Herbst ersetzt werden. Dafür hat uns das Jahr 2007 entschädigt. Wasser von oben floss reichlich, alle Bäume sind wohlauf. Das Gröbste ist damit überstanden.
An der ersten Fläche am Stockenweg hätte in diesem Herbst schon ein kleiner Ernteeinsatz stattfinden sollen. Doch leider ist allen Baum-Paten ein unbekannter Apfeldieb zuvorgekommen. Nicht ein Apfel ist uns geblieben.
Auf der Anlage Quellner Weg erwarten wir im Jahr 2008 die ersten Früchte. Dort werden allerdings noch Baum-Paten gesucht. Patenschaft bedeutet, dass in den ersten Jahren die Baumscheibe möglichst frei gehalten wird, die Äpfel geerntet werden und dem Baum übers Jahr hin und wieder etwas Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. In zwei gemeinsamen Pflegeeinsätzen pro Jahr ist die Arbeit mit vereinten Kräften schnell und leicht gemacht.
Folgende Apfelsorten für eine Patenschaft stehen noch zur Auswahl: Kaiser Wilhelm, Goldparmäne, Alkmene, Zucchalmaglio Renette, Rote Sternrenette, Celler Dickstiel und Berlepsch.
Die Sorten James Grieve, Gravensteiner, Prinz Albrecht von Preußen, Roter Boskop, Finkenwerder Herbstprinz, einige Hauszwetschgen und schwarze Knorpelkirschen sind bereits vergeben. An beiden Obstwiesen soll bis zum Frühjahr 2008 eine Info-Tafel und eine Bank für müde Obstbaumbetreuer und –betreuerinnen aufgestellt werden.

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Mit viel Engagement erfolgten die ersten Pflanzungen

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Die Obstbäume am Kauers Wittmoor

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Obstbaumpflege an der Viehtrift mit der Patenfamilie Berg

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Steinreich mit äußerst attraktiven Kurven
Fließgewässerrenaturierung

All Diejenigen, die jetzt neueste Enthüllungen über die skandalträchtige aber millionenschwere amerikanische Hotelerbin Paris Hilton erwarten, werde ich enttäuschen müssen. Meinen Beitrag widme ich einem alten und zugleich neuen heimischen Prominenten. Nur innerhalb weniger Monate wurde im Jahr 2007 aus einem kaum beachteten Aschenputtel ein vielfach bestaunter Star:

Der renaturierte Todtgraben!

Der Todtgraben ist das größte Nebengewässer im unmittelbaren Oberlauf der Wümme. Er nimmt seine Anfänge als Entwässerungsgraben im Großen Torfmoor und mündet schon nach wenigen Kilometern in die Wümme. Auf seinem Lauf durch das Naturschutzgebiet „Obere Wümmeniederung" wird er von zahlreichen weiteren Entwässerungsgräben gespeist. Spätestens nach der Einmündung des Hollstedegrabens am Bruchweg südlich von Otter verliert er seinen Grabencharakter und kann als richtiger Bach bezeichnet werden.
Als Vorfluter für die zahlreichen Entwässerungsgräben in der feuchten Wümmeniederung teilt der Todtgraben das Schicksal zahlloser Fließgewässer in Norddeutschland. Um eine problemlose Bewirtschaftung der Niederungsflächen zu gewährleisten, musste das Wasser so schnell wie möglich abgeleitet werden. Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Todtgraben daher stark begradigt, ausgebaggert und vertieft.

Während der technische Gewässerausbau den landwirtschaftlichen Flächen zu Gute kam, stellte er sich für das Fließgewässer als ökologische Katastrophe heraus. Seines ursprünglichen, noch aus der Eiszeit stammenden Kiesbettes beraubt, versandete der Todtgraben. Die neuen hohen und steilen Böschungen wurden immer wieder instabil und rutschten ins Bachbett. Der Mensch musste von nun an fortwährend eingreifen, um den gewünschten Ausbauzustand zu erhalten.
Die zahllosen Tier- und Pflanzenarten des ursprünglichen Fließgewässers verschwanden. Ohne Kiesbett hatten z.B. Bach- und Meerforelle ihre Kinderstuben verloren, Eintags- und Köcherfliegenlarven fanden keine Verstecke mehr und auch zahllose andere Fließgewässerorganismen konnten sich den lebensfeindlichen Treibsandflächen des Bachgrundes nicht anpassen – ihre Bestände brachen rapide zusammen oder sie starben sogar aus.

Mit dem Flurneuordnungsverfahren in Otter bestand die Chance diese Situation zu ändern. Die Naturschutzbehörden hatten über die Jahre bereits mit Hilfe der Flurbereinigung zahlreiche Flächen erworben. Die sog. Teilnehmergemeinschaft, der Zusammenschluss aller privaten und öffentlichen Grundeigentümer im Flurbereinigungsgebiet, hatte die Flurbereinigung genutzt, um Wege und Gewässer auszubauen und den heutigen Anforderungen der Landbewirtschaftung anzupassen. Alles Maßnahmen, die als Eingriffe in die Natur sog. Ausgleichsmaßnahmen nach sich ziehen.
Um der Landwirtschaft für diese Ausgleichsmaßnahmen nicht noch weitere produktive Flächen zu entziehen, trat die Flurbereinigungsbehörde an die Naturschutzbehörden heran. Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln, die sich nicht zwangsläufig mit dem Erwerb durch die Naturschutzbehörde und einer naturnahen Entwicklung der Flächen einstellen. Es waren Maßnahmen gefragt, die eine Art „Quantensprung" im Sinne der naturschutzfachlichen Aufwertung darstellten.
Da die Niederung des Todtgrabens schon beinahe vollständig im Besitz der Naturschutzverwaltung war, wurde gemeinsam die Idee der Renaturierung dieses Fließgewässers entwickelt. Ein qualifiziertes Planungsbüro erarbeitete umfangreiche Pläne. Abflussmengen bei hundertjährigen Hochwassern, Stabilität von Sohlsubstrat, Kieskorngrößen, Lauflängen, Fließgeschwindigkeiten, Niedrigwasserrinnen und zahllose andere wasserbautechnische Details wurden berücksichtigt, war doch die enorme Bedeutung des Todtgrabens für die Entwässerung der Ortschaft Otter allen bekannt.

Im Juni 2007 kündigten sich die Baumaßnahmen dann ziemlich unpopulär an. Zahlreiche Erlen mussten im belaubten Zustand gefällt werden, um Platz für die Umgestaltungsmaßnahmen zu machen. Als die Baumaschinen dann anrückten und der Todtgraben abschnittsweise sein neues Bachbett erhielt, machte sich zunehmend Begeisterung breit. In zahlreichen Gesprächen für die Anforderungen des Naturschutzes sensibilisiert, leisteten die Mitarbeiter der Baufirma und die Baustellenleitung hervorragende Arbeit. Ein vielfältig gestaltetes Kiesbett, natürlich platzierte Mäander, bachbegleitende Kleingewässer und geschickt platzierte Bodenlager verleihen dem Todtgraben und seiner Niederung ein beeindruckendes Gesamtbild. Um weitere Sandeinträge zu vermeiden, komplettiert ein Sandfang am Bruchweg südlich von Otter die Renaturierungsmaßnahme.
Mehrere Starkregenereignisse bescherten dem Todtgraben seine ersten heftigen Hochwasser – eine Prüfung, ob das Geleistete angesichts entfesselter Naturgewalten auch tatsächlich Bestand haben würde. Entgegen allen Befürchtungen wurde der Kies nicht fortgespült und auch das neue aufgeweitete Bachbett konnte die enormen Wassermengen problemlos in Richtung Wümme abtransportieren. Aber durchaus selbstbewusst zeigte der Todtgraben allen Planern und Ingenieuren auch, was ein naturnahes Fließgewässer auszeichnet. Mit eigener Dynamik schuf er Kiesbänke dort, wo die Ingenieure sie nicht in die Pläne eingezeichnet, aber die Natur sie vorgesehen hatte und Kolke an den Stellen, an denen das Wasser besonders energiereich durchströmte. Das, was sich am Schreibtisch nicht planen ließ, holte das Gewässer innerhalb weniger Wochen nach und gab der Renaturierungsmaßnahme ihren ersten natürlichen Feinschliff.
Am 15.11.2007 war Endabnahme der Baumaßnahme. Auf 2,5 km Bachlauf waren 284.000 € ausgegeben, 6.000 Tonnen Kies eingebaut und 10.000 Tonnen Boden bewegt worden.

Der Todtgraben gestaltet weiterhin sein neues Bachbett unter angemessener Würdigung der Ingenieursarbeit. Alle Beteiligten sind sich einig: die Umsetzung der Planung ist ein voller Erfolg. Die weitere eigendynamische Entwicklung gilt es nun zu beobachten. Bereits 2008 wird sich die Gesamtmaßnahme mit neu entwickelter Vegetation an den Ufern und im Bachbett schon in einem völlig anderen Bild darstellen.

Zwischenzeitlich pilgern zahlreiche Interessierte an den Todtgraben, um sich das Projekt anzuschauen. Er wird Vorbild für viele anderen Renaturierungen sein, das steht schon jetzt fest. Mit Spannung wird nun die Rückkehr der heimischen Flora und Fauna erwartet. Bereits in diesem Winter wird mit den ersten Meerforellen gerechnet. Die ausgewachsenen, bis zu 1,20 m langen Tiere wandern vom Meer bis in die Oberläufe der Bäche und werden die Kiesbetten des Todtgrabens zum Ablaichen aufsuchen. Bachforelle und andere Fischarten werden folgen. Eisvogel und Schwarzstorch werden neue üppige Nahrungsgründe vorfinden, vom Aussterben bedrohte Libellen werden die neuen Lebensräume besiedeln und auch der Fischotter findet ideale Lebensbedingungen vor – Herzlich Willkommen!

Ein Hinweis:
Für alle, die sich vor Ort über die Renaturierung informieren wollen. Der Todtgraben liegt in einem Naturschutzgebiet. Dort dürfen die Wege von Besuchern zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nicht verlassen werden. Auf Wunsch wird die Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg Führungen organisieren. Bitte informieren Sie sich dort unter der Tel.-Nr. 04171-693-193.
An den Führungen wird sich auch der AKN in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde beteiligen.

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Todtgraben in der Bauphase

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Erste positive Störstrukturen im flachen Kiesbett

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Mittleres Hochwasser
- die Niedrigwasserrinne schimmert durch

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Todtgraben: Normalwasserstand

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Hochwasser (am 11.11.07)

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Begutachtung der Maßnahme im Rahmen einer Baubesprechung - Armin Hirt (r) u. Bernhard Stutzmann

 

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Ein Vormittag im Oste-Quellgebiet
Beobachtungen am Teich

Ein schöner Sommermorgen Ende Juli. Wie kann ich ihn nutzen, diesen schönen Tag? Ich entschließe mich, mein Fahrrad zu satteln und zu den Dittmerteichen im Ostequellgebiet zu fahren. Also gedacht, getan, den Rucksack gepackt, den Fotoapparat eingesteckt und los geht´s. Dort angekommen, gehe ich zuerst zum letzten der Teiche. Auf dem Weg dorthin fühlt sich ein Graureiher gestört und sucht das Weite. Am Ziel angekommen, setze ich mich ins Gras und genieße die warmen Sonnenstrahlen. An den Teichrändern blüht der Wasserdost und der Blutweiderich, beides Pflanzen, die gerne von Schmetterlingen und Insekten besucht werden. Aber auch das Sumpf-Helmkraut entdecke ich und sogar ein paar Pflanzen des Gemeinen Dosts (Origanum vulgare). Ich verhalte mich ganz ruhig und warte darauf, was sich mir zeigen wird. Kleine Libellen hängen sich ans Pfeifengras, große schwirren über den Teich. Grashüpfer tummeln sich im Gras und im Brombeergestrüpp entdecke ich ein interessantes mir unbekanntes Insekt, das ich mit meiner Kamera festhalte und das später von Reinhard als Skorpionsfliege erkannt wird. Den Wasserdost kommen die Schmetterlinge besuchen und ich fotografiere Admirale, Landkärtchen, Tagpfauenaugen, das Große Ochsenauge, den Braunen Waldvogel, einen Faulbaumbläuling und einen Dickkopf-Falter. Auch ein Rothalsbock befindet sich auf dem Wasserdost. Im Gesträuch am Wegrand haben Spinnen ihre Netze aufgespannt und warten auf Beute und kleine Spanner fliegen umher.
Von einem anderen Teich höre ich Froschgequake und ich mache mich auf den Weg dorthin. Beim Näherkommen macht es platsch, platsch und keiner ist mehr zu sehen. Also setze ich mich ruhig an den Teichrand und warte. Nach einer gewissen Zeit steckt der erste seinen Kopf aus dem Wasser, dann der zweite und so geht es weiter. Langsam aber sicher nähern sie sich wieder dem Uferrand und nach ungefähr einer halben Stunde sind alle wieder da. Ich schaue mir das Treiben noch eine geraume Zeit an, erhebe mich, worauf alle Frösche wieder verschwinden, und gehe zurück an meinen ersten Beobachtungspunkt. Dort entdecke ich auf dem Kasten des Überlaufes (=Mönch) die verlassene Hülle einer Libellenlarve, auch fliegt zu diesem Platz immer wieder eine schöne große, blaue Libelle und setzt sich aufs Holz. Vielleicht war die Larvenhülle ja ihre vorübergehende „Behausung" gewesen. Eine Heidelibelle setzt sich dann sogar noch auf meinen Arm. Nachdem sie wieder davongeflogen ist, mache ich mich auf den Weg nach Hause, zufrieden mit dem schönen Vormittag und gespannt auf die fotografische Ausbeute.

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Der Admiral saugt Nektar am Wasserdost

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Der Blutweiderich wird gern von Insekten besucht

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Wasserfrösche lassen sich nur mit viel Geduld beobachten

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Der Faulbaumbläuling, ein Nahrungsspezialist

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Wenig bekannt, die Skorpionsfliege

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Herzlichen Glückwunsch!
Ingo Wolde erhält das Bundesverdienstkreuz

Auch von dieser Stelle aus gratulieren wir vom AKN Ingo Wolde ganz herzlich zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch den Bundespräsidenten Horst Köhler.
Wir freuen uns sehr darüber. Landrat Joachim Bordt hat in einer Feierstunde in Winsen das weite, spannungsreiche Aktionsfeld treffend gewürdigt, das Ingo Wolde seit rund 30 Jahren als BUND-Mitglied der ersten Reihe von Buchholz aus beackert.
Und es ist ein steiniger, großflächiger Acker, der da tagaus, tagein bearbeitet werden muss – das wissen alle, die für den Naturschutz – wo auch immer – ihre Stimme erheben und ihr Wissen einbringen.
Und es gab und gibt Ernteerfolge – nicht wenige und keine geringen. Das soll hier auch gesagt werden. Der Naturschutz im Landkreis Harburg wird mit seinen vielfältigen Stimmen und seiner fundierten Sachkenntnis nach dieser Würdigung noch ernster genommen werden müssen. Und das ist nicht nur gut so, sondern von der Sache her dringend erforderlich. Gerade in diesen Tagen behandelt ein Gutachten der Bundesregierung öffentlich, dass es mit der Flora, Fauna und mit den Lebensräumen in Deutschland – trotz mancher Erfolge, die auch wir deutlich erkennen – flächendeckend nicht gut bestellt ist!
Also fühlen wir uns alle durch diese Würdigung zu verstärkter Arbeit für Natur und Landschaft aufgerufen und sagen Ihnen, Herr Wolde, machen Sie weiter! Lassen Sie nicht nach mit Ihren Initiativen zur Zusammenarbeit der verschiedenen Naturschutz-Organisationen und -Gruppen im Landkreis Harburg.
Vom „langen Atem" war auch in Winsen die Rede, zu recht; wir hier im AKN in der Samtgemeinde Tostedt haben bei diesem Stichwort durchaus positive Aha-Erlebnisse! Auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

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Landrat Bordt (r) gratuliert
Ingo Wolde

 

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Nationale Kranichtagung . . .
. . . vom 19.10. – 21.10.07 in Handeloh

Mit Freude konnten wir in diesem Jahr die jährlich stattfindende Kranichtagung nach Handeloh holen. Die Tagung wird dafür genutzt, Erfahrungen, Daten und Forschungsergebnisse über den Graukranich weltweit vorzutragen und zu besprechen. In diesem Jahr war der Schwerpunkt gerichtet auf die im Landkreis Harburg und Rotenburg befindlichen Rast- und Sammelplätze.
Ebenfalls wurde die Tagung zum Anlass genommen, darauf hinzuweisen und auch zu dokumentieren, dass der Bestand an Brutpaaren in den letzten 5 Jahren in Niedersachsen insgesamt,, aber auch in unserer Region stetig zugenommen hat und dass es keine Stagnation in der Reproduktion gibt.
Es wurden in Handeloh zur Tagung über 150 Teilnehmer begrüßt, wobei die weiteste Anreise Prof. Dr. Bärner hatte; er kam aus den USA (Chicago) angereist. Es wurden weiterhin begrüßt: Prof. Dr. Prange (Koordinator Kranichrast in Deutschland), Dr. Mewes (Sprecher der AG Kranichschutz Deutschland), Dr. Nowald (Leiter des Kranich-Informationszentrums), Herr von Treuenfels (Kuratoriumsvorsitzender beim WWF, Deutschland), Herr Laemmerhold (Lufthansa Deutschland), Frau Stiefel (staatl. Vogelwarte Nds.), Herr Kempe (Vorsitzender AKN Tostedt), Herr Cassier (Naturschutzbehörde Rotenburg), Herr Burkart (Naturschutzbeauftragter LK Rotenburg), um nur einige zu nennen.
Herr Dr. Schröder (Bürgermeister v. Handeloh) ließ es sich nicht nehmen, die illustre Runde willkommen zu heißen.
Das Programm umfasste Bildvorträge über die Entwicklung der Moore im Landkreis Harburg und Landkreis Rotenburg, wobei hier ein besonderer Dank an Reinhard Kempe und Werner Burkart geht für die wirklich sehr detaillierten und anschaulichen Präsentationen. Weiter gab es zahlreiche Vorträge aus vielen Regionen Deutschlands zum Stand der dortigen Kranichbestände und Forschungs-Aufgaben, z.T. mit wahrlich schönen Bildern. Nicht zu vergessen der sehr plastische Vortrag von Herr Prof. Dr. Prange über Russland. Allen Moderatoren und Vortragenden nochmals herzlichen Dank.
Am Samstag Nachmittag wurde eine Exkursion angeboten zum Schlaf- u. Rastplatz im Tister Bauernmoor mit einem Besuch bei den Kollegen der Moorbahn. Mit Freude wurde die Begeisterung der anwesenden Profi-Fotografen Herrmann Dierks und Dr. Günter Nowald entgegen genommen über die wunderschönen Eindrücke der einfliegenden Kraniche im Sonnenuntergang. Anschließend wurden bei einer sehr guten und warmen Gulaschsuppe nochmals die Eindrücke besprochen, die dieser doch sehr bedeutende Rastplatz hier in unserer Region bei den Kranichfreunden aus ganz Deutschland hinterlassen hat.
Am Sonntag wurde eine weitere Exkursion angeboten in die Obere Wümmeniederung zwischen Todtshorn und Otter mit anschließendem Besuch des Todtgrabens. Dieser wird z.Zt. auf einer Länge von 2,5 km renaturiert. Reinhard Kempe lieferte zur Wiedervernässung des Großen Torfmoores und zum Todtgraben eindrucksvolle Berichte und Erklärungen, die von allen Teilnehmern mit Interesse zur Kenntnis genommen wurden. Auch an dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an Reinhard für diese schöne Exkursion bei bestem Wetter.

Abschließend ist noch zu berichten, dass die Tagung ein großer Erfolg war. Viele Teilnehmer haben sich doch sehr gewundert, dass es in unserer Region so wunderschöne Gegenden zu erkunden gibt und dass sich hier eine ständig steigende Zahl von Kranichen sehr wohl fühlt.
Ein Dank muss auf jeden Fall noch ausgesprochen werden – Dieser geht an die Gastwirtsfamilie Fuchs und besonders an Siggi und Markus. Ohne ihre professionelle Einstellung wäre diese Tagung in ihren Räumen auf keinen Fall so gut gelungen.

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Ein großer Trupp Kraniche auf der Suche nach einem Landeplatz

 

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Gemeinsamer Flug zum Rastplatz

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Kranichfamilie beim Äsen

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Vier neue Wiesentümpel
Eine Bereicherung der Oberen Wümmeniederung

Aus Landesmitteln konnten auf vier Grünlandflächen südlich und westlich des Großen Torfmoores vier attraktive Tümpel entwickelt werden. Federführend war das Land Niedersachsen mit Herrn Stutzmann aus Lüneburg (ehem. Bezirksregierung). Die vier Landesflächen werden neben vielen anderen von Lüneburg aus verwaltet. In Abstimmung mit Herrn Hirt von der Naturschutzabteilung des Landkreises und in beratender Zusammenarbeit mit dem AKN war einmal mehr Günther Ratjen mit seinem 20t-Bagger eine Woche lang, vom 15. – 19.10, in der Oberen Wümmeniederung unterwegs.

Bei durchweg bestem Wetter, ohne gravierende zusätzliche Nässe von oben, sind vier neue Stillgewässer entstanden von unterschiedlicher Größe (2x ca. 20 x 30 m/ 10 x 20 m/ 30 x 40 m). Da die Gewässer ausgedehnten Kontakt zum hoch anstehenden Grundwasser haben, sind sie eigentlich keine Tümpel mehr, sondern Teiche (da vom Menschen geschaffen). Da sie aber in natürlichen Senken angelegt wurden, in denen auch ohne vertiefende Eingriffe oft lange im Jahr mal mehr, mal weniger Wasser steht und da sie z.T. ausgedehnte Flachwasserzonen aufweisen, muss eigentlich von Wiesenweihern gesprochen werden. Die Anlage dieser Stillgewässer ist zudem nicht ausgerichtet auf irgendeine Nutzung durch den Menschen, was für Teichanlagen charakteristisch ist.
Es sind Dutzende, bei entsprechend großräumiger Betrachtung Hunderte von Wiesentümpeln und –weihern, die im Laufe der letzten 50, 60 Jahre in der Landschaft durch Verfüllung verloren gegangen sind. Hier gilt es, vielfache Wiedergutmachung zu betreiben, wo immer das möglich ist. Landes-, Landkreis- und auch AKN-Flächen bieten sich da an. Und so sieht die bisherige Bilanz aus den letzten drei Jahren recht gut aus bei uns: 10 respektable Stillgewässer konnten geschaffen werden. Weitere sollen folgen.

Das Projekt „Wiesen-Tümpel" soll fortgeführt werden. Land (Bernhard Stutzmann) und Landkreis (Armin Hirt) wollen sich dafür stark machen, dazu gehört auch die Renaturierung aufgelassener ehemaliger Fischteiche in der Wümmeniederung.

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Tümpel 2: 1 Woche nach Fertigstellung

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Tümpel 3: während der Entstehung und 1 Woche nach Fertigstellung

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Gekonnte Querung des Jilsbaches

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Tümpel 4: die Grundform und 1 Woche nach Fertigstellung

 

 

[Inhalt]

 

Der Fransen-Erdstern,
eine seltene Entdeckung in Höckel

Korrektur: Die Bilder zeigen den Halskrausen-Erdstern (Geastrum triplex). - Eine ausführliche Korrektur findet sich im Mitteilungsblatt 27!

Der Fransen-Erdstern (Geastrum fimbriatum) ist zwar einer der häufigsten aus der Gruppe der Erdsterne, dennoch findet man die Art in unseren Wäldern nur selten. Für jeden Naturfreund, aber auch für den versierten Pilzfreund, gehört die Entdeckung eines Vertreters der Erdsterne zu den großen kleinen Kostbarkeiten im Erlebnisraum Wald.
Sie stehen gern in kleinen Herden. So auch dieser Fransen- oder auch Gewimperte Erdstern bei der Familie Sülbrandt in Höckel, auf dem Hamburger Berg, Mitglieder im AKN. Direkt hinter dem Schuppen des Hauses auf einem kleinen sandig-humosen Erdwall unter lockerem Strauchwerk mit überschirmenden Birken und Kiefern entdeckten die Sülbrandts zahlreiche Prachtexemplare in (fast) allen Entwicklungsstadien.
Die Bildserie von Gerlinde Sülbrandt zeigt von oben links nach unten rechts die wesentlichen Entwicklungstadien dieses Pilzes.
Die Erdsterne – von denen es in Niedersachsen z.Zt. insgesamt acht Arten gibt – gehören zu den Bauchpilzen. Häufige und allgemein bekannte Bauchpilze sind die Boviste (z.B. der Kartoffelbovist) und die Stäublinge. Was diese Pilze eint, ist ihre mindestens im Jugendalter meist kugelige Gestalt, in deren Innerem die Sporenmasse heranreift. Ausgereift platzt die mehr oder weniger derbe Wand und gibt über arttypisch gestaltete Öffnungen die staubige Sporenmasse ab. Wohl kaum ein Waldgänger hat nicht schon mal in seinem Leben durch einen Fußtritt diesen Vorgang explosionsartig verstärkt.
Im Gegensatz zu den Bovisten und Stäublingen weisen die Erdsterne eine auch für den Laien sofort auffallende innere und äußere Hülle (Peridie) auf. Die äußere derbe Hülle löst sich bei dem Reifungsvorgang des Pilzes von der inneren ab, platzt in arttypischer Weise von oben her sternförmig auf und rollt sich im Falle des Gewimperten Erdsternes von den Spitzen her bodenwärts auf.
Durch diesen Vorgang wird die zartere innere Hülle in Form eines Bällchens, das die Sporenmasse umgibt, freigelegt. Der etwas fransig-fasernde Rand der Öffnung an der Spitze dieses Bällchens hat dieser Art den Namen gegeben.
Alle Erdsternarten stehen in Niedersachsen auf der Roten Liste der gefährdeten Großpilze – mit Ausnahme des Fransen-Erdsterns. Er ist zwar selten, dennoch ist er – wie schön - offenbar nicht gefährdet.
In fast allen älteren Pilzbüchern findet sich die Angabe „zerstreut vorkommend". Alle Erdsterne leben als Fäulnisbewohner aus der (Roh)Humusschicht unserer Wälder, sie sind nicht an bestimmte Substrate gebunden, sind auch keine Mykorriza-Pilze, d.h. abhängig vom engen Kontakt mit den feinen Wurzelspitzen lebender Bäume und Sträucher.
Für den Fransen-Erdstern finden sich zum Vorkommen folgende Angaben: gesellig in Wäldern, besonders in trockenen, sandigen Nadelwäldern, August bis Oktober. Die Erdsterne sind als Speisepilze wertlos. Für unser Auge aber Kleinodien im Verborgenen.

Abschließend ist noch zu berichten, dass die Tagung ein großer Erfolg war. Viele Teilnehmer haben sich doch sehr gewundert, dass es in unserer Region so wunderschöne Gegenden zu erkunden gibt und dass sich hier eine ständig steigende Zahl von Kranichen sehr wohl fühlt.
Ein Dank muss auf jeden Fall noch ausgesprochen werden – Dieser geht an die Gastwirtsfamilie Fuchs und besonders an Siggi und Markus. Ohne ihre professionelle Einstellung wäre diese Tagung in ihren Räumen auf keinen Fall so gut gelungen.

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20 Jahre AKN
– ein kräftiger Baum mit langen Wurzeln

Vor 10 Jahren (1997) schrieb ich noch von einem kräftigen Spross. Aus dem ist inzwischen – was Aufgaben und Mitglieder betrifft – unzweifelhaft ein kräftiger, zukunftsträchtiger Baum geworden, mit starken Ästen und reichlichen Früchten.

1987 waren es 8 Mitglieder bei der Gründung des AKN mit Namensgebung (ohne e.V.), 50 Mitglieder waren es 1997, 150 Mitglieder sind es heute, 2007.
Und wie kräftig dieser Baum im Saft steht, zeigte sich an der Jubiläumsfeier im Haus des Tostedter Heimatvereins am Freitag, dem 23.11.07!
Gerammelt voll war der große Raum. Der buchstäblich letzte Stuhl war bald besetzt. Wohl 55 Mitglieder, Freunde, Gäste hatten sich eingefunden aus nahezu allen Bereichen unserer Samtgemeinde und aus Buchholz.
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich beim Tostedter Heimatverein für seine Gastfreundschaft.
Es herrschte eine einladende Atmosphäre in dem gemütlichen Raum; die langen Reihen der Tische, schön eingedeckt von Frau Marion Kassubek vom Heimatverein, waren liebevoll geschmückt mit Früchten und Efeu von Kerstin Hirsch, Tanja Winkelmann und Karsten Müller. Und dann das überwältigende Kuchenbuffet, das einem mit seinen Köstlichkeiten den Atem verschlug und zugleich das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ – Dank an die Spender !

Die aufgehängte Leinwand und der zentrale Projektionstisch mit Laptop kündigten weiteren Augen- und Ohrenschmaus an. In prächtiger thematischer Ergänzung beeindruckten dann später Ludwig Narewski mit seinem exquisit gestalteten Videofilm über einige unserer Projekte in 2006 und Günther Knabe mit seinen witzig-ironischen Bild-Text-Kombinationen („Todtschlatt-Visionen").
Hohe Anerkennung daher für Ludwigs kunstvoll gemachten Dokumentarfilm; Gelächter-Applaus für Günthers „Verfremdungen"- viel Beifall für beide! Allen hier Genannten, auch Stefan Hirsch für die Technik, gilt mein/unser herzlicher Dank für ihren Einsatz und damit für ihren ganz maßgeblichen Anteil am Gelingen dieses schönen Beisammenseins.
Die vielen herzlichen Gespräche raumauf, raumab sollen nicht vergessen werden. Der Geräuschpegel war ein vehementes Zeugnis dafür.
Dank auch an alle, die am Schluss wieder für Ordnung gesorgt haben!

Der AKN hat also – man spürte es geradezu auf dieser Feier - eine 20jährige intensiv gelebte Geschichte, auf die er nicht ohne Stolz zurückblicken kann. Die 1987 von 8 Gleichgesinnten aus der Samtgemeinde gegründete lose Vereinigung hat aber bereits eine eigene mindesten 30jährige Vorgeschichte.
Diese erweist sich – im Rückblick – als ein Kontinuum von in der Sache zwingend logisch aufeinander aufbauenden Aktivitätsphasen der Beteiligten „in Sachen Natur".

Um 1957 begannen Kempe und Freunde, unter ihnen auch Klaus Sülbrandt (auch heuteMitglied des AKN), im Raum Tostedt - ausgehend von ihrem Wohnort Höckel - Beobachtungsdaten über Blütenpflanzen und vor allem Vögel systematisch zusammenzutragen.
In den 60iger Jahren wurde diese Arbeit verstärkt,
angeregt durch das eigene Biologie-Studium und bald auch durch neue jüngere Kräfte, unter denen sich auch Uwe Quante befand. Seit 1960 entstanden auch umfangreiche Bilddokumentationen in Form von Farbdia-Sammlungen, insbesondere von Vögeln, Amphibien, Reptilien, Insekten und Blütenpflanzen.

Im Frühjahr 1976
kam es dann zu einer für den örtlichen Naturschutz in der Tat schicksalhaften Begegnung zwischen Ernst Schacht und Reinhard Kempe an einem Habichtshorst im Großen Moor bei Wistedt. Die S-8-Filmaufnahmen jenes Tages - aufgenommen aus einem 50m entfernt vom Horst aufgebauten Beob-achtungszelt - existieren noch heute.
Aus dem ersten recht anonymen Kurzgespräch - getrennt durch die Zeltplane (Schacht wollte nur nach „seinem" Habicht sehen und entdeckte dann mein Foto- Zelt!) - wurden schnell sehr intensive Begegnungen mit reichem Erfahrungsaustausch. Gleichgesinnte hatten sich getroffen, die Ehefrauen eingeschlossen.

Unserer kleinen, schlagkräftigen BUND-Gruppe mit Ernst Schacht, Rolf Müller/Winsen (unser Chef-Botaniker bis 1999 ), Günter Köster und seit jenem Maitag auch mit Reinhard Kempe gelang es, dass fast Jahr für Jahr von der Bezirksregierung in Lüneburg und unter Befürwortung des Landkreises Harburg neue Naturschutzgebiete im Raume Tostedt eingerichtet werden konnten:
1975 das NSG Großes Moor/Wistedt, 1977 das NSG Rauhes Moor bei Hollinde, 1978 das NSG Ottermoor, 1984 das NSG Kauers Wittmoor, 1981-1987 das NSG Obere Wümmeniederung, 1988 das NSG Großes Everstorfer Moor.

In enger Zusammenarbeit mit der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde wurden von unserer Gruppe die Anträge auf Ausweisung dieser genannten Landschaftsteile als Naturschutzgebiete erstellt bzw wichtige Daten zur Begründung der Schutzwürdigkeit erarbeitet. Alle Anträge wurden von den Behörden durchgesetzt. Das waren Zeiten!!
1981 begannen dann folgerichtig auch die ersten Pflegemaßnahmen
in den schon ausgewiesenen Naturschutzgebieten, zuerst im Ottermoor und in der Otterheide, südöstlich von Groß Todtshorn, seit 1984 im Großen Moor bei Wistedt und seit 1989 auch im Großen Everstorfer Moor. Anfangs wurden diese Arbeiten ausschließlich mit Schülern des Friedrich-Ebert-Gymnasium/Harburg unter Reinhard Kempe und bald dann auch mit Schülergruppen des Tostedter Gymnasiums unter Uwe Quante durchgeführt. Auch Günther Knabe reihte sich begeistert mit Schülern hier ein. Gemeinsame BUND- und NABU-Gruppen beteiligten sich ab 1985 wenigstens einmal in der Wintersaison. Der Startschuss für eine positive Entwicklung in unseren Mooren fiel in diesen Jahren.
1987 kam es dann zur Gründung des Arbeitskreises Naturschutz in der SG Tostedt
mit dem Ziel, eine flächendeckende Biotop- und Nutzungskartierung für das Areal der SG zu erstellen. Gründungsmitglieder waren Manfred Koslowski, Eckhard Miersch, Karsten Müller, Uwe Quante und die Ehepaare Wilfriede und Ernst Schacht, sowie Jutta und Reinhard Kempe. Das Kartierungs-Vorhaben wurde vorbildlich unterstützt vom damaligen Samtgemeindedirektor Uwe Nissen und den Kommunalpolitikern aller Parteien.
Nach 2jähriger Arbeit konnte das ca. 350 Seiten starke Karten- und Textwerk im Herbst 89 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Als Würdigung für die geleistete Arbeit erhielt der Arbeitskreis im Frühjahr 1990 den Umweltschutzpreis des Landkreises Harburg, dotiert mit DM 5.000,—.
Dieses Kartenwerk ist seitdem Grundlage unserer Aktivitäten mit dem Ziel, Naturschutz verstärkt vor allem außerhalb der Naturschutzgebiete zu betreiben, in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinderäten, Verwaltungen und vor allem mit den Bürgern, den Eigentümern von Flächen vor Ort.

Zwischen 1989 und 91 entstanden in vielen unserer neun Gliedgemeinden mit Unterstützung der damaligen Ortsbürgermeister kleine Arbeitsgruppen, die mitgliederstärksten und bis heute vitalsten in Handeloh und Heidenau. Besonders die Heidenauer Arbeitsgruppe unter der nimmermüden draufgängerischen Regie von Hermann Aldag beeindruckte schon bald durch ihre hervorragenden Arbeitsleistungen und durch ihre vielfältigen wertvollen Verbindungen zur dortigen Landwirtschaft. In Wistedt war und ist es besonders Claus Bohling mit seiner verbindlichen Art, der dem AKN von Anfang an viele Brücken gebaut hat.
Im Frühjahr 95 war die Zeit dann reif, den AKN in einen gemeinnützigen eingetragenen Verein umzuwandeln.
Heute,nach 12 Jahren, ist es mehr als deutlich, dass dieser Schritt richtig war.
Die damals 23 anwesenden Gründungsmitglieder wählten einen fünfköpfigen Vorstand: Reinhard Kempe (1.Vors.), Eckhard Miersch (1.st. V.), Claus Bohling (2.st. V.), Uwe Quante (Schriftführer)und Manfred Koslowski (Kassenwart).
2003 hat dann Torsten Peters Manfred Koslowski als Kassenwart und 2004 Karsten Müller Eckhard Miersch als 1.stellvertretenden Vorsitzenden abgelöst.
Die seitdem langsam, aber stetig steigende Mitgliederzahl, die gute finanzielle und die rechtliche Grundlage des Vereins erlauben es nunmehr, langfristige Pachten einzugehen, neue Geldquellen zu erschließen und insgesamt offensiver aufzutreten. Wir sind handlungsfähiger geworden. Grundstückskäufe durch den AKN wurden möglich mit Unterstützung verschiedener Stiftungen.
Sehr wichtig: Schon bald vereinigte der AKN in seinen Reihen neben der absolut notwendigen naturschutzfachlichen Kompetenz Mitglieder mit land- und forstwirtschaftlichem, wasser- und bodenkundlichem Berufshintergrund. Immer wieder stoßen neue Mitglieder zu uns, wenn die Kerngruppen des AKN in den einzelnen Gemeinden in immer neuen personellen Zusammensetzungen unterwegs sind; wenn sie, sich wechselseitig unterstützend, Samstag für Samstag im Winterhalbjahr Benjes-Hecken legen und pflanzen, Heiden und Moore entkusseln, die Wiedervernässung der Moore voranbringen oder Teiche und Tümpel naturnah gestalten und vieles, vieles mehr.
Die Naturschutzarbeit des AKN in ihrer ganzen Breite und Vielschichtigkeit führt, seit Jahren sichtbar, zu überzeugenden positiven Ergebnissen in der Landschaft. Sie hinterlässt aber wohl auch kräftige motivierende Spuren in den vielen überaus aktiven Mitgliedern, den Vorstand eingeschlossen.

Die seit Jahrzehnten zunehmend enge, sachbezogene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Herren Rainer Böttcher, Detlef Gumz und Armin Hirt vom behördlichen Naturschutz in Lüneburg (bis 2002) und Winsen war und ist unabdingbare Voraussetzung für die messbare Erfolgsarbeit des AKN.
In 2007, unserem Jubiläumsjahr, hat der Landkreis mit dem AKN einen Betreuungsvertrag
abgeschlossen für die sieben Naturschutzgebiete unserer Region.
Schon das Wort erinnert sicherlich viele Mitglieder an unser vereinsinternes System der Betreuungsflächen. Das wird uns in vielfacher Hinsicht auch weiterhin ein wichtiges Anliegen bleiben müssen, - auch weit über das nächste Jubiläum hinaus ! Der Vorstand bedankt sich für jegliche bisherige und zukünftige Unterstützung.

Natur und Landschaft in unserer Samtgemeinde brauchen unsere wache Aufmerksamkeit und tatkräftige Hilfe zur Selbsthilfe.
Das geht (leider) manchmal nicht ganz ohne Kampf, Ärger und auch Wut im Bauch bei nachweislich unnötiger Naturzerstörung und destruktiver Rücksichtslosigkeit im Handeln gegen die Natur, bei robuster Gleichgültigkeit und Lernresistenz bei so manchem Verursacher.
Die Verhältnisse in unserer Samtgemeinde sind da leider! keine Ausnahme.
Das Wunderschöne aber an unserer Arbeit bleibt: Sie bringt neben der mess- und objektivierbaren positiven Naturschutzarbeit reiche Erlebnisse, Freude und Freunde - und manch‘ stillen Gewinn!

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Die Jubiläumsfeier des AKN: angeregte Gespräche bei Kaffee und Kuchen

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Die Höckeler Keimzelle des AKN 1967: von links Reinhard u. Jutta Kempe, Klaus Sülbrandt, hinter der Kamera Uwe Quante

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Die „Höckeler" auf dem Weg zum Großen Moor (1967)

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Die ersten Arbeitsgruppen: die Heidenauer und die Handeloher Gruppe 1991 beim Pflanzen von Benjes-Hecken, aus denen inzwischen wunderschöne Gehölzstreifen geworden sind

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Die Arbeitsgruppen aus Wistedt, Heidenau und Handeloh entkusselten bereits 1991 Moore, Heiden und Brachflächen

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Der erste Vorstand des AKN 1995

[Inhalt]

 

Unterwegs im Wald
Die AKN-Exkursionen im Jahre 2007

Der Wald im Bereich der Lohberge
An diesem Tage trafen sich bei sonnigem Wetter 17 Personen auf dem Parkplatz Waldheim an der Bundesstraße 3, um unter der Leitung des niedersächsischen Forstbeamten und AKN-Mitgliedes Herrn G. Netzel eine Wanderung in das von ihm betreute Revier zu unternehmen. Mit wenigen Pkw steuerten wir eine lichte Stelle im Wald an, wo uns der Lärm und die Abgase der Autos von der Bundesstraße nicht mehr erreichten.
Mittels aufgehängter Karten und kopierter Darstellungen konnte das Gesagte auch optisch verdeutlicht werden.
Ein kurzer geschichtlicher Rückblick: Vor ca. 250 Jahren befanden sich die Lohberge im königlichen Besitz; seit 1745 forstete man die Heideflächen auf. In der kurhannoverschen Landeskarte (um 1780) ist auch der Todtmühlenweg (vom Todt zur Mühle Holm-Seppensen) verzeichnet, auf dem wir uns befanden. In der heutigen Waldfläche lassen sich noch die rechtwinklig verlaufenden Straßen in N –S und W – O-Richtung erkennen, die unter anderem auch zur besseren Feuerbekämpfung angelegt wurden. Diese baumfreien linear verlaufenden Wege stellen Licht- und Wärmeinseln dar, die aus ökologischer Sicht sehr wertvoll sind. Der Waldbereich Langeloh zeigt alte Bestände von Kiefern (ca. 40 %), ferner Fichten und Eichen. Seit ca. 30 Jahren wird die Nadelbaumart Douglasie gezielt gefördert, dazu wird der Bestand von Lärchen und Buchen erweitert.
Aus der Zeit der vorherigen Regierungskoalition stammt das sich über viele Jahre erstreckende Programm der langfristigen ökologischen Waldentwicklung (abgekürzt: LÖWE). Das Ziel ist eine multifunktionale Wirtschaftsform, d.h. die Natur soll mit einbezogen werden und aus Forsten sollen wieder Wälder entstehen. Folgende Zielpunkte nannte Herr Netzel:

1. eine standortgerechte Baumwahl, d.h. die Bodenverhältnisse werden durch eine Kartierung ermittelt und bei der Auswahl der Baumart berücksichtigt,
2. Vermehrung von Laub- und Mischwäldern, d.h. keine Monokulturanpflanzungen mit Kahlschlagnutzung,
3. ökologische Zuträglichkeit; dabei werden nicht nur heimische Baumarten berücksichtigt , z.B. wird die Weymouthkiefer zurückgedrängt zugunsten der Douglasie, die eine gute Holzproduktion besitzt und dank ihres wetterfesten Holzes gute Erlöse erzielt,
4. Bevorzugung natürlicher Waldverjüngung,
5. Verbesserung des Waldgefüges, d.h. mehr Strukturreichtum bei Vermeidung von Kahlschlägen und gute Vermischung von jungen und alten Bäumen,
6. Zielstärkennutzung: in früheren Zeiten wurden größere Waldabschnitte nach 100 – 120 Jahren gefällt; heute ist der Durchmesser des Stammes entscheidend, er soll in Brusthöhe ca. 80 cm sein (Einzelstammentnahme),
7. Erhaltung alter Bäume, d.h. je ha bleiben ca. fünf alte Bäume (wichtig für Insekten, Vögel, Pilze) stehen, was evtl. in Straßennähe zum Konflikt mit der Verkehrssicherheit führen kann,
8. Aufbau eines Netzes von Waldschutzgebieten, wie man es z.B. durch Wiedervernässung von ufernahen Gebieten an der Este erreicht hat,
9. Gestaltung des Waldrandes und entsprechende Pflege, d.h. Duldung von Weich-holzarten, die ähnlich einer Hecke für Vögel, Reptilien, Insekten von großer Bedeutung sind,
10. ökologisch verträglicher Einsatz von Forsttechnik, d.h. mehr Ma-schineneinsatz (Harvester mit festen Wegevorschriften) als Handarbeit, was zunächst eine Verwundung des Waldes bedeutet, jedoch bei richtigem Einsatz nur geringen Schaden verursacht,
11. ökologisch verträgliche Jagd, d.h. eine einmal im Jahr durchgeführte Jagd mit der gesamten Abschussquote ist besser als eine Bejagung über einen längeren Zeitraum, da diese zu einer Dauerbeunruhigung des Wildes führt.

Folgende Problempunkte wurden genannt:

1. die zunehmende Verbreitung der nach dem Zweiten Weltkrieg aus Amerika eingeführten spätblühenden Traubenkirsche, die in unserer Gegend keine natürliche Feinde hat
2. bei der Bekämpfung von Schadinsekten (z.B. Borkenkäfer) gilt der Einsatz von Giften als „ultima ratio"; eine Reduzierung der Schadinsekten soll durch rechtzeitige Holzabfuhr und Aufstellen von Käferfallen erreicht werden
3. die illegale Entsorgung von Gartenabfällen im Waldbereich .

Ein Feuerlöschteich im Wald erfüllt auch eine wichtige ökologische Funktion. In diesem wuchs der Gemeine Wasserschlauch, der mit seinen Fangblasen Wasserflöhe fängt, um auf diese Weise seine Stickstoffversorgung sicher z ustellen. Die Beseitigung von Fichten im Quellbereich des Büsenbaches fördert das Wachstum von Torfmoosen. Zum Abschluss der Führung wies Herr Netzel auf die Verpflichtung der niedersächsischen Forstwirtschaft hin, folgende wichtige Funktionen des Waldes sinnvoll zu verbinden:

Schutzfunktion (wie Naturerhalt, Wasserhaushalt, Luftverbesserung, Vermeidung der Bodenerosion)
Nutzfunktion
(besonders als Holzlieferant)
Erholungsfunktion
(für den Menschen).

Mit einem herzlichen Applaus dankte die Gruppe Herrn Netzel für die interessante Führung.

Die Avenser Wiehe bei Heidenau
Die zweite Exkursion des AKN in 2007 schloss sich inhaltlich lückenlos an die letzte Station der Lohbergen-Exkursion an. Denn sowohl der Büsenbach-Quellbereich als auch die Quellregion des Betenbachs, östlich von Heidenau im Bereich der Avenser Wiehe, haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Jahrzehntelang wurden die im Wald verlaufenden Quellbäche stiefmütterlich behandelt und erst seit Ende der 80er Jahre erfahren sie in der staatlichen und privaten Forstwirtschaft zunehmende Beachtung. Insbesondere die nach dem 2. Weltkrieg im Auenbereich angepflanzten Fichten, die völlig standortfern die natürliche Auvegetation bedrängen bzw. unterdrücken, stehen im Fokus einer ökologischen Waldumwandlung.
Unsere gut besuchte Exkursion begann somit auch am Heerweg zwischen Heidenau und Dohren und führte uns in einen bewaldeten Landschaftsteil im westlichen Hangbereich zum Estetal mit vielenSickerquellzonen, die das ganze Jahr über den Betenbach und somit die Este mit Wasser versorgen.
Die Avenser Wiehe zeigt hier z. T. einen naturwaldartigen Charakter mit standorttypischem Baumbestand (Mischwald mit Eichen, Buchen, Kiefern und Birken, Erlenbruch in nassen Mulden). Daneben finden sich allerdings auch die Sünden der Vergangenheit: eintönige, naturferne Kiefern- bzw. Fichten-Forste (60-80jährig) auf nassen Böden, die eine geordnete Forstwirtschaft kaum möglich machen.
Das Hauptziel der Wanderung auf wenig begangenen Wegen war das AKN-eigene Waldgrundstück, das letztlich nur über unwegsames Gelände zu erreichen war. Hier verläuft eine sich von West nach Ost erstreckende Geländefalte, in der hangabwärts ein Quellbach fließt. Das Grundstück wurde vom AKN 1999 aus eigenen Mitteln und mit kräftiger finanzieller Hilfe der Umweltinitiative Hamburg und der Naturschutzstiftung des Landkreises gekauft.
Auf dem AKN-Grundstück vereinigen sich drei kleine Quellrinnsale aus der näheren Umgebung zu einem Quellbach, der später als Betenbach/Seggernbach in die Este mündet. Als der AKN 1999 das Grundstück kaufte, war das Bächlein durch Fichten tief verschattet, die in den 50er/60er Jahren, wie überall, bis an die Bachufer heran angepflanzt worden waren. Die Folge war der Verlust der bodenständigen Pflanzengesellschaften. In den Jahren 2002 u. 2004/05 hatte der AKN dann mehrere Arbeitseinsätze zur Beseitigung der Jung- u. Altfichten durchgeführt, mit sehr positiven Folgen: heute trifft man wieder quellende Torfmoose und Jungerlen an, und sogar die Entferntährige Segge hat sich als Charakterart quelliger Bruchwälder wieder eingestellt.
Als nächste Station wurde der unmittelbar oberhalb liegende schwimmende Erlenbruch mit zwei Quellbächen angelaufen und bewundert. Eigentümer ist unser Mitglied Rolf Burmester, wodurch sich hier größere Bereiche dieser ökologisch äußerst wertvollen Biotope in „sicherer Hand" befinden.
Anschließend ging es zu einem offenen Quellhang weiter nördlich am Ochtmannsbrucher Weg. Dort sind in einer patschnassen, nicht begehbaren Sumpfzone viele standorttypische Pflanzenarten anzutreffen. Das austretende Quellbächlein fließt als Heidbach bei Hollenstedt in die Este.
Der gesamte sich nach Osten neigende Hangbereich der Este ist gespickt mit vielen Quellzonen und besitzt eine herausragende Bedeutung für das vollständige Bachsystem der Este. Der Wert der Quellbereiche und Quellbäche ist inzwischen allgemein bekannt, so dass diese im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie geschützt sind. Es besteht ein Verschlechterungsverbot und die Quellbäche müssen ebenso wie alle Fließgewässer in einen „guten ökologischen Zustand" gebracht werden.
Als letztes Ziel wurde die Eigentumsfläche unseres Mitglieds Hermann Aldag am Heerweg angesteuert. Die dort entwickelten Weidengebüsche und Seggenrieder fügen sich organisch in die Quellhangsituation ein.
Über den Heerweg ging es zurück zum Ausgangspunkt unseres Rundweges um die Avenser Wiehe, die vielen Teilnehmern nicht bekannt war. Übereinstimmung herrschte dahin gehend, dass das urige, unwegsame Gebiet eine Exkursion Wert war!

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Herr Netzel erläutert die Bewirtschaftung seiner Forstflächen

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Ein Mischbestand mit natürlicher Verjüngung

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Die Exkusionsteilnehmer begutachten den freigestellten Quellbereich am Büsenbach

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Am Quellbächlein des Büsenbachs

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Kurze Einführung an der Avenser Wiehe

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Auf der AKN-eigenen Fläche

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Eine Rarität, der wunderbare quellige Erlenbruch

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Herrliche alte Laubbäume

[Inhalt]

 

Aktivitäten des AKN im Sommerhalbjahr 2007
Begehungen, Bereisungen, Treffen, Sitzungen, Arbeits- und Pflegeeinsätze
Do. 03.05.07: Zweite Donnerstag-Exkursion (Wümmeniederung),

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Zaun-Abbau bei Quellen

 

Fr. 04.05.07: Treffen mit Jägern in Tostedt-Land (NSG Obere Wümme),
Di. 08.05.07: Gesprächsrunde im Rathaus (To) mit Vertretern des Landkreises, der SG und dem Todtgl. Sportverein zum Thema: Baggersee – Umgestaltung,
Mi. 09.05.07: Gespräch beim Landkreis mit Vertretern der HWW zum Thema „Wassermangel" im NSG Ottermoor,
So. 13.05.07: Info-Stand auf dem Hamstermarkt in Tostedt,
Fr. 18.05.07: Begehung des Baggersee-Geländes mit Herrn Wilms von der SG Tostedt,
Do. 24.05.07: Dritte Donnerstag-Exk. (Hamper-Weiden),
Mi. 30.05.07: Kleinarbeitseinsatz: Ausmähen des E-Zaunes auf der Lungenenzian-Weide,
So. 17.06.07: Info-Stand auf Hof Quellen,  
So. 08.07.07: AKN-Exkursion in die Lohberge (Netzel),  
Do.12.07.07: Vierte Do.-Exkursion: Brachacker Ottermoor,


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auch Pausen sind wichtig

Sa. 21.07.07: Zaunreparatur auf der Enzian-Weide,
Mi. 25.07.07: Strategie-Treffen an den Dittmer-Teichen (erweiterterVorstand),
Mi. 01.08.07: Zaunarbeiten am Dössel (Kakenstorf),
Mi. 01.08.07: Besuch einer Podiumsdiskussion über die Grundwasserentnahme der HWW in Hanstedt,
Do.02.08.07: Interview mit dem NDR am Trockenlauf der oberen Este zur Grundwasser-Entnahme in der Nordheide (mit Ingo Wolde),
Do.09.08.07: Fünfte Donnerstag-Exkursion (Nabu-Fl./Kakenstorf),
Di. 14.08.07: Besichtigung der Todtgraben-Renaturierungs-Maßnahmen mit Herrn Gumz und Herrn Hirt vom Ldkr.,
Di. 21.08.07: Ortstermin auf den Siemers-Stiftungsflächen Neddernhof. Thema: Holzeinschlag,
Do.23.08.07: Sechste Donnerstag-Exkursion (Kamper Heide/Obere Este),
Fr. 24.08.07: Gesprächsrunde in Wistedt mit Landwirten und dem Ldkr. zwecks Vermeidung illegaler Ablagerungen i. d. Landschaft (u.a. durch Dritte),
So. 02.09.07: AKN-Exkursion durch die Avenser Wiehe,  
Mi.05.09.07: E-Zaun-Ausmähen auf der Dallmann-Fläche,  
Do.06.09.07: 7.Donnerstag-Exkursion: Dallmann-Tümpel,

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Arbeitseinsatz am Todtschlatt:
Einweisung durch R.Kempe,

Sa. 22.09.07: Arbeitseinsatz zur Obstbaumpflege/Viehtrift,
Di. 25.09.07: Herbsttreffen der Handeloher Arbeitsgruppe,
Mi. 26.09.07: Führung der Pfadfindergruppe von Herrn Wacker/To durch das Große Moor (Patenschaftsplanung),
Di. 02.10.07: Begleitung der Bauabnahme am Todtgraben (1.Teil) durch den Landkreis und das Land (Herr Hirt; Herr Stutzmann),
Di. 02.10.07: Herbsttreffen der Arbeitsgruppe Heidenau,
Mi.03.10.07: Mahd und Räumung der Poppenwischen (1.Teil),
Sa. 13.10.07: Arbeitseinsatz: Abbau des E-Zaunes auf der ehemaligen Bohlingfläche / Wistedt-Süd,
Sa. 13.10.07: Arbeitseinsatz der Gruppe Heidenau: Kopfweidenbeschnitt auf der Landkreis-Fläche bei Kallmoor,  
So.14.10.07: Führung Otterer Bürger und der Jugendfeuerwehr am umgestalteten Todtgraben (zusammen mit Herrn Hirt vom Ldkr.),

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Beseitigung der Bäume am Todtschlatt

Mo. 15.10.07
-Fr.19.10.07:
Bauleitung zusammen mit Herrn Stutzmann vom Land Nds. bei der Schaffung von vier neuen Wiesentümpeln in der Oberen Wümmeniederung,
19.-21.10.07: Teilnahme an der diesjährigen nationalen Kranichtagung (in Handeloh)/Führung eines Teils der Besucher durch die Obere Wümmeniederung,
Mo.22.10.07: Teilnahme an der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Ingo Wolde (BUND, Kreisgruppe Harburg),
Fr. 26.10.07: Begehung Großes Moor/Wistedt zwecks Absprache der Pflegemaßnahmen für das kommende Winterhalbjahr (mit Hermann Aldag, Heinrich Busch),

Sa. 27.10.07: Arbeitseinsatz der Gruppe Handeloh auf der Drögen Heide,
Di. 30.10.07: Vorarbeiten mit dem Traktor zur Beseitigung der Altzäune auf den Pachtflächen in der Wümmeniederung,
Fr. 02.11.07: Treffen zwischen Landkreis (Hirt), AKN (Kempe), Jugendfeuerwehr Otter und Otterer Vertretern des Angelvereins Fintel, Lauenbrück und Westervesede zu den Themen Patenschaften, Monitoring, Angelerlaubnis am Todtgraben und anderen Zuflüssen der Wümme bei Otter,
Sa. 03.11.07: Arbeitseinsatz zur Beseitigung der Altzäune auf Pachtflächen,
Sa. 03.11.07: Arbeitseinsatz der Heidenauer Gruppe: Entkusseln im NSG Großes Moor bei Wistedt,  
Mo.05.11.07: Kontrolle der Wasserstände und des Brachackers (Schafbeweidung) im NSG Ottermoor,  
Mo.12.11.07: Vorsägen für den Arbeitseinsatz am Samstag im Todtschlatt (Vorwerk-Stiftungsfläche),  
Fr. 16.11.07: Kontrolle der Wasserstände im Ottermoor und der illegalen Ablagerungen von Eichelmast auf dem dortigen Sandmagerrasen,  
Sa. 17.11.07: Arbeitseinsatz auf der Vorwerk-Stiftungsfläche in der Todtglüsinger Heide (Todtschlatt),  
 

[Inhalt]
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